Mittwoch 30. Juni 2010 von birdfish
Zu einer der bundesweit klimafreundlichsten Kommunen will sich die Landeshauptstadt München entwickeln.
München will Vorzeigestadt sein – Foto: H. E. Balling / pixelio.de
Mit dem von Bürgermeister Hep Monatzeder angestoßenen und unter Federführung des Referats für Gesundheit und Umwelt erarbeiteten Projekt „Integriertes Handlungsprogramm Klimaschutz in München“ (IHKM), das jetzt vom Stadtrat beschlossen wurde, will die Landeshauptstadt klimapolitischen Herausforderungen langfristig begegnen und die CO2-Emissionen in München drastisch reduzieren. Koordiniert wird das IHKM vom Referat für Gesundheit und Umwelt. In einem ersten Schritt sollen zwischen 2010 und 2012 in der Landeshauptstadt insgesamt mehr als 500.000 Tonnen CO2 eingespart werden. „Das ist ehrgeizig, aber nicht unmöglich. Zumal wir trotz der schwierigen Haushaltslage die dafür notwendigen Ressourcen vom Stadtrat bewilligt bekommen haben“, sagte Hep Monatzeder.
Ziel des Handlungsprogramms:
Ziel ist, wie bereits am 17. Dezember 2008 vom Stadtrat beschlossen, die CO2-Emissionen in München pro Kopf alle fünf Jahre um zehn Prozent zu reduzieren. Bis spätestens 2030 sollen die CO2-Emissionen pro Kopf in der Landeshauptstadt gegenüber 1990 halbiert und so jährlich 3,15 Tonnen pro Einwohnerin und Einwohner eingespart werden. Zum Vergleich: Das letzte CO2 – Monitoring bezifferte für das Jahr 2006 einen CO2-Ausstoß von 7,1 Tonnen pro Einwohnerin und Einwohner. „Die Landeshauptstadt muss mit gutem Beispiel vorangehen, um alle für den Klimaschutz mit ins Boot zu holen“, so Joachim Lorenz, Referent für Gesundheit und Umwelt. Die Vorhaben, die im IHKM aufgelistet sind, sollen nun von der Stadtverwaltung und städtischen Beteiligungsgesellschaften in den kommenden Jahren umgesetzt werden.
Weitere Informationen entnimmt man dem Mitteilungsblatt der Stadt (PDF, ab Seite 4)
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Dienstag 25. Mai 2010 von birdfish
Die Europäische Kommission hat jetzt einen Bericht über die Fortschritte der Mitgliedstaaten bei der Bekämpfung von Wasserknappheit und Dürre veröffentlicht.
Wasserknappheit ist auch in der EU bereits Realität – Foto: Verena N. / Pixelio
Zwar hat es in den Ländern Südeuropas 2009 mehr geregnet als in den Jahren zuvor, gleichwohl sind noch größere Anstrengungen nötig, um der Übernutzung der begrenzten europäischen Wasserressourcen Einhalt zu gebieten und diesen Trend umzukehren. Eine wirksame Wassergebührenpolitik und Maßnahmen zur Förderung des sachgemäßen Umgangs mit Wasser und des Wassersparens sind unerlässlich, um sicherzustellen, dass Europa über genügend Wasser von hoher Qualität verfügt, um den Bedarf der Verbraucher zu decken und für die Herausforderungen des Klimawandels gewappnet zu sein.
EU-Umweltkommissar Janez Potocnik erklärte: „Wasser ist Leben – also ist die Wasserpolitik unsere Lebensversicherung. Dieser Bericht macht deutlich, wie wichtig es ist, die Wasserpolitik auf allen Ebenen, sowohl auf EU- wie auf nationaler Ebene, in allgemeinere Politikziele einzubeziehen. Mehr als alles andere hat unsere Wasserpolitik nachhaltig zu sein: Wir können es uns nicht erlauben, das Wasser künftiger Generationen zu verbrauchen.“
Wasserknappheit – ein europäisches Thema
Das Verhältnis zwischen Wassernachfrage und -verfügbarkeit hat in vielen Gebieten Europas ein kritisches Niveau erreicht. Wasserknappheit und Dürre sind zu einer großen Herausforderung geworden – und der Klimawandel wird das Problem voraussichtlich noch verschärfen.
