KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Millionen von Dürre in China betroffen – Regenfälle bringen nur teilweise Besserung

Donnerstag 9. Juni 2011 von birdfish

Teile des Gebietes des Jangtse Flusses in China leiden unter der schlimmsten Dürre seit rund 50 Jahren.

Ohne Wasser liegen die Terrassen am Jangtse trocken
Ohne Wasser liegen die Terrassen am Jangtse trocken – Foto: Mauri Rautkari / WWF-Canon

Seit März blieben in vielen Regionen die Regenfälle aus. Illegale und ineffiziente Wassernutzung und der Mangel an Abstimmung in Bezug auf die am Jangtse etablierte Wasserinfrastruktur verstärken die Auswirkungen der Wasserknappheit. Glücklicherweise nimmt seit Freitag dank starker Regenfälle die Trockenheit in einigen Regionen ab. Jedoch kam es in den Provinzen Guizhou, Jiangxi und Hunan stattdessen zu Hochwasser.

“Diese Dürre ist selbst für die Trockenheit gewohnten Provinzen Chinas dramatisch”, so Martin Geiger, Wasserexperte beim WWF Deutschland. “35 Millionen Menschen am Mittel- und Unterlauf des Jangtse sind betroffen, akuter Trinkwassermangel bedroht auch nach den starken Regenfällen noch über zwei Millionen Menschen.”

Nach offiziellen Angaben hat die Dürre bislang Schäden in Höhe von rund 2,3 Millionen US-Dollar verursacht. Der WWF hält diese Zahl aber für zu niedrig angesetzt, da neben der Landwirtschaft auch die Fischwirtschaft, die Wasserkraft und die Trinkwasserversorgung direkt betroffen sind. Langjährige Investitionen des WWF sind entlang des Mittel- und Unterlaufs des Jangtse zunichte gemacht.

“Es ist schwierig dieses Ereignis wissenschaftlich unmittelbar dem Klimawandel zuzuordnen, aber es könnte ein Vorbote dessen sein, was uns in Zukunft in China und vielen anderen trockenen Regionen dieser Welt ereilen könnte”, so Geiger. “Die aktuellen heftigen Regenfälle in Teilen der Jangtse-Region dürfen nicht dazu verleiten, jetzt diese Dürre ad acta zu legen und untätig die nächste abzuwarten.”

Der WWF hält es für dringend notwendig, Wasser vom Jangtse auch in betroffene Feuchtebiete zu leiten, die durch den Bau des Drei-Schluchten-Staudamms teilweise vom Wasser des Jangtse abgeschnitten wurden. Mittel- und langfristig muss China sein Wassermanagement deutlich verbessern und sich den Risiken von Trockenperioden besser anzupassen. Verantwortlich für die sich weiter verschärfende Wasserkrise in China ist neben den längeren Trockenperioden und Bodenerosion vor allem Wasserverschwendung. Seit 1949 hat sich der Wasserbrauch in China in etwa verfünffacht. Bis zu 70 Prozent des verbrauchten Wassers wird in der Landwirtschaft eingesetzt. Vor allem im trockenen Norden und am mittleren Jangtse ist man auf Bewässerungssysteme angewiesen. Aufgrund veralteter Bewässerungsanlagen und hoher Verdunstungsraten kommt höchstens die Hälfte des Wassers auf den Feldern an.

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Wasserknappheit wird zum Wachstumsrisiko – Wasserrisikofilter veröffentlicht

Donnerstag 7. April 2011 von birdfish

Nach einer aktuellen Studie vom WWF und der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) wird der Mangel an Süßwasser nicht nur zu einem zunehmenden ökologischen Risiko, sondern auch zu einem ökonomischen.

Wasserrisikofilter 2011
Wasserrisikofilter 2011 – Foto: WWF

Klimawandel, Bevölkerungswachstum und steigende Lebensstandards tragen dem Bericht zufolge dazu bei, dass der Druck vor allem in Entwicklungsländern auf die vorhandenen und ohnehin schon knappen Wasserressourcen weiter zunehme. Der Wassermangel bedrohe in Südostasien und Afrika ganze Ökosysteme und den Lebensstandard der Menschen vor Ort.

