KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Studie: Treibhausgase im Verkehrssektor bis 2050 um 60 Prozent senken können

Mittwoch 27. März 2013 von birdfish

Das europäische Weissbuch für den Verkehr gibt als Ziel bis 2050 eine Reduktion der Treibhausgase um mindestens 60 Prozent gegenüber 1990 vor.

LKW belasten Straßen mehr als andere Fahrzeuge
Bei LKWs durch Effizienztechnologien bis 2025 bis zu 40 Prozent einsparen – Foto: Erika Hartmann / Pixelio

Diese Reduktion kann auch tatsächlich erreicht werden, wie das vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI koordinierte europäische Forschungsprojekt GHG-TransPoRD aufzeigt. Notwendig ist dafür eine Kombination aus technischen Verbesserungen und geändertem Verhalten, die beide durch Anreize in Form von preispolitischen Instrumenten unter Berücksichtigung von sozial- und haushaltspolitischen Rahmenbedingungen erreicht werden könnten.

Im Straßenverkehr können laut Studie die größten Mengen an Treibhausgasen eingespart und auch am schnellsten erzielt werden. Dies gilt insbesondere für den Bereich der PKW und leichten Nutzfahrzeuge. Durch den Einsatz zahlreicher, bereits heute verfügbarer Technologien würden sich für den Verbraucher zwar leicht höhere Fahrzeugpreise ergeben, aber durch den sinkenden Verbrauch kann auf Dauer sogar Geld gespart werden.

Die wichtigste Maßnahme zur Realisierung dieser Einsparungen ist die ambitionierte Setzung von CO2-Flottengrenzwerten für Neuwagen. Wichtig dabei ist vor allem, die richtige Balance zwischen Fortschritten bei der Effizienz fossil betriebener Fahrzeuge und dem Umstieg auf alternative Energieträger wie Strom und Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien zu wahren. Obwohl die Automobilindustrie über die größten Forschungsbudgets in Europa verfügt, können nicht auf beiden Gebieten gleichzeitig die vollen Potenziale ausgeschöpft werden. Kurzfristig ist daher aus Klimaschutzsicht der Fokus auf Effizienztechnologien zu legen, ohne die Reifung und Markteinführung von alternativen Antrieben zu vernachlässigen. Für Dr. Wolfgang Schade, Projektleiter am Fraunhofer ISI, steht fest, „um 2030 dürfte die Verbesserung der Effizienz für fossil betriebene PKW ausgereizt sein. Spätestens dann müssen die alternativen Antriebe einen zuverlässigen und bezahlbaren Ersatz bieten. Dafür müssen sie aber bereits zehn bis 15 Jahre früher in den Markt eingeführt werden, um ihre Kosten zu senken und den Verbraucher damit allmählich vertraut zu machen“.

Die wichtigste Maßnahme zur Realisierung dieser Einsparungen ist die ambitionierte Setzung von CO2-Flottengrenzwerten für Neuwagen. Unter Anrechnung von Elektromobilen mit Null-Emission sind für 2020 Ziele von 70 bis 90 gCO2/km erreichbar. „Damit stellt die europäische Zielsetzung für PKW von 95 gCO2/km für 2020 eine realistische Zielsetzung dar, wie uns auch während unserer Workshops von den Akteuren bestätigt wurde“, so Dr. Wolfgang Schade.

Auch im LKW-Bereich sind durch Effizienztechnologien bis 2025 bis zu 40 Prozent Einsparungen zu erzielen, ergab die Studie. Die übrigen Verkehrsträger Luft, Wasser und Schiene weisen alle lange Erneuerungszyklen ihrer Flotten auf, so das kurz- bis mittelfristig vor allem operative Maßnahmen relevante Einsparungen leisten können. So dürfte beispielsweise für den Luftverkehr mittel- bis langfristig die verbreitete Einführung von nachhaltig erzeugtem Bio-Kerosin den größten Beitrag liefern. Die Entwicklung des Bio-Kerosins erfordert aber Unterstützung seitens des Staates für Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen (FuE). Ansonsten sollte für den Luftverkehr der Grundstein politisch vorbereitet werden, um marktwirtschaftliche Instrumente wie etwa Energiesteuern einzuführen beziehungsweise die Wettbewerbsnachteile anderer Verkehrsträger durch eine Erhebung der Mehrwertsteuer auf internationale Flüge auszugleichen.

Im Schiffsverkehr stellt kurzfristig die Absenkung der Fahrgeschwindigkeit die effektivste Einsparmaßnahme dar. Mittel- und langfristig sind auch hier FuE-Förderungen hinsichtlich schrittweiser Verbesserungen am Antrieb und bei der Einführung Erneuerbarer Energien wie Wind notwendig sowie zur Einleitung von Technologiesprüngen durch neue Designs der Schiffshüllen und -strukturen.

Der Bahnverkehr muss in die Lage versetzt werden, zusätzlichen Verkehr aufzunehmen. Im Güterverkehr bedeutet dies eine Erweiterung der Infrastrukturen durch weitere Gleisanschlüsse und Umschlagterminals sowie spezielle Gütergleise zur Beseitigung von Engpässen und Konfliktstellen mit dem Personenverkehr.

Zur Erreichung des Klimaschutzzieles von 60 Prozent weniger Treibhausgasemission im Verkehr bis 2050 im Vergleich zu 1990 können neue Technologien ungefähr einen Beitrag von 60 Prozent leisten. Änderungen im Verhalten der Verbraucher durch neue Mobilitätskonzepte oder Nutzung von effizienteren Verkehrsmitteln würden 40 Prozent ausmachen. Vor diesem Hintergrund kann der Verkehr gegenüber 2010 bis 2020 eine Treibhausgasreduktion von zehn bis 20 Prozent erzielen, bis 2030 eine Reduktion von 40 bis 50 Prozent und bis 2050 von 70 bis 90 Prozent. Voraussetzung ist dabei aber, dass im Jahr 2050 die Elektrizitätserzeugung zu mindestens 80 Prozent auf Erneuerbare Energien umgestellt ist.

Hier die komplette Studie (PDF, engl.)

Weitere Informationen

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Appell an Kanzlerin: DUH warnt vor Kollateralschäden im Strompreiswahlkampf

Donnerstag 21. März 2013 von birdfish

Die Deutsche Umwelthilfe e.V. hat Kanzlerin Merkel (CDU) aufgefordert, beim Energiegipfel die populistischen Schräglagen der Stromkostendiskussion geradezurücken und stattdessen die Debatte über die jetzt notwendigen Entscheidungen zur Stabilisierung der Energiewende einzuleiten.

Solarfeld
Energiewende endlich umsetzen – Foto: Rainer Sturm / Pixelio

„Die Kanzlerin kann nicht länger so tun, als hätte sie mit der ganzen Diskussion nichts zu tun. Sie muss ihre Richtlinienkompetenz wahrnehmen“, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Michael Spielmann. Merkel sei verantwortlich, wenn Wirtschaftsminister Rösler und Umweltminister Altmaier weiter einen populistischen Wahlkampf gegen den Erfolg und die Akzeptanz der Energiewende führen. Spielmann: „Das ebenso kurzfristige wie kurzsichtige Kalkül der Minister hat schon jetzt der Energiewende als gesellschaftliches Gemeinