KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Anpassung – Deutsche Anpassungsstrategie

Mittwoch 24. Juni 2009 von birdfish

Anpassungsstrategien an den Klimawandel für Deutschland und im europäischen Vergleich.

Die Maßnahmen stecken noch in den Kinderschuhen. Europaweit gibt es für Maßnahmenpläne keine Kosten-Nutzen-Aufstellungen. Projekte müssen besser kontrolliert und sollten zur Effizienzsteigerung und Kostenminimierung  staatenübergreifend  koordiniert werden.

Allgemein

Die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel in der Fassung von 12/2009 (Diverse PDF-Dateien vom Bundesumweltministerium)

Eine Studie zu europäischen Anpassungsstrategien im Vergleich:
Die PEER-Studie “Europe Adapts to Climate Change: Comparing National Adaptation Strategies.” (engl. / PDF)


Tourismus
Alpen

Wie sich Gäste und Anbieter im Alpenraum an den Klimawandel anpassen

Tourismusforscher aus dem deutschsprachigen Alpenraum stellten Mitte April 2011 Ergebnisse aus dem EU-Projekt ClimAlpTour an der Hochschule München vor. Neue Fakten zu Nachfrage und Markt wurden dabei präsentiert. ClimAlpTour zielt auf Strategien ab, wie Tourismusregionen sich dem Klimawandel stellen können.

Insgesamt arbeiten im Projekt 17 Partner, davon elf Forschungsinstitute mit 22 Modellregionen aus dem gesamten Alpenraum zusammen. Rund 50 Fachleute waren der Einladung der Fakultät für Tourismus an die Hochschule München gefolgt, darunter Wissenschaftler ebenso wie Vertreter aller wichtigen Teilbranchen des alpinen Tourismus: Bergbahnbetreiber, Destinationentwickler, Hoteliers, Veranstalter, Regionalpolitiker, Naturschützer und Verbraucher. Die Forscher stellten Ergebnisse der angewandten wissenschaftlichen Forschung (Delphi-Studie, Quellmarktbefragung, Netzwerkanalyse) sowie aus Workshops mit Praktikern in Tirol, Wallis/Graubünden, Bayern und Südtirol vor. Die Erfahrungen aus verschiedensten alpinen Tourismusregionen, die sich in Höhe, Lage, bestehender Infrastruktur, ökonomischem Wohlstand, aber auch durch mehr oder weniger gute Zusammenarbeit vor Ort unterscheiden, wurden diskutiert. Eines der Ergebnisse lautete: Anbieter sollten versuchen, die Klimawirkung innerhalb dieser Angebote zu optimieren, anstatt Klimaschutz als Hauptaspekt zu vermarkten. [...]

Hier  der vollständige Artikel der Münchner Hochschule (PDF)

Hier ein Artikel zu den ersten Forschungsergebnisse im EU-Forschungsprojekt „ClimAlpTour“ (PDF)

Wintersport

GIS-KliSchee – Anpassung des Wintersporttourismus in den deutschen Mittelgebirgen an Klimawandel und Witterungsvariabilität

In den deutschen Mittelgebirgsregionen ist der Wintertourismus traditionell der wichtigste Wirtschaftsfaktor, der maßgeblich die wirtschaftliche Prosperität und die Entwicklung dieser Gebirgsräume beeinflusst. Die Adaption an die zu erwartenden klimatischen Veränderungen im Schneesport ist zukünftig zwingend in raumbezogenen Entwicklungskonzepten und Planungsaufgaben zu berücksichtigen.

GIS-KliSchee Projekt-Website


Küstenschutz

Küstenschutzbedarf an der deutschen Nordsee – heute und in Zukunft

Die interaktive Karte des Norddeutschen Klimabüros zeigt auf der Basis der Sturmflut vom 16. / 17. Februar 1962, welche Regionen in Norddeutschland heute durch Küstenschutzmaßnahmen vor Sturmfluten geschützt werden. Zusätzlich können Sie sich anzeigen lassen, welche Gebiete Ende des 21. Jahrhunderts voraussichtlich zusätzlich geschützt werden müssen, weil bis dahin hohe Sturmfluten, wie beispielsweise die Sturmflut von 16. / 17. Februar 1962, bis 2100 durch den Meeresspiegelanstieg und ein verändertes Windklima bis zu 1,1 m höher auflaufen könnten. Hierfür können Sie auch eine entsprechende Postleitzahl in die Suche einfügen.