„Die Verfügbarkeit von Wasser wird auch für Unternehmen zu einem Entwicklungsengpass – mit dem Wasserrisikofilter haben wir jetzt ein Instrument entwickelt, Unternehmen diese Risiken aufzuzeigen und Unterstützung im Wassermanagement anzubieten“, erklärt Dr. Peter Thimme, Leiter Nachhaltige Entwicklung/Umwelt von der DEG. Der Zugang zu genügend Wasser in ausreichender Qualität sei somit von erheblichem wirtschaftlichem Wert. „Der nachhaltige Umgang mit Wasser ist für die Unternehmen eine Verantwortung gegenüber Ökosystemen und der lokalen Bevölkerung, die von eben diesem Wasser abhängen“, bekräftigt Martin Geiger, Leiter Süßwasser beim WWF Deutschland. Vor allem die Agrarindustrie sei in diesem Bereich gefordert, da sie immerhin 70 Prozent des weltweiten Wasserverbrauchs beanspruche. Wenn jetzt nicht gegengesteuert werde, seien in Zukunft Engpässe bei wasserintensiven Agrargütern und für die betroffenen Unternehmen wirtschaftliche Risiken zu erwarten, warnen WWF und DEG.

Der neu entwickelte „Wasserrisikofilter“ soll ähnlich einem Lackmus-Test dazu dienen, wasserbezogene Risiken frühzeitig zu erkennen und in Investitionsentscheidungen einzubeziehen. Zudem soll er Handlungsmöglichkeiten für Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Regionen aufzeigen, die von Risiken wie Wasserknappheit, -verschmutzung oder Überflutungen direkt oder in ihrer Zulieferkette bedroht sein könnten. Die DEG plant, einzelne Verbesserungsansätze in einem Anschlussprojekt konkret umzusetzen und aus Mitteln für Begleitmaßnahmen zu fördern. Auf diese Weise will der Entwicklungsfinanzierer die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen der sich verschärfenden Wasserkrise abfedern.

In das Projekt flossen mehr als 80 detaillierte und umfassende Länderinformationen zur jeweiligen Wassersituation sowie umfangreiches Kartenmaterial ein. Von über 300 untersuchten Unternehmen haben nach Angaben von DEG und WWF 191 hohe potentielle Risiken im Wasserbereich. Es gilt nun, diese Wasserrisiken durch konkrete Unterstützungsmaßnahmen zu  reduzieren.

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Neue EU Studie zur Bodenversiegelung – Gutes Siedlungsmanagement wäre sinnvoll

Freitag 21. Januar 2011 von birdfish

Die Europäische Umweltagentur (EEA) hat eine Studie zur Bodenversiegelung in Europa veröffentlicht.

Helsinki - weniger Versiegelung pro Einwohner
Helsinki – weniger Versiegelung pro Einwohner – Foto: Birgit Winter / Pixelio

Die hierfür ausgewerteten Satellitenbilder zeigen, dass in europäischen Städten der Versiegelungsgrad der Böden wie auch der Anteil versiegelter Böden pro Einwohner sehr unterschiedlich ausfällt.

Der Studie nach weist zum Beispiel Helsinki mit seinen rund einer Millionen Einwohnern und seinem weitläufigen Stadtgebiet relativ gering verdichtete Böden auf. Der Versiegelungsanteil pro Einwohner ist daher zwar hoch, doch können die Böden infolge des in weiten Teilen geringen und nur partiell hohen Versiegelungsgrades ihre ökosystemaren Funktionen eingeschränkt noch wahrnehmen. Die 1-Millionenstadt Sofia ist hingegen deutlich kompakter bebaut, so dass der Versiegelungsanteil pro Einwohner geringer, aber der Versiegelungsgrad der Böden insgesamt höher ist als in Helsinki.