Aus dem neuen Bericht geht hervor, dass in einigen Mitgliedstaaten mittlerweile ständige Wasserknappheit im ganzen Land herrscht. Das Problem ist nicht auf die Mittelmeer-Anrainerstaaten beschränkt. Die Tschechische Republik berichtet über Gebiete mit häufiger Wasserknappheit, und Frankreich und Belgien melden übernutzte Grundwasserleiter.
Seit einigen Jahren fordert die Kommission die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, politische Impulse etwa über die Wassergebührenpolitik, verbesserte Instrumente zur Wasserbewirtschaftung und Maßnahmen zur Förderung des sachgemäßen Umgangs mit Wasser und des Wassersparens zu geben.
Aus einem 2009 im Auftrag der Kommission erstellten Bericht geht hervor, dass die Einführung verpflichtender Standards für wasserführende Geräte im Rahmen der erweiterten Ökodesign-Richtlinie erhebliche Einsparungen ermöglichen würde. Würden alle wasserführenden Haushaltsgeräte berücksichtigt, könnte dies zu einem Rückgang des gesamten Wasserverbrauchs um 19 % führen – was einer Verringerung der jährlichen Wasserentnahme in der EU um insgesamt 3,2 % entspricht. Ferner könnte die Verringerung des Wasserbedarfs energieverbrauchsrelevanter Produkte wie Wasserhähne, Duschen und Bäder zu einem Rückgang des Heizbedarfs um 20 % führen, während Verhaltensänderungen bei Duschzeit, Badehäufigkeit oder der Nutzung von Wasserhähnen eine Senkung des Verbrauchs um 20 bis 30 % ermöglichen würden.
Der heutige Bericht bestätigt, dass gutes Wassermanagement an der Hierarchie der Wasserpolitik orientiert sein sollte, wobei Nachfragesenkung die Priorität darstellt. Die Versorgung betreffende Optionen sollten erst in Betracht gezogen werden, wenn das Potenzial für Wassereinsparungen ausgeschöpft ist.
Ferner bringt der Bericht die Besorgnis der Kommission wegen der Verzögerungen bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in den am stärksten von Wasserknappheit betroffenen Mitgliedstaaten zum Ausdruck. Die Mitgliedstaaten hatten die Bewirtschaftungspläne für die Flusseinzugsgebiete in Europa im März vorzulegen, aber in einigen Mitgliedstaaten sind die Konsultationen zu diesen Plänen immer noch nicht angelaufen.
Plan zum Schutz der Wasserressourcen in der EU
Die Kommission leitet zur Vorbereitung einer für 2012 angesetzten Überprüfung der Strategie zur Bekämpfung von Wasserknappheit und Dürre eine Reihe von Maßnahmen ein. 2010 gilt das Hauptaugenmerk der Effizienzsteigerung, vor allem dem Potenzial für Einsparungen in Gebäuden, der Verminderung von Leckverlusten und der sachgemäßen Wassernutzung in der Landwirtschaft.
Die Ergebnisse dieser Maßnahmen werden zusammen mit einer Überprüfung der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie und einer Überprüfung der Anfälligkeit von Umweltressourcen wie Wasser, Biodiversität und Boden für Klimafolgen und andere vom Menschen verursachte Belastungen in den „Plan zum Schutz der Wasserressourcen in der EU“ 2012 einfließen.
Der vollständige Bericht (engl.)
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Mittwoch 21. April 2010 von birdfish
Bereits seit eineinhalb Jahren forscht eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Deutschland und Peru gemeinsam an “LiWa”.