Interaktive Karte zum Küstenschutzbedarf an der deutschen Nordsee


Regionale Anpassungsstrategien für die deutsche Ostseeküste

Ziel des RADOST-Vorhabens ist es, Anpassungsstrategien für die deutsche Ostseeküstenregion im Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft zu erarbeiten. Dabei geht es gleichermaßen darum, Schaden für Wirtschaft, Gesellschaft und Natur zu minimieren und mit dem Wandel verbundene Entwicklungschancen optimal zu nutzen. Ein weiteres Ziel ist die dauerhafte Stärkung von Akteursnetzwerken und Kommunikationsstrukturen, auch über die Region hinaus.

RADOST-Website


Hochwasserschutz: Intelligente Deiche sollen eigenständig vor Hochwassergefahr warnen

Eingebaute Sensoren beobachten die Stabilität von Deichen. Die selbst steuernde Software kann Gefahrensituationen vorhersagen, damit rechtzeitig Maßnahmen ergriffen werden.
Siemens entwickelt in Europa intelligente Deiche als Maßnahme vor der Klimawandelfolge Hochwasser.

Zum klima-media-Artikel vom 18.01.2011


Nordfriesische Halligen: Forscher entwickeln Strategien

Wissenschaftler aus Siegen, Aachen, Göttingen und Schleswig-Holstein entwickeln Konzepte zur Sicherung der Halligen.

Halligen sind noch nicht für den Klimawandel gewappnet
Halligen sind noch nicht für den Klimawandel gewappnet – Foto: Irene Lehmann / Pixelio

Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens sollen zum dauerhaften Schutz der Weltnaturerbes Wattenmeer beitragen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt mit rund 1 Million Euro. Die Koordination erfolgt durch das Forschungsinstitut Wasser und Umwelt (fwu) der Universität Siegen.

Zum klima-media-Artikel vom 07.01.2011


Regional / Lokal
Süddeutschland / Alpen

EU-Projekt WINALP: Forschung zum Schutz der Bergwälder in den Nordalpen

Drei Jahre wurde im Rahmen des EU-Projekts WINALP (Waldinformationssystem Nordalpen) geforscht.
Im September 2011 wurden die Ergebnisse präsentiert unter dem Motto  “Wissen zum Schutz der Bergwälder – eine grenzüberschreitende Aufgabe”.

Das Ziel von WINALP ist es, das Wissen zum Schutz der Bergwälder zu erweitern, um drängende Fragen zu den Folgen des Klimawandels zu beantworten und Grundlagen zur optimalen Waldbewirtschaftung zu erarbeiten.
München – Die Bergwälder der Nordalpen sind eines der faszinierendsten Ökosysteme Europas. Ihre Funktionen für die nächsten Generationen zu erhalten, ist für Bürger, Behörden und Wirtschaft der Region eine Überlebensfrage. Bisher fehlten Försterinnen und Förstern aber flächendeckende Standortinformationen, um eine optimale Pflege zu garantieren und Faktoren wie den Klimawandel zu berücksichtigen. Einen großen Beitrag zu diesen umfassenden, dringend benötigten Daten leistet jetzt WINALP mit seinen Forschungsergebnissen. Wie viel Nährstoffe, Wasser und Wärme stehen den Wäldern zur Verfügung? Welche Baumarten sind geeignet? Werden sie bei einer Klimaänderung bestehen? „Diese Fragen können wir jetzt detailliert für das ganze Gebiet der Nordalpen beantworten,“ so der Koordinator des Projekts, Prof. Dr. Jörg Ewald von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

Zum Forschungsprojekt WINALP


Brandenburg / Berlin

Das INKA BB (Innovationsnetzwerk Klimaanpassung Brandenburg Berlin) hat sich das Ziel gesetzt, Unter­neh­mer und deren Interessenvertretungen sowie poli­tisch-administrative Entscheidungsträger in die Lage zu versetzen,

  • innovativ mit klimawandelbedingten Chancen und Risiken der Landnutzung und des Wasser- und Gesundheitsmanagements umzugehen,
  • geeignete Anpassungsstrategien in der Koope­ration von Wissenschaft und Praxis zu entwi­ckeln und dauerhaft zu implementieren
  • erprobte Anpassungsstrategien politisch admi­nistrativ oder institutionell zu unterstützen.

Mitteldeutschland

Das Mitteldeutsche Klimabüro konzentriert sich auf natur- und sozialwissenschaftliche Aspekte des Klimawandels. Dies sind z.B. Wechselwirkungen zwischen Klimawandel und Landnutzung oder die Bewertung von Anpassungsmaßnahmen an die Folgen der Klimaänderung. Im Mitteldeutschen Raum ist bis zum Ende des Jahrhunderts vor allem mit weniger Sommerniederschlägen bei gleichzeitig höheren Temperaturen zu rechnen.