Die Wissenschaftler machen in der Studie deutlich, dass ein geringer Anteil versiegelter Böden pro Einwohner und somit eine kompakte Bebauung zwar sinnvoll ist, da so der ökologische Fußabdruck pro Einwohner reduziert wird.  Dennoch können dicht versiegelte Böden dazu führen, dass sie ihre wichtigen ökosystemaren Funktionen, beispielsweise zur Verbesserung des Mikroklimas, der Wasserreinhaltung und -speicherung, nicht erfüllen kann. Vor dem Hintergrund klimawandelbedingter steigender Temperaturen und zunehmender Wetterextreme fordern die Wissenschaftler ein intelligentes Siedlungsmanagement in Städten. Bodenversiegelung müsse überall dort, wo sie nicht erforderlich sei, beispielsweise auf Parkplätzen und öffentlichen Plätzen, reduziert und zugleich Grünflächen und der städtische Baumbestand deutlich ausgeweitet werden.

Die Studie und weiterführende Informationen finden Sie auf der EEA-Website

Die Europäische Umweltagentur (EEA) hat eine Studie zur Bodenversiegelung in Europa veröffentlicht. Die hierfür ausgewerteten Satellitenbilder zeigen, dass in europäischen Städten der Versiegelungsgrad der Böden wie auch der Anteil versiegelter Böden pro Einwohner sehr unterschiedlich ausfällt.

Der Studie nach weist zum Beispiel Helsinki mit seinen rund einer Millionen Einwohnern und seinem weitläufigen Stadtgebiet relativ gering verdichtete Böden auf. Der Versiegelungsanteil pro Einwohner ist daher zwar hoch, doch können die Böden infolge des in weiten Teilen geringen und nur partiell hohen Versiegelungsgrades ihre ökosystemaren Funktionen eingeschränkt noch wahrnehmen. Die 1-Millionenstadt Sofia ist hingegen deutlich kompakter bebaut, so dass der Versiegelungsanteil pro Einwohner geringer, aber der Versiegelungsgrad der Böden insgesamt höher ist als in Helsinki.

Die Wissenschaftler machen in der Studie deutlich, dass ein geringer Anteil versiegelter Böden pro Einwohner und somit eine kompakte Bebauung zwar sinnvoll ist, da so der ökologische Fußabdruck pro Einwohner reduziert wird.  Dennoch können dicht versiegelte Böden dazu führen, dass sie ihre wichtigen ökosystemaren Funktionen, beispielsweise zur Verbesserung des Mikroklimas, der Wasserreinhaltung und -speicherung, nicht erfüllen kann. Vor dem Hintergrund klimawandelbedingter steigender Temperaturen und zunehmender Wetterextreme fordern die Wissenschaftler ein intelligentes Siedlungsmanagement in Städten. Bodenversiegelung müsse überall dort, wo sie nicht erforderlich sei, beispielsweise auf Parkplätzen und öffentlichen Plätzen, reduziert und zugleich Grünflächen und der städtische Baumbestand deutlich ausgeweitet werden. [jgl]


Studie und weiterführende Informationen: EEA-Seite

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Der Welthunger könnte um 20% zunehmen – Afrika wohl am schlimmsten betroffen

Montag 6. Dezember 2010 von birdfish

Dürreresistentere Pflanzen, verbessertes Wassermanagement, aber auch angepasste Institutionen: So könnte sich die Landwirtschaft nach Meinung internationaler Agrarökonomen an den Klimawandel anpassen.

Dürre in Afrika
Dürre und Überschwemmungen führen zunehmend zu Hunger in armen Ländern. – Foto: Dieter Schütz / Pixelio

Bei der dreitägigen Konferenz der European Association of Agricultural Economists (EAAE) trafen sich jetzt Forscher aus Europa, Afrika, Asien und Amerika an der Universität Hohenheim zu aktuellen Fragen, die sich aus dem Klimawandel für die Ernährungssicherung ergeben. Eine beunruhigende Erkenntnis: Afrika wird wahrscheinlich am stärksten unter den negativen Folgen des Klimawandels zu leiden haben. Die Ernährungssicherung und die Auswirkungen des Klimawandels gehören zu den Forschungsschwerpunkten der Universität Hohenheim.

Die sicherste wissenschaftliche Erkenntnis in Bezug auf den Klimawandel ist, dass Unsicherheiten und Schwankungen weiter zunehmen werden. Zwar sind sich die Experten einig, dass Temperaturen und die Niederschlagsmenge im globalen Durchschnitt zunehmen werden, doch detaillierte Vorhersagen zu Dauer, Stärke, Verlauf sowie die regionale Verteilung von Niederschlag und Trockenheit werden ungewisser. Die unsicheren Wetterverhältnisse der Zukunft sind besonders für Landwirte eine schwierige Herausforderung.