LiWa-Projektgruppe traf sich in Suderburg – (c) Linda Kreis
Die Rede ist von einem Forschungsprojekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis ins Jahr 2013 mit einem Gesamtvolumen von etwa 2 Millionen Euro gefördert wird. Neun Forschungseinrichtungen aus Deutschland und Peru arbeiten in diesem Projekt zusammen, darunter auch die Fakultät Bau-Wasser-Boden der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Suderburg. Ziel des Forschungsvorhabens ist die konzeptionelle Entwicklung von Lösungsvorschlägen für das nachhaltige Management von Wasser und Abwasser in der Metropolregion Lima.
Megastadt Lima
Lima ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt sowie das bedeutendste Wirtschafts- und Kulturzentrum von Peru mit zahlreichen Hochschulen, Museen und Baudenkmälern. Die Altstadt von Lima wurde 1991 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Mit rund 8 Millionen Einwohnern zählt die peruanische Hauptstadt zu den Megastädten. Etwa 3.000 Menschen verteilen sich derzeit auf einen Quadratkilometer Fläche Lebensraum. Experten prognostizieren bis zum Jahr 2025 weitere vier Millionen Menschen – und damit den Kollaps für die Metropolregion.
Ein wesentliches Problem, das es im Rahmen des LiWa-Forschungsprojektes bestmöglich zu entschärfen gilt, ist die extreme Wasserknappheit in Lima. Bereits seit Jahren kämpft die Metropolregion dagegen an. Die Hauptursache ist in der geografischen Lage zu sehen, denn Lima liegt an der Westküste von Peru. Während in großen Teilen von Peru – östlich der Anden – tropisches Klima herrscht, liegt Lima in der Küstenregion mit Wüstenklima. Es werden jährlich nur etwa 10 mm Niederschlag verzeichnet. Die Wasserversorgung hängt am “Tropf” des Schmelzwassers aus den Anden, das vor allem über den Rio Rimac Richtung Pazifik fließt. Aufgrund des steigenden Wasserverbrauchs wird jedoch zunehmend auch auf das Grundwasser zurückgegriffen mit der Folge, dass die Quellen übermäßig beansprucht sind.
“Erschwerend kommen die Auswirkungen des Klimawandels hinzu wie das Abschmelzen der Gletscher, die Erhöhung des Meeresspiegels sowie die damit verbundenen Veränderungen der Temperaturen und Niederschläge. Die Situation in Regionen, die bereits unter extremer Wasserknappheit leiden, wird sich weiterhin verschärfen”, sagt Prof. Dr. Artur Mennerich, Projektleiter LiWa an der Ostfalia Hochschule in Suderburg.
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Dienstag 16. Februar 2010 von birdfish
Für den Weltagrarbericht wurden Vorschläge für eine fortschrittliche Landwirtschaft erarbeitet.
Klimawandel bringt der Landwirtschaft neue Probleme – (c) Verena N. / Pixelio
Warum müssen auf unserem Planeten über eine Milliarde Menschen hungern und gleichzeitig ebenso viele an krank machender Fettleibigkeit leiden?
2,3 Milliarden Tonnen Getreide wurden 2008 weltweit geerntet, mehr als je zuvor, auch pro Kopf der Bevölkerung. Doch nur 47% davon dienten der menschlichen Ernährung. Der Rest ist Tierfutter, Sprit, industrieller Rohstoff und Abfall. Unser globales Ernährungs-System ist eine der wichtigsten Ursachen für Klimawandel, Artensterben, Umweltvergiftung und Wasserknappheit; aber auch für vermeidbare Krankheiten, Kinderarbeit, Armut und Ungerechtigkeit.
Im Auftrag der Vereinten Nationen und der Weltbank fassten 500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Stand des globalen Wissens über die Landwirtschaft, ihre Geschichte und Zukunft zusammen.
58 Regierungen verabschiedeten die Zusammenfassung der Ergebnisse. Sie sind unbequem und alarmierend, warnen vor Irrwegen und zeigen Auswege.
Die Webseite zum Weltagrarbericht präsentiert die wichtigsten Ergebnisse, macht alle seine Berichte zugänglich und liefert Hintergründe und Detailinformationen. Sie soll zum Nachdenken und zur Diskussion anregen, vor allem aber zum Handeln.