Das Mitteldeutsche Klimabüro am UFZ


Sachsen-Anhalt

Der Klimawandel könnte in einigen Regionen des Bundeslandes Sachsen-Anhalt die Trockenheit im Sommer verschärfen und die Neubildung von Grundwasser mindern.

Während die Forstwirtschaft zunächst profitieren könnte, muss in der Landwirtschaft mit leicht abnehmenden Erträgen gerechnet werden. Wasser könnte in Sachsen-Anhalt zu einer kostbaren Ressource werden.

PIK-Studie zum Anpassungsbedarf: „Klimawandel in Sachsen-Anhalt“


Kosten der Klimaanpassung im Wasserbereich bisher unsicher

Seit der Wende hat sich der Trinkwasserverbrauch in Sachsen-Anhalt auf ein Drittel verringert, weil die Bevölkerung um eine halbe Million gesunken ist, aus Kostengründen mehr Wasser eingespart wird und durch die Modernisierung des Leitungsnetzes weniger Verluste entstehen. Aus Sicht der Umweltökonomen steht einer entsprechenden Anpassung des Leitungsnetzes durch die Wasserversorger jedoch der anhaltend hohe Wasserbedarf in den Sommermonaten entgegen.

Der Klimawandel spielt bei den Planungen der Wasserversorger in Sachsen-Anhalt noch eine untergeordnete Rolle. Stattdessen steht bislang die Anpassung an die durch den Bevölkerungsrückgang und das veränderte Verbrauchsverhalten rückläufige Wassernachfrage im Mittelpunkt der Überlegungen. Insgesamt seien die Anpassungskosten im Wasserbereich auf Grundlage der bestehenden Datenlage nur schwer abzuschätzen, schreiben Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung im Fachblatt „Wasser und Abfall“. [...]

Kompletter Artikel des UFZ vom 1.12.11


Stand: Dezember 2011

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Wasserstrategien in Zentralasien sichern die Zukunft und lösen regionale Konflikte

Mittwoch 27. Mai 2009 von birdfish

Ein Forschungsprojekt der EU entwickelt Bewirtschaftungsstrategien für Zentralasien angesichts knapper werdender Wasserressourcen in der Zukunft.

Amu Darya Delta

Amu Darya Delta
Foto: NASA

Die weltweiten Wasserressourcen werden knapper. Ursachen dafür sind der Klimawandel, das zunehmende Bevölkerungswachstum, die steigende Industrialisierung und die intensivierte Agrarproduktion. Um zumindest die Grundversorgung mit Wasser zu sichern, muss das Wassermanagement in den Krisenregionen der Welt deutlich verbessert werden. Mit der Entwicklung eines solchen grenzübergreifenden Wasserressourcen-Managements am Beispiel Zentralasiens haben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Leibniz Universität Hannover seit 2005 in dem Projekt Jayhun befasst. Die Europäische Union förderte das Vorhaben, das jetzt abgeschlossen ist, mit 1,1 Millionen Euro. Neben Forscherinnen und Forschern des Instituts für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik waren Wissenschaftler aus Usbekistan, Russland, Tadschikistan, Kasachstan, Frankreich und Großbritannien beteiligt.

Hauptziel des EU-Projekts war die Bestimmung der aktuellen und zukünftigen Wasserverfügbarkeit im Amu Darya Basin und eine Bewertung lokaler Risiken und ihrer Auswirkungen auf das Wassermanagement.  Beispiel für ein lokales Risiko sind die Folgen der globalen Erwärmung für Schnee und Gletscherschmelze und das dadurch veränderte Abflussverhalten der Flüsse. Gleichzeitig wollte das Forscherteam Empfehlungen zur Umsetzung nachhaltiger Managementstrategien entwickeln, die den Verantwortlichen in der Region helfen sollten, mit den veränderten Lebensbedingungen umzugehen. Das Jayhun Projekt bietet eine Spezifizierung und Bewertung der gegenwärtigen Wasserkonflikte. Das Forscherteam hat angepasste Bewirtschaftungsstrategien für den Amu Darya entwickelt und trägt somit zu einer Minimierung des lokalen Konflikts aller Anrainerstaaten bei.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickelten unter Berücksichtigung der hydrologischen Veränderungen infolge regionaler Temperaturanstiege mehrere Methoden, mit denen die Verantwortlichen auf die Krisensituation reagieren könnten. So sollten die Landwirte ihre Be- und Entwässerungstechniken anpassen, optimieren und das entsprechende Kanalnetz weiter warten und sanieren. Weiter empfehlen die Forscher, die landwirtschaftlichen Wasserentnahmen zu limitieren, insbesondere in Trockenzeiten. Das Management von Talsperren müsste an diese Vorgaben angepasst werden. Im Mittelpunkt stand daher die aktive Einbindung von lokalen Ministerien, Institutionen und Forschungseinrichtungen in die Erarbeitung angepasster Lösungsstrategien für ein effizientes Wassermanagement, insbesondere in Dürrejahren. “Das lokale Wassermanagement bedarf einer sofortigen Anpassung, da die jetzigen Dürrejahre zukünftig zur Regel werden”, sagt Dipl.-Ing. Oliver Olsson vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik, der das Projekt koordiniert hat.