Auch über eine andere beunruhigende Erkenntnis herrschte unter den Agrarökonomen auf der EAAE-Konferenz Einigkeit: Afrika wird am meisten unter den negativen Folgen des Klimawandels zu leiden haben. Dort, wie auch auf den anderen Kontinenten, werden vor allem Arme, Hungernde sowie Menschen in ökonomischen und ökologischen Randgebieten betroffen sein. Die Forscher gehen davon aus, dass die Anzahl der chronisch unterernährten Menschen durch die Effekte des Klimawandels um ca. 20% steigen wird.

Die Landwirtschaft spielt hier eine Doppelrolle: Einerseits leidet sie unter dem Klimawandel, andererseits hat sie ihn mit verursacht. 70 bis 80% des globalen Wasserverbrauchs gehen in die landwirtschaftliche Produktion und sie verursacht 14% der Welt-CO2-Emmissionen. Dabei könnte die Landwirtschaft in den nördlichen Teilen der USA sowie in Nordeuropa sogar vom Klimawandel profitieren. Die Agrarökonomen sehen diese Landwirte in der Pflicht, ihr zusätzliches Potenzial zu nutzen, um die Verluste im Süden auszugleichen.

Da nur sehr unsichere Voraussagen darüber möglich sind, welche Gegenden künftig von Dürren oder Überschwemmungen heimgesucht werden, aber gleichzeitig an vielen Standorten mehr Schädlinge zu erwarten sind, müsse sich die Pflanzen- und Tierzucht nach Ansicht der Experten auf die Überwindung von gleichzeitig auftretenden multiplen Stressfaktoren ausrichten. Beispielsweise sollten die Kulturpflanzen so gezüchtet werden, dass sie in Zukunft widerstandsfähiger gegen bestimmte Krankheiten sind und gleichzeitig toleranter auf Dürreperioden reagieren.

Kontroverse: Weniger Fleisch für besseres Klima?

Die Forscher diskutierten auch die Frage, wie sich der Klimawandel durch die Vermeidungsstrategien beeinflussen lässt. Zum Beispiel dadurch, dass weltweit weniger Fleisch gegessen wird, um die klimaschädliche Tierproduktion zu verringern oder zumindest effektiver zu gestalten. Hier konnten sich die Forscher noch nicht darauf einigen, ob eine solche Forderung effizient ist. Es gelte zunächst effiziente Formen der Anpassung sowie der Vermeidung zu identifizieren und nur diese ökonomisch zu fördern.

Mit konsequenten Anpassungs- und Vermeidungsstrategien könnte die Zahl der zusätzlichen hungernden Menschen wieder aufgefangen und kompensiert werden, so der Konsens der Forscher. Jedoch würden entsprechende Maßnahmen zurzeit nur begrenzt umgesetzt.

Landwirtschaftliche Produktion besser absichern

Eine weitere zentrale Forschungsfrage war, wie sich die Landwirte selbst besser gegen die Auswirkungen des Klimawandels absichern und wie sie besser darauf reagieren können. Hier sei nach Auffassung der Wissenschaftler weitere Forschung unabdingbar. Insbesondere sollten die institutionellen Zusammenhänge untersucht werden, in denen sich die landwirtschaftlichen Haushalte bewegen.

Dabei sei zu klären, welche institutionellen Mechanismen, die Auswirkungen des Klimawandels abfedern könnten. So diskutierten die Forscher beispielsweise besondere Programme der Mikrofinanzierung, aber auch die Möglichkeiten von Ernteausfall-Versicherungen für die Landwirte in Entwicklungsländern.