Website Weltagrarbericht
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Freitag 12. Februar 2010 von birdfish
Der Klimawandel wird unsere Welt nachhaltig verändern.
Dürre und Überschwemmungen in den armen Ländern nehmen zu. – (c) Dieter Schütz / Pixelio
Während noch vielerorts am Ernst der bevorstehenden Veränderung gezweifelt wird, gibt es zahlreiche Staaten, Regionen und Städte auf der Welt, die über eine Legislaturperiode hinausdenken und Schutzmaßnahmen für die Zukunft ergreifen.
Während man sich in Deutschland z.B. zu Veränderungen in der Landwirtschaft oder Küstenschutz Gedanken macht, gibt es Staaten in der Welt, die der Klimawandel weit extremer zu schaffen macht. Einige sind durch Anstieg des Meeresspiegels vom Untergang bedroht, andere verlieren durch anhaltende Dürren ihre Ernährungsgrundlage.
Hier möchten wir einen Pressespiegel entstehen lassen, der über die deutschen Grenzen hinaus sieht und bemerkenswerte Maßnahmen zum Schutz gegen die Klimawandelfolgen dokumentiert.
Vorschläge hierzu werden gern entgegen genommen!
Singapurs Schutz vor den Fluten
Ein Damm staut das Wasser des Singapore River an seiner Mündung. So erhält die City ein einzigartiges Süsswasserreservoir und schützt sich vor dem steigenden Meeresspiegel.
Singapurs Wassermanagement gewinnt immer wieder internationale Preise, die Singapore International Water Week vom 28. Juni bis 2. Juli 2010 steht denn auch unter dem Motto: «Sauberes und erschwingliches Wasser». Beides ist in manchen südostasiatischen Metropolen eine unerreichbare Utopie.
Neue Zürcher Zeitung Online vom 07.02.2010
Stand 02/2010
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Mittwoch 13. Januar 2010 von birdfish
Die Folgen des Klimawandels stellen die Mittelmeeranrainer vor große Herausforderungen.
Vom Klimawandel sind alle betroffen. Städte am Meer müssen sich besonders schützen – (c) Elke Salzer
Vor allem die Verfügbarkeit und die Qualität von Wasser bereitet jetzt schon vielen Staaten große Probleme. Einigkeit herrscht darüber, dass der Klimawandel den Wasserhaushalt der Mittelmeerregion verändern wird. Wie diese Auswirkungen konkret aussehen werden, wurde bislang noch nicht hinreichend untersucht. Hier setzt das durch die EU finanzierte Umweltprojekt “Climate Induced Changes on the Hydrology of Mediterranean Basins” (CLIMB) an, das Anfang Januar 2010 seine Arbeit aufnimmt. Insgesamt 19 Institutionen aus neun Ländern sind an dem Projekt beteiligt, das von Professor Ralf Ludwig, Department für Geographie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, geleitet wird; das Projektmanagement liegt bei der Bayerischen Forschungsallianz (BayFOR) unter der Leitung von Dr. Thomas Ammerl. CLIMB ist auf vier Jahre angelegt und verfügt über ein Budget in Höhe von 3,15 Millionen Euro.
Die Sicherung der Wasserressourcen im Mittelmeerraum ist akut bedroht: Dürreperioden, Fluten, die Versalzung des küstennahen Grundwassers sowie die zunehmende Landdegradation sind nur einige der Gefahren, durch die der fortschreitende Klimawandel zu politischen Konflikten und wirtschaftlichen Verteilungskämpfen in den betroffenen Regionen führen kann. Gefordert ist deshalb ein nachhaltiger Umgang mit den vorhandenen Wasserressourcen. Derzeit fehlen Analysemodelle und effektive Kontrollsysteme, mit denen die durch den Klimawandel forcierten hydrologischen Veränderungen erfasst und bewertet werden können. Die bislang verfügbaren Projektionen sind sehr unsicher und basieren auf praktisch nicht validierbaren Daten aus globalen und regionalen Klimamodellen. CLIMB möchte hier methodische Lücken schließen. Das Projekt will Feldmessmethoden verbessern, Fernerkundungstechniken weiterentwickeln und damit hydrologische Modellierungen sowie die Analyse sozio-ökonomischer Faktoren in einen neuen konzeptionellen Rahmen einbinden. So sollen bestehende Unsicherheiten bei der Analyse der Auswirkungen des Klimawandels reduziert werden. Ziel ist es, ein Risikobewertungsinstrument zu schaffen, mit dessen Hilfe die Verteilung der Wasserressourcen möglichst effektiv gesteuert werden kann.