Gemessen an der durchschnittlichen Wassermenge der Flussläufe und an den nutzbaren Grundwasservorkommen, dürfte Wasser in Zentralasien gegenwärtig keine Mangelressource sein. Die Hauptströme Syr Darya und Amu Darya, die in den Hochgebirgen Tienshan und Pamir entstehen, könnten auch in trockenen Jahren genug Wasser mit sich führen. Es gibt jedoch einige Faktoren, die die Wassermenge beeinflussen. Dies sind vor allem die klimatischen Bedingungen – in der Region herrscht ein trockenes und dürres Klima vor.

Gletscherabfluss Usbekistan
Gletscherabfluss im Nurataugebirge im Nordosten Usbekistans nahe der kasachischen Grenze
(c) ich / Pixelio

Das Amu Darya Flussgebiet gehört zum Aralseebecken in Zentralasien, das weltweit bekannt wurde durch das Zusammenschrumpfen des Aralsees und dem damit verbundenen Verlust des viertgrößten Süßwassersees der Erde. Dieser Verlust hat weitreichende Folgen für Umwelt und Menschen in der Region. Ein unzureichendes Wassermanagement, ländliche Armut, Gesundheitsprobleme aufgrund der immer schlechter werdenden Wasserversorgung – die Region und ihre Bewohner haben mit zahlreichen Problemen zu kämpfen.

Hinzu kommen eine staatlich gelenkte Agrarproduktion, marode Bewässerungssysteme und ein hohes Bevölkerungswachstum. Diese Faktoren haben Wasser zu einem äußerst knappen Gut gemacht, das nicht effizient genug bewirtschaftet wird. Während im Oberlauf des Amu Darya (Tadschikistan) die Energiegewinnung aus Wasserkraft im Vordergrund steht, liegt der Fokus im Unterlauf (Afghanistan, Usbekistan und Turkmenistan) überwiegend auf der Produktion von Baumwolle, Reis und Weizen, die einen extrem hohen Wasserbedarf haben. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde das ehemals von Moskau zentral gesteuerte System der Wasserversorgung internationalisiert.

Seitdem steht Wasserpolitik in Zentralasien unter dem Einfluss zum Teil gegensätzlicher einzelstaatlicher Entwicklungsinteressen. Daher gilt Zentralasien weltweit als die Region mit dem höchsten Konfliktpotenzial, was die Nutzung der natürlichen Wasserressourcen anbelangt. Die Ausweitung des Baumwollanbaus sollte nach Ansicht des Forscherteams gestoppt werden. An einen völligen Verzicht auf den Anbau ist momentan allerdings nicht zu denken, weil Baumwolle zurzeit der Hauptdevisenbringer des Staates ist. Die Chancen, dass die Verantwortlichen zumindest einige Anregungen umsetzen, stehen nicht schlecht. “Den Menschen ist bewusst, dass sie sich arrangieren und anpassen müssen”, sagt Oliver Olsson.

Website der Leibniz Universität Hannover – Abteilung Wassermanagement des Instituts  für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik  (engl.)

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Verbände fordern Abbau von Rußemissionen in Hamburg für Gesundheit und Klimaschutz

Mittwoch 20. Mai 2009 von birdfish

Die Kampagne “Rußfrei fürs Klima” hat Bausteine für eine verkehrspolitische Strategie für Hamburg vorgelegt, die zum Abbau gesundheits- und klimaschädlicher Emissionen aus dem Verkehr führen.