Kernkompetenz der Universität Hohenheim seit 1818

Mit dem diesjährigen EAAE-Seminar war die Universität Hohenheim zum zweiten Mal Gastgeberin des internationalen Forschertreffens. Der Rektor der Universität Hohenheim, Prof. Dr. Hans-Peter Liebig, betonte in seiner Rede zur Eröffnung, die Universität Hohenheim komme damit ihrem Auftrag nach, die Auswirkungen von Klimaveränderungen auf die Ernährungssicherung zu untersuchen und realistische Perspektiven aufzuzeigen. Diesen Auftrag habe sie „von Beginn an nun schon seit fast 200 Jahren“. Damals waren es zwei besonders nasse Jahre, die zu Ernteausfällen und Hungersnöten führten, und Königin Katharina 1818 veranlassten die Ackerbauschule Hohenheim zu gründen, aus der sich schließlich die Universität Hohenheim entwickelte.

Hintergrund: European Association of Agricultural Economists (EAAE)

Die europäische Vereinigung der Agrarökonomen (European Association of Agricultural Economists – EAAE) veranstaltet in einem Drei-Jahres Rhythmus ein Seminar, das Themen der ländlichen und landwirtschaftlichen Entwicklung in Entwicklungsländern diskutiert. So hat dieses Seminar in den letzten Jahren an Forschungseinrichtungen in Montpellier (2007), Florence (2004), Wye-Kent (2001) und Wageningen (1998) stattgefunden. Nach 1992 war es dieses Jahr das erste Mal, dass die Universität Hohenheim wieder dieses Seminar erfolgreich ausgetragen hat.


Aktion Deutschland Hilft

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KLIMA 2010 – Klimawandel-Einfluss auf das Management weltweiter Wasserressourcen

Dienstag 19. Oktober 2010 von birdfish

Die Onlinekonferenz KLIMA 2010 / CLIMATE 2010 steht vor der Tür.

Klima 2010 Konferenz

Im Vorfeld der nächsten Runde der internationalen UN-Klimaschutzverhandlungen in Cancún/Mexico thematisiert die weltweite, wissenschaftliche und CO2-freundliche Konferenz die Frage, welchen Einfluss der Klimawandel auf das Management der weltweiten Wasserressourcen haben wird. Bereits zum dritten Mal wird die Klimakonferenz von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) organisiert.

Unter der Schirmherrschaft des Bundesumweltministers Röttgen können sich Forscher, Unternehmen, Behörden genauso wie die interessierte Öffentlichkeit auf der Konferenzplattform vom 1. bis 7. November 2010 über den Klimawandel informieren und miteinander diskutieren. Ziel der Online-Konferenz ist es, die Suche nach globalen und regionalen Lösungen gegen die Folgen des Klimawandels für die Wasserversorgung voranzutreiben und die Dringlichkeit der Thematik ins Licht der breiten Öffentlichkeit zu rücken.

Onlinekonferenz KLIMA 2010

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Effizientere Abwassertechnik spart Energie und kann CO2-Ausstoß erheblich senken

Donnerstag 16. September 2010 von birdfish

Bei der Abwasserbehandlung lassen sich nach einer Studie des Umweltbundesamtes (UBA) große Mengen an Kohlendioxid einsparen.

Alte Kläranlage
Investitionen in kommunale Klimaanlagen sollen Klima und Haushaltkasse schonen – Foto: Dieter Schütz / Pixelio

Durch Energieeffizienz-Maßnahmen sowie durch verbesserte Eigenenergieerzeugung lässt sich der Kohlendioxid-Ausstoß der Abwasserbehandlung in Deutschland um bis zu 40 Prozent senken. „Mit moderner Umwelttechnik können Abwasserbehandlungsanlagen einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Höhere Energieeffizienz und eine stärkere Nutzung von Klärgasen sind die Schlüssel für eine klimaverträgliche Abwassertechnologie“, erklärte UBA-Präsident Jochen Flasbarth.