“Wasser ist unser kostbarstes Gut und wird in Zukunft der Zankapfel benachbarter Regionen und Staaten sein”, sagt Ralf Ludwig. “Die Politik hat zwischenzeitlich erkannt, dass Konflikte um Wasser zur Realität werden. Mit unserer Forschungsarbeit wollen wir einen wichtigen Beitrag zur Vorbeugung von Konfliktsituationen leisten, indem wir verbesserte Projektionen zur künftigen Entwicklung des Wasserhaushalts im Mittelmeerraum ermöglichen. In einem weiteren Schritt werden wir, gemeinsam mit den Betroffenen vor Ort, Optionen zum nachhaltigen Management von Wasserressourcen in dieser vom Klimawandel stark betroffenen Region formulieren.”
Insgesamt sind 19 Partnerinstitutionen aus neun verschiedenen Ländern an CLIMB beteiligt. Neben Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich sind auch die fünf außereuropäischen Länder Ägypten, Kanada, Palästinensische Verwaltungsgebiete, Türkei und Tunesien in die Forschungsaktivitäten eingebunden. Die vier bayerischen Partner LMU, BayFOR GmbH, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie die VISTA GmbH erhalten insgesamt 1,1 Millionen Euro aus dem Etat, den die EU für CLIMB zur Verfügung stellt.
An sieben ausgewählten Flusseinzugsgebieten rund um das Mittelmeer (in Frankreich, Italien, Tunesien, Türkei, Ägypten und Gaza) werden die Wissenschaftler die Auswirkungen des Klimawandels auf die verfügbaren Wasserressourcen untersuchen. Die Europäische Kommission hat neben CLIMB noch zwei weitere Großprojekte initiiert, WASSERMed (Water Availability and Security in Southern Europe and the Mediterranean) und CLICO (Climate Change Hydro-Conflicts and Human Security), die mit CLIMB ein gemeinsames Cluster bilden sollen. Der geforderte interdisziplinäre Ansatz soll neben der Veränderung der natürlichen Ressourcen auch soziale und ökonomische Aspekte modellhaft berücksichtigen. Das Auftakttreffen für CLIMB findet im Rahmen der EU Science Fair Ende Januar in Kairo statt. Hier werden sich neben Wissenschaftlern der anderen beiden EU-Projekte auch hochrangige Vertreter der Europäischen Kommission in die Diskussion einbringen.
Flyer mit Infos zum Projekt CLIMB (PDF, engl.)
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Donnerstag 26. November 2009 von birdfish
Entscheidungsträger aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft können ab sofort in Mitteldeutschland Informationen zum Klimawandel aus erster Hand erhalten.
Elbehochwasser 2002, Wetterextreme nehmen zu – (c) André Künzelmann / UFZ
Das Mitteldeutsche Klimabüro nahm am Dienstag seine Arbeit in Leipzig offiziell auf. Es ist als Schnittstelle zum Wissenstransfer zwischen Anwendern und Wissenschaft konzipiert. Das Büro am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) ist eines von vier Klimabüros der Helmholtz-Gemeinschaft.