Hamburger Frachthafen
Hamburger Frachthafen
(c) klaas hartz / Pixelio

Hamburg reklamiert für sich eine Führungsrolle beim Klimaschutz und wurde deshalb Anfang 2009 von der EU-Kommission zur “European Green Capital 2011″ gekürt, zu Europas Grüner Hauptstadt – auch deshalb, weil die Stadt seinen Treibhausgas-Ausstoß deutlich reduzieren möchte.

Nach Ansicht der Umweltverbände dürfe Hamburg seine Anstrengungen nicht auf die Einsparung von Kohlendioxid beschränken, sondern müsse auch klimaschädliche Rußemissionen aus Dieselmotoren in die Klimaschutz- und Verkehrspolitik integrieren. In diesem Bereich stehe Hamburg bislang jedoch leider noch ganz am Anfang. Hintergrund der Forderung der Verbändekampagne sind neueste wissenschaftliche Erkenntnisse, die eindeutig belegen, dass Rußpartikel schädlich für das Klima sind.

Laut Dr. Axel Friedrich, internationaler Verkehrsexperte, ist Ruß (engl. Black Carbon) mittlerweile in der Fachwelt neben Kohlendioxid als wesentlicher Klimatreiber identifiziert. Verkehr ist in Europa der Hauptverursacher von klimaschädlichem Dieselruß und mitverantwortlich für das beunruhigend schnelle Abschmelzen des Nordpoleises. “Wir müssen schnell handeln, um die Rußemissionen flächendeckend drastisch zu verringern. Der erste Schritt ist das Nachrüsten aller Dieselmotoren mit wirksamen Rußfiltern, also nicht nur bei Pkw und Nutzfahrzeugen, sondern auch bei stationären Maschinen, Schienenfahrzeugen und Schiffsmotoren, die mit Diesel betrieben werden”, so Friedrich.

Die bisherige Politik der Stadt Hamburg zur Reduktion von Ruß sei unzureichend, sagt auch Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg kritisiert: “Hamburg ruht sich zu sehr auf den relativ niedrigen Feinstaubmesswerten (PM 10) der letzten beiden Jahre aus. Dabei wird unterschlagen, dass der Hamburger Feinstaub einen hohen Anteil der besonders kritischen Fraktion von lungengängigen Partikeln (PM 2,5) enthält. Diese Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung und die neuen Erkenntnisse zur Klimawirksamkeit von Ruß dulden keine Ausreden mehr. Hamburg braucht ab 2010 eine Umweltzone, die mindestens den Ring 2 und die Veddel umfasst und die wie in Berlin zügig auf die grüne Plakette übergeht.” Um den BürgerInnen Alternativen zum Auto zu bieten, sei es an Hamburg seine Rad- und Nahverkehrsplanungen konsequent voranzutreiben. Der Erste Bürgermeister von Beust und Umweltsenatorin Hajduk müssten den Mut haben, den Verkehr inklusive der Schifffahrt als Hauptverursacher der Probleme in Hamburg umzugestalten und den Klima- und Gesundheitsschutz zur Chefsache zu machen.

Alexander Porschke, Vorstand für Politik des NABU-Hamburg verlangt vom Hamburger Senat Unterstützung auf nationaler und internationaler Ebene. Außerdem sollte Hamburg seine lokalen Möglichkeiten zur Minderung der Rußbelastungen aus dem Schiffsverkehr nutzen: “Rußschleudern sollten im Hafen deutlich mehr zahlen als Schiffe, die beispielsweise durch Partikelfilter ihre Emissionen reduziert haben. Rücksichtslosigkeit gegen Gesundheits- und Klimaschutz darf sich auch in der Schifffahrt nicht weiter lohnen“, forderte Porschke.

Darüber hinaus sollte Hamburg umgehend Landstromanschlüsse für die großen Schiffe schaffen und ihre Nutzung vorschreiben sowie bei der lokalen Flussschiffahrt für den Einsatz von Rußfiltern sorgen. “Wir werden die gleichen Forderungen auch in Bremen erheben, damit der Hafen sich keine Sorgen um seine Wettbewerbsfähigkeit machen muss”, verspricht Porschke.

Als Vertreter der Kampagne betonte Dietmar Oeliger, NABU-Verkehrsexperte, dass sich Hamburg an Berlin ein Beispiel nehmen müsse. Dort konnten die Rußemissionen seit Einführung der Umweltzone Anfang 2008 um ein Viertel gesenkt werden. “Die Berliner Erfahrungen zeigen: Umweltzonen sind ein wirksames Instrument für Klimaschutz und Gesundheitsvorsorge. Hamburg muss mit umfassenden Maßnahmen auch im Hafenbereich nachlegen, sonst hat es den Titel Umwelthauptstadt nicht verdient”, so Oeliger.