Abwasserbehandlungsanlagen sind für 20 Prozent des Energiebedarfs in deutschen Städten und Gemeinden verantwortlich. Sie benötigen fast 4.400 Gigawattstunden (GWh/a) Strom pro Jahr und sind damit der größte Einzelenergieverbraucher vor Schulen, Krankenhäusern und anderen kommunalen Einrichtungen. Anders ausgedrückt: Die Jahresleistung eines modernen Kohlekraftwerks wird nur für das Betreiben von Abwasserbehandlungsanlagen benötigt. Pro Jahr entstehen so rund drei Millionen Tonnen des Klimagases Kohlendioxid. Dieser Energiebedarf lässt sich um über 20 Prozent senken. Darüber hinaus kann die Eigenenergieerzeugung der Abwasseranlagen im Betrieb verdoppelt bis vervierfacht werden. Damit könnten etwa 900 GWh Strom pro Jahr eingespart und somit rund 600.000 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen vermieden werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Steigerung der Energieeffizienz auf kommunalen Kläranlagen“ die im Auftrag des UBA erstellt wurde.

Die Studie untersucht die Wechselwirkungen von Energieoptimierung und Anlagenbetrieb und zeigt geeignete Ansatzpunkte zur Energieeffizienzsteigerung auf. Dabei vergleicht sie etablierte Verfahren mit neuer Technik und beschreibt vielversprechende Ansatzpunkte für eine energetische Optimierung besonders bei der Belüftung des Abwassers und bei der Behandlung des Klärschlamms. Zudem weist sie nach: Auch die Energiegewinnung ist für einen energieeffizienten Betrieb der Kläranlagen bedeutend. „Gelingt es, Klärgas besser zu gewinnen und zu verwerten, ließe sich die Stromerzeugung durch kommunale Kläranlagen nahezu verdoppeln. Auch dadurch ließen sich rund 600.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einsparen“, so Jochen Flasbarth.
Der neue Förderschwerpunkt „Energieeffiziente Abwasseranlagen“ bereichert das Umweltinnovationsprogramm des Bundesumweltministeriums. Gefördert werden innovative Konzepte zur Energieoptimierung und zum Ressourcenschutz in der Abwasserbehandlung. Das fängt an beim Abwassertransport in der Kanalisation und geht über die Behandlung des Abwassers bis hin zur Einleitung in die Gewässer. Weitere Aspekte sind die Abwärmenutzung im Kanalnetz, die Stromeinsparung und Energieerzeugung in Kläranlagen, die Erhöhung der Energieeffizienz sowie die Rückgewinnung von Rohstoffen aus dem Abwasser und dem Klärschlamm.

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Hochwasser: Die Renaturierung von Auen ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll

Freitag 20. August 2010 von birdfish

Die jüngsten Hochwasser an Neiße und Spree zeigen, dass Hochwasserschutzmaßnahmen weiter ein Thema bleiben werden.

Naturschutz ist Hochwasserschutz
Naturschutz ist Hochwasserschutz, der sich rechnet – Foto: Hanspeter Bolliger / Pixelio

Wie sich solch teure Maßnahmen, so gestalten lassen, dass Mensch und Natur optimal profitieren, zeigt eine gerade veröffentlichte Studie des Bundesamtes für Naturschutz (BfN). Wissenschaftler der TU Berlin konnten nachweisen, dass der Nutzen naturverträglicher Hochwasserschutzmaßnahmen die Kosten um den Faktor 3:1 überwiegt.