Die regionalen Klimabüros bündeln und vermitteln Forschungsergebnisse, die für klimaempfindliche Bereiche der jeweiligen Region besonders relevant sind. So liegen die Schwerpunkte des Norddeutschen Klimabüros bei Themen wie Stürmen, Sturmfluten und Seegang sowie Energie- und Wasserkreisläufen in Küstengebieten. Das Süddeutsche Klimabüro bietet Expertise zu kleinräumigen Extremereignissen wie Starkniederschlägen und Hochwasser an. Das Klimabüro für Polargebiete und Meeresspiegelanstieg deckt Fragestellungen zum Klimawandel in den Polargebieten ab, mit besonderem Augenmerk auf der Entwicklung der Eisschilde und des Permafrostes. Das Mitteldeutsche Klimabüro konzentriert sich auf natur- und sozialwissenschaftliche Aspekte des Klimawandels. Dies sind z.B. Wechselwirkungen zwischen Klimawandel und Landnutzung oder die Bewertung von Anpassungsmaßnahmen an die Folgen der Klimaänderung. Im Mitteldeutschen Raum ist bis zum Ende des Jahrhunderts vor allem mit weniger Sommerniederschlägen bei gleichzeitig höheren Temperaturen zu rechnen. “Dies wird eine der großen Herausforderungen für Wasserversorger, Land- und Forstwirtschaft sein”, so Dr. Andreas Marx, Koordinator des Klimabüros in Leipzig. Daneben würde sich aufgrund der höheren Temperaturen im Sommer eine größere Hitzebelastung für den Menschen einstellen. Im Winter hingegen könne durch die geringere Belastung des Immunsystems bei höheren Temperaturen mit einem positiven Effekt auf die Gesundheit gerechnet werden.
In Sachsen-Anhalt hat das Mitteldeutsche Klimabüro bereits vor der offiziellen Eröffnung seine Expertise in die Erarbeitung der Anpassungsstrategie des Landes an den Klimawandel eingebracht. “Diese Form der Zusammenarbeit und in weiterem Sinne auch Politikberatung ist ein Weg der direkten Einbeziehung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Erstellung von Plänen und Strategien auf Landesebene. Der Wissenszuwachs, der durch den Dialog zwischen dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt sowie dem Landesamt für Umweltschutz und dem mitteldeutschen Klimabüro entsteht, ist wertvoll für die Bewältigung der Herausforderungen im Bereich Anpassung an den Klimawandel”, so Brigitte Schwabe-Hagedorn, Leiterin des Referates Klimawandel/Klimaanpassung im Ministerium.
Die Klimabüros mit Sitz in Bremerhaven, Geesthacht, Karlsruhe und Leipzig sowie das Climate Service Center (CSC) in Hamburg sind Teil der Anstrengungen der Helmholtz-Gemeinschaft, die Klimaforschung zu intensivieren. Mit der Klimainitiative REKLIM werden beispielsweise die Kompetenzen verschiedener Helmholtz-Arbeitsgruppen gebündelt, um die Veränderungen des Klimas und insbesondere die damit verbundenen Folgen auf regionaler Ebene zu untersuchen. Dabei werden auch sozioökonomische Aspekte berücksichtigt, um zum Beispiel durch Kostenkalkulation und Abschätzung von Nutzen einzelner Maßnahmen konkrete Empfehlungen für Anpassungsoptionen geben zu können. So soll auch in Zukunft ein effizientes Wassermanagement sowie eine nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern und Agrarflächen ermöglicht werden.
Die Initiativen stehen im Einklang mit der Deutschen Anpassungsstrategie (DAS) an den Klimawandel, deren Grundlagen durch eine wissenschaftliche Vorbereitungskonferenz im August 2009 am UFZ gelegt wurden. Langfristiges Ziel ist dabei die Verminderung der Verletzlichkeit bzw. die Steigerung der Anpassungsfähigkeit natürlicher, gesellschaftlicher und ökonomischer Systeme an die unvermeidbaren Auswirkungen des globalen Klimawandels. So fordert die Strategie u.a.: “Hierzu sind mögliche langfristige Klimafolgen für Deutschland und seine Regionen zu benennen und zu konkretisieren.” Bis 2011 wird dazu ein Aktionsplan zur Anpassung erarbeitet.
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Dienstag 17. November 2009 von birdfish
Das Carbon Disclosure Project (CDP) führt Water Disclosure ein.