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Verbesserte Nutzung von Regenwasser könnte künftig Ernährungskrisen eindämmen

Donnerstag 7. Mai 2009 von birdfish

Wenn die gesamten Süßwasserressourcen in Flussgebieten besser bewirtschaftet würden, könnte das künftige Ernährungskrisen eindämmen, berichten Forscher vom Stockholm Resilience Centre an der schwedischen Universität Stockholm, vom Stockholm Environment Institute und vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

Regenwasser auf Ackerland
(c) Gabi Schoenemann / Pixelio

Die Herausforderung, unter den Auswirkungen des Klimawandels den Wasserbedarf der schnell wachsenden Weltbevölkerung zu decken, könnte leichter zu bewältigen sein, als vielfach berichtet wird. Die Analyse eines schwedisch-deutschen Forscherteams zeigt erstmals auf, welche Möglichkeiten bestehen, sowohl so genanntes grünes als auch so genanntes blaues Wasser effektiv zu nutzen, um sich an den Klimawandel anpassen und die künftige Weltbevölkerung ernähren zu können. Die Studie wurde kürzlich in der Fachzeitschrift „Water Resources Research“ veröffentlicht.

Im gegenwärtigen Wassermanagement wird nur blaues Wasser berücksichtigt,  also in Flüssen und Seen vorhandenes Wasser und Grundwasser. Laut der Forscher begrenze das die Handlungsmöglichkeiten, zunehmender Wasserknappheit bzw. den Wasserrisiken zu begegnen, die mit dem Klimawandel einhergehen. Nach gegenwärtigen Schätzungen sind weltweit drei Milliarden Menschen von Wasserknappheit betroffen. Die neue Analyse der Forscher berücksichtigt indes auch grünes Wasser –  im Boden gespeichertes Regenwasser. Nach dieser Betrachtung sind nur eine Milliarde Menschen von Wasserknappheit betroffen. Darüber hinaus zeigt die Analyse, dass kluges Wassermanagement Milliarden Menschen vor Wasserarmut bewahren kann.

„Das eröffnet neue Perspektiven für Investitionen zur  Anpassung an den Klimawandel und auch Möglichkeiten für eine dringend benötigte grüne Revolution in den armen Ländern der Welt“, berichten die Forscher. Ihre Analyse zeige, dass viele wasserarme Länder genügend Lebensmittel für ihre Bevölkerungen produzieren können, wenn grünes Wasser berücksichtigt und entsprechend bewirtschaftet würde. Der Artikel mit dem Titel „Future water availability for global food production: The potential of green water for increasing resilience to global change“ verändert grundsätzlich die Abschätzungen zukünftiger weltweiter Wasserknappheiten.

„Die Diskussion um Wasserarmut in verschiedenen Regionen beschränkt sich weitgehend auf die Abwesenheit von Wasser, anstatt die Nutzungsmöglichkeiten allen vorhandenen Wassers zu berücksichtigen“, sagt der Leitautor der Studie, Johan Rockström vom Stockholm Environment Institute und dem Stockholm Resilience Centre. „Wir haben neueste Methoden der hydrologischen Modellierung und aktuelle Klimaszenarien angewendet, um bis zum lokalen Maßstab hinab abschätzen zu können, wie viel Wasser den Bauern zur Landwirtschaft zur Verfügung steht. Das führt normalerweise zu sehr düsteren Prognosen, da lediglich für die Bewässerung nutzbares blaues Wasser berücksichtigt wird. Wir haben nun Niederschlagswasser mitberücksichtigt, das vom Boden aufgenommen wird und das die Grundlage für die gesamte unbewässerte Landwirtschaft ist. Wir zeigen auch auf, wo enorme Reserven blauen und grünen Wassers unproduktiv verloren gehen.“

Aufgedeckte Reserven stärken Anpassungsfähigkeit

Die Studie belegt, dass verbessertes Management grünen Wassers der Ausgangspunkt für eine neue grüne Revolution sein könnte. Es könnte zudem die Verwundbarkeit gegenüber Überschwemmungen, Dürren und Trockenperioden durch den menschgemachten Klimawandel mindern.