Naturverträgliche Hochwasserschutzmaßnahmen in Form von Deichrückverlegungen und Auenrenaturierungen rechnen sich damit auch volkswirtschaftlich: „Was für die Natur gut ist, zahlt sich so auch für die Bevölkerung aus“, kommentierte Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) das Ergebnis der Studie, die das Bundesamt in Auftrag gab. Bei traditionellen Kosten-Nutzen-Analysen schneiden Hochwasserschutzmaßnahmen, die auch dem Naturschutz zugute kommen, vergleichsweise schlecht ab, denn die Analysen betrachten nur die Hochwasser senkende Wirkung. Mit der vorliegenden Studie wurde eine Methodik erarbeitet, die auch die Wirkung der Auen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere, als Erholungsraum für die Menschen und als Filter für Schadstoffe und damit zusätzlich den ökonomischen Nutzen von verschiedenen Ökosystemfunktionen quantitativ erfasst. Ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 3:1 bedeutet, dass der monetäre Wert des ökologischen und ökonomischen Nutzens der Maßnahmen dreimal so hoch ist wie ihre Kosten.
In Anbetracht des zunehmenden Risikos von Schäden durch Überschwemmungen und des hohen Verlustes aktiver Auen in den vergangenen Jahrzehnten, stellt sich immer wieder die Frage, welche Hochwasserschutzmaßnahmen sinnvoll sind. Das Spektrum reicht von technisch geprägten Maßnahmen wie Deichbau und -sanierung bis hin zu Naturschutz fördernden Projekten wie Deichrückverlegungen, der Wiedergewinnung natürlicher Überschwemmungsflächen und einer Revitalisierung von Auen. Die Studie macht dabei deutlich, dass multifunktional ansetzende Maßnahmen, die neben dem Hochwasserschutz anderen Ökosystemfunktionen mit zugute kommen, auch volkswirtschaftlich gesehen einen höheren Nutzen bringen.
„Das Bundesamt für Naturschutz liefert mit der Studie ein Instrument, mit dem in Zukunft bei wasserbaulichen Entscheidungen auch die Ökosystemdienstleistungen quantifiziert berücksichtigt werden können“, sagte Beate Jessel. „Erweiterte Kosten-Nutzen-Analysen können bei Planungen, z. B. im Rahmen von Umweltverträglichkeitsprüfungen als Entscheidungshilfe für nachhaltige Lösungen dienen und für neue Transparenz sorgen“, erläuterte die BfN-Präsidentin.

Hintergrundinformationen

Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie erarbeiteten die Wissenschaftler der TU Berlin das methodische Grundgerüst und wendeten dieses am Fallbeispiel Elbe an. Die Forscher wählten einen ökonomischen Ansatz, um das Nutzen-Kosten-Verhältnis naturverträglicher Maßnahmen an der Elbe einschätzen zu können. Ein Wert über 1 bescheinigt dabei einen volkswirtschaftlichen Mehrwert. Die umfangreichste der untersuchten Deichrückverlegungsvarianten, bei der rund 35.000 Hektar Überflutungsflächen an der Elbe zurück gewonnen werden, erreicht einen positiven Wert von 3,1. Ein solches Programm würde durchschnittliche jährliche Kosten von 18 Millionen Euro verursachen. Der ermittelte Nutzen beläuft sich auf das Dreifache und setzt sich unter anderem aus den vermiedenen Hochwasserschäden von im Durchschnitt 6 Millionen Euro pro Jahr und den eingesparten Kosten durch eine Verkürzung der zu unterhaltenden Deichlinie von 5 Millionen Euro pro Jahr zusammen. Hinzu kommen die Einsparungen für ansonsten an anderer Stelle erforderliche Maßnahmen zur Minderung der Nährstofffracht der Elbe (z. B. durch Nutzungseinschränkungen in der Landwirtschaft oder Steigerung der Reinigungsleistung von Kläranlagen), die zur Erreichung der festgelegten Ziele der Wasserrahmenrichtlinie erforderlich sind, in Höhe von 16 Millionen Euro pro Jahr. Ferner berücksichtigten die Forscher die Wertschätzung der Bevölkerung für den Erhalt von natürlichen Auenlandschaften, die mittels der Zahlungsbereitschaft erfasst wurde, mit einem jährlichen Wert von 30 Millionen Euro.