Der Wasser-Fußabdruck – (c) Simon de Trey-White / WWF-UK
Ab nächstem Jahr wird das Carbon Disclosure Project im Auftrag von 475 institutionellen Investoren Unternehmen nicht nur nach ihren Treibhausgas-Emissionen, sondern auch nach ihrer Wassernutzung fragen. Die 300 der weltweit größten Unternehmen in wasserintensiven Sektoren insbesondere die Chemiebranche, Nahrungsmittel- und Getränkehersteller, Bergbau, Pharmaindustrie, Energieerzeuger und Halbleiterbranche werden per Fragebogen aufgefordert, auf Wasserverbrauch bezogene Informationen sowie damit verbundene Risiken und Chancen für das eigene operative Geschäft, außerdem das unternehmensinterne Wasser-Management und Verbesserungsmaßnahmen zu veröffentlichen.
Dieses neue Programm ermöglicht Investoren ein besseres Verständnis von finanziellen Risiken, die mit Wasserknappheit oder anderen Wasser-bezogenen Problemen in Verbindung stehen. Globale Finanzinstitutionen wie NBIM, Schroders und APG unterstützen das neue Programm, denn Wasser beeinflusst bereits jetzt die Geschäftstätigkeit von Unternehmen und stellt einen zunehmend wichtigen Aspekt bei Investitionsentscheidungen dar.
Es ist eine unerlässliche Aufgabe für Unternehmen und Investoren, in einer Welt von Wasserknappheit die Risiken für den Unternehmenserfolg sowie damit verbundene Möglichkeiten zu evaluieren. CDP Water Disclosure wird essentiell dazu beitragen, den Kapitalfluss von Risiken weg und hin zu Lösungen zu lenken“, so Caspar von Blomberg, Geschäftsführer von CDP Deutschland.
Pilotprojekt: Wassermanagement findet statt – Defizite in der Zulieferkette
Der frisch veröffentlichte Bericht „The Case for Water Disclosure“, verfasst von der Beratungsfirma Irbaris, liefert Ergebnisse aus einem Pilotprojekt, bei dem 36% der angefragten 42 Unternehmen Informationen lieferten. Kernaussagen der Vorstudie sind, dass viele Unternehmen Informationen zu ihrer eigenen Wassernutzung liefern können und sogar ein Wassermanagement implementiert haben, allerdings ist nur ein Bruchteil über Wassernutzung in der Zuliefererkette informiert. Während nur knapp die Hälfte der antwortenden Unternehmen Wasser als einen Risikofaktor für das eigene Geschäft und die Zuliefererkette betrachtet, sehen mehr als die Hälfte im Umgang mit der Ressource Wasser unternehmerische Möglichkeiten.
Wasserknappkeit steigt zunehmend
Laut einer Studie der Vereinten Nationen (UN) wird im Jahr 2030 fast die Hälfte der Weltbevölkerung in Gegenden leben, in denen Wasserknappheit herrscht. Weniger als 1% der Weltwassermengen ist einfach zu erreichendes, frisches Wasser und die Effekte des Klimawandels, der wachsenden Weltbevölkerung, Urbanisierung, Pro-Kopf-Nachfrage und Altlastschäden werden zusätzlich Druck auf diese limitierte Ressource ausüben. Ein Großteil der Auswirkungen des Klimawandels wird durch die sich verändernden Verhältnisse der Verfügbarkeit und Nutzung von Wasser spürbar werden.
“Wir begrüßen, dass Investoren nach direkter und indirekter Wassernutzung und damit verbundenen Risiken von Unternehmen fragen. Die Einführung des CDP Water Disclosure treibt die Entwicklung von belastbaren Messmethoden in der Wassernutzung der Unternehmen und deren Zulieferer voran. Nur so können die Natur und die Wirtschaft Langfristig von einem besseren Wassermanagement profitieren“, kommentiert Martin Geiger, Leiter Süßwasser beim WWF Deutschland. Der WWF hat die Entwicklung des CDP Water Disclosure unterstützt.
Der Report “The Case for Water Disclosure” (PDF, engl.)
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