„Wir zeigen, wie Investitionen in vorhandene Technologien und ein verbessertes Management grünen Wassers klimafestere Anbaupraktiken voranbringen kann, die eine stabilere Nahrungsversorgung ermöglichen“, sagt Holger Hoff, Forscher am PIK. Viele Länder, die bislang als chronisch wasserarm eingestuft werden, hätten genug blaues und grünes Wasser, um die Grundernährung ihrer Bevölkerungen zu sichern. In Kenia zum Beispiel gebe es große Reserven bislang ineffizient oder gar nicht genutzten grünen Wassers. „Wenn die Nutzung blauen und grünen Wassers gut geregelt wird, könnte das Land bis zum Jahr 2050 und trotz Klimawandels Wasserknappheit vermeiden“, sagt Hoff.

Handlungsmöglichkeiten bestehen, haben aber ihre Grenzen

Ziel der Forschungsarbeit war festzustellen, inwieweit verschiedene Länder ihren jetzigen und ihren zukünftigen Wasserbedarf für die Nahrungsmittelproduktion decken können, indem sie alles verfügbare blaue und grüne Wasser effizienter nutzen. Mit dem dynamischen globalen Vegetations- und Wasserhaushaltsmodell „LPJmL“, das Verbreitung, Wachstum, Produktivität und Wasserbedarf natürlicher und landwirtschaftlicher Vegetation abbilden kann, haben die Forscher die gegenwärtige (Jahre 1996 bis 2005) und die künftige (Jahre 2045 bis 2055) Wasserverfügbarkeit weltweit simuliert.

Das Modell zeigt, dass um 2050 59 Prozent der Weltbevölkerung über zu wenig blaues Wasser und 36 Prozent über zu wenig blaues plus grünes Wasser verfügen. Das heißt, 36 Prozent der Weltbevölkerung werden in Ländern leben, die zu wenig Wasser haben werden, um ihre eigene Nahrungsmittelversorgung zu sichern. „Leider wird trotz der neuen Möglichkeiten, die unsere Analyse aufzeigt, die Menschheit in bestimmten Regionen der Welt mit gewaltigen Herausforderungen konfrontiert“, sagt Rockström.

Louise Karlberg aus dem Forscherteam fordert daher, den gegenwärtigen Ansatz im Wassermanagement auf blaues und grünes Wasser zu erweitern. Auf diese Weise könnten Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden, mit Wasserknappheit besser umzugehen. „Wenn grünes Wasser effektiver genutzt würde, zum Beispiel indem man die Transpiration durch Pflanzen auf Kosten der unproduktiven Bodenverdunstung fördert, bestehen selbst unter den Auswirkungen des Klimawandels Möglichkeiten dazu, ohne die Anbaugebiete vergrößern zu müssen.“

In weiteren Studien will das Forscherteam nun das Potenzial bestimmter Wassermanagement-Strategien, speziell für grünes Wasser, untersuchen, die künftige Nahrungsmittelproduktion zu steigern.

Veröffentlichung:

Rockström, R., Falkenmark, M., Karlberg, L., Hoff, H., Rost, S., Gerten, D. Future water availability for global food production: The potential of green water for increasing resilience to global change. Water Resources Research 45, W00A12, doi:10.1029/2007WR006767

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Neue Klimastudie für NRW: Hochwasser und Trockenperioden werden künftig zunehmen

Montag 4. Mai 2009 von birdfish

Die Klimazukunft Nordrhein-Westfalens wird risikoreicher. Die Hochwassergefahr im Winter nimmt zu, im Sommer sind häufigere Trockenheiten zu erwarten, zeigt eine Studie von Wissenschaftlern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) im Auftrag des Landesministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV).

Rhein-Hochwasser bei Düsseldorf(c) Thomas Max Müller / Pixelio

Die Forscher haben Auswirkungen des Klimawandels auf verschiedene Regionen und Sektoren in NRW untersucht. Ihre Ergebnisse zeigen Bedarf für zukunftsweisende Politik auf.

“Die Klimaveränderungen laufen schneller ab als angenommen”, sagt Jürgen Kropp, der Leiter der Studie vom PIK. Darauf müsse man sich auch in Deutschland einstellen. Das Forscherteam um Kropp hat zwischen Mai 2008 und April 2009 die Verwundbarkeit von sieben Sektoren wie zum Beispiel Gesundheit, Tourismus, Land- und Forstwirtschaft, oder Naturschutz in Nordrhein-Westfalen (NRW) untersucht. In der Studie, die am heutigen Mittwoch durch das PIK veröffentlicht wurde, zeigen die Wissenschaftler zudem auf, welche Möglichkeiten zur Anpassung bestehen.