Die Resultate der Kosten-Nutzen-Analyse zeigen deutlich: Betrachtet man nur die Hochwasserschutzwirkung würden naturverträgliche Deichrückverlegungen ein negatives Nutzen-Kosten-Verhältnis aufweisen. Berücksichtigen Entscheidungsträger auch den zusätzlichen Nutzen, der sich aus der Naturschutz- und Gewässerschutzwirkung von Deichrückverlegungen ergibt, ist mit einem positiven Nutzen-Kosten-Verhältnis zu rechnen. Deichrückverlegungen sind dann nicht nur naturschutzfachlich, sondern auch volkswirtschaftlich sinnvoll. Es ist davon auszugehen, dass eine begrenzte Zahl technischer Schutzmaßnahmen mit starker Hochwasserschutzwirkung an ausgewählten Stellen kombiniert mit großflächigen Auenreaktivierungen mit ihren vielfältigen ökologischen Vorteilen zu einem besonders wirkungsvollen und ökonomisch effizienten Schutzprogramm führen. Mit der Wiederherstellung von naturnahen Auen kann somit in Deutschland ein effizienter Beitrag zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt geleistet werden.
Mit der Studie verdeutlicht das BfN in einem konkreten Anwendungsfall den ökonomischen Wert von Naturschutz. Das Untersuchungsergebnis unterstreicht dabei auch die zentrale Aussage des TEEB-Berichtes (The Economics of Ecosystems and Biodiversity), dass sich Naturschutz volkswirtschaftlich lohnt. Das internationale Forschungsprojekt ermittelte, dass die Schutzgebiete der Erde jährlich Ökosystemdienstleistungen im Wert von 4,4 – 5,2 Bio. USD erbringen, wohingegen jährlich nur Investitionen in Höhe von etwa 45 Mrd. USD für den Erhalt der Ökosysteme notwendig wären. Der Forderung des TEEB-Berichtes, dass Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen in Zukunft deshalb bei allen relevanten Entscheidungen systematisch in Kosten-Nutzen-Analysen einbezogen werden müssen, kommt das BfN mit der Studie „Ökonomische Bewertung naturverträglicher Hochwasservorsorge an der Elbe und ihren Nebenflüssen“ entgegen.

Bezugshinweis: Die Studie ist erschienen im Landwirtschaftsverlag in der BfN Schriftenreihe unter dem Titel „Ökonomische Bewertung naturverträglicher Hochwasservorsorge an der Elbe“. Naturschutz und Biologische Vielfalt Heft 89.
Bezug über: BfN-Schriftenvertrieb im Landwirtschaftsverlag, 48084 Münster, ISBN 978-3-7843-3989-4

Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Infos zum TEEB-Bericht

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Handlungsprogramm zum Klimaschutz: München soll Modellcharakter erhalten

Mittwoch 30. Juni 2010 von birdfish

Zu einer der bundesweit klimafreundlichsten Kommunen will sich die Landeshauptstadt München entwickeln.

München will Vorzeigestadt sein
München will Vorzeigestadt sein – Foto: H. E. Balling / pixelio.de

Mit dem von Bürgermeister Hep Monatzeder angestoßenen und unter Federführung des Referats für Gesundheit und Umwelt erarbeiteten Projekt „Integriertes Handlungsprogramm Klimaschutz in München“ (IHKM), das jetzt vom Stadtrat beschlossen wurde, will die Landeshauptstadt klimapolitischen Herausforderungen langfristig begegnen und die CO2-Emissionen in München drastisch reduzieren. Koordiniert wird das IHKM vom Referat für Gesundheit und Umwelt. In einem ersten Schritt sollen zwischen 2010 und 2012 in der Landeshauptstadt insgesamt mehr als 500.000 Tonnen CO2 eingespart werden. „Das ist ehrgeizig, aber nicht unmöglich. Zumal wir trotz der schwierigen Haushaltslage die dafür notwendigen Ressourcen vom Stadtrat bewilligt bekommen haben“, sagte Hep Monatzeder.

Ziel des Handlungsprogramms:
Ziel ist, wie bereits am 17. Dezember 2008 vom Stadtrat beschlossen, die CO2-Emissionen in München pro Kopf alle fünf Jahre um zehn Prozent zu reduzieren. Bis spätestens 2030 sollen die CO2-Emissionen pro Kopf in der Landeshauptstadt gegenüber 1990 halbiert und so jährlich 3,15 Tonnen pro Einwohnerin und Einwohner eingespart werden. Zum Vergleich: Das letzte CO2 – Monitoring bezifferte für das Jahr 2006 einen CO2-Ausstoß von 7,1 Tonnen pro Einwohnerin und Einwohner. „Die Landeshauptstadt muss mit gutem Beispiel vorangehen, um alle für den Klimaschutz mit ins Boot zu holen“, so Joachim Lorenz, Referent für Gesundheit und Umwelt. Die Vorhaben, die im IHKM aufgelistet sind, sollen nun von der Stadtverwaltung und städtischen Beteiligungsgesellschaften in den kommenden Jahren umgesetzt werden.

Weitere Informationen entnimmt man dem Mitteilungsblatt der Stadt  (PDF, ab Seite 4)

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