Ihre Modellierungen zeigen, wie viel Wasser die Flüsse NRWs zukünftig führen werden. Im Winter ist aufgrund stärkerer Niederschläge mit stärkeren Abflüssen, also auch mit erhöhter Hochwassergefahr zu rechnen. Im Sommer kehrt sich dieser Effekt um: Das Risiko für Niedrigwasser in den Flüssen nimmt zu, was unter anderem den Energiesektor betreffen würde, der auf ausreichend Flusswasser für Kühlzwecke angewiesen ist. Zudem kann aufgrund der Erwärmung und der damit verbundenen erhöhten Verdunstung in einigen Regionen die Grundwasserneubildung abnehmen.

Die Erwärmung begünstigt auch die Verbreitung von Krankheitserregern, die durch Mücken oder Zecken übertragen werden sowie die Verbreitung von Allergie auslösenden Pflanzen. Zudem könnten im Sommer häufiger Hitzewellen auftreten, was ein Risiko für ältere Menschen darstellt. Besonders deutlich wirkt sich dies in den Ballungszentren des Ruhrgebiets aus. Maßnahmen wie Grünflächen anzulegen, die Temperatur in öffentlichen Gebäuden zu regeln und Verhaltensänderungen der Betroffenen könnten dieses Risiko jedoch minimieren, berichten die Wissenschaftler.

Gewinner und Verlierer

Während der Sommertourismus durch die Zunahme von Sommertagen mit Temperaturen über 25 Grad Celsius profitieren könnte, wird Skitourismus in NRW trotz künstlicher Beschneiung nur noch eingeschränkt möglich sein. Nicht nur die natürlichen Schneetage nehmen deutlich ab, sondern auch die Tage, an denen Kunstschnee produziert werden könnte: Bis 2020 um bis zu 30 Prozent, bis 2050 sogar um bis zu 55 Prozent. “Der Skitourismus im Sauerland ist ein Auslaufmodell”, sagt Kropp.

In der Natur wirkt sich der Klimawandel bereits deutlich aus. Die Wachstumsphasen einiger Pflanzenarten im Jahresverlauf beginnen heute bereits um einige Tage früher als noch vor wenigen Jahrzehnten. Auch die Artenzusammensetzung könnte durch Klimawandel und Landnutzungsänderungen deutlich verändert werden. Die landwirtschaftlichen Ertragsaussichten für NRW sind insgesamt günstig. Trotz zunehmender Verdunstung wird in den meisten Regionen wahrscheinlich ausreichend Wasser vorhanden sein.

Häufigere und stärkere Stürme könnten jedoch speziell die besonders anfälligen monokulturellen Forstflächen in den Höhenlagen der Mittelgebirge gefährden. Das zeigt ein am PIK entwickelter Sturmwurfindex. Da auch die Waldbrandsaison künftig länger wird, steigt insgesamt das Waldbrandrisiko. Die Klimaänderungen haben aber zunächst keinen starken Einfluss auf das Wachstum der Wälder in NRW. Um dies abschließend beurteilen zu können, müsste genauer untersucht werden, wie sich die Konkurrenz zwischen einzelnen Arten zukünftig auswirken wird.

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KLIWAS – Gewässerprogramm kann starten

Mittwoch 18. März 2009 von birdfish

Das Forschungsprogramm KLIWAS (= Auswirkungen des Klimawandels auf Wasserstraßen und Schifffahrt – Entwicklung von Anpassungsoptionen) soll die Bundesregierung hinsichtlich des Sektors Schifffahrt/Wasserstraße beraten, z.B. im Kontext der Anforderungen der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel. Die Ergebnisse von KLIWAS werden für die Gewässerkunde übersektorale Bedeutung haben.

Mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf die Leistungsfähigkeit und das Management des Verkehrsträgers ‘Wasserstraße’ bewogen das Verkehrsministerium hier forschend tätig zu werden. Dessen Fachhörden (Deutscher Wetterdienst, Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, Bundesanstalt für Gewässerkunde und Bundesanstalt für Wasserbau) wurden beauftragt, die wissenschaftlichen Grundlagen der Klimafolgenforschung in Bezug auf Wasserstraßen und Schifffahrt zu bearbeiten und Anpassungsstrategien zu entwickeln, um die Leistungsfähigkeit dieses umweltfreundlichen Verkehrsträger auch in Zukunft sicherzustellen.
Die Ergebnisse bilden nun die Grundlage für das Forschungsprogramm.

Hier lesen Sie die komplette Meldung mit Zusatzdateien zur weiter gehenden Information.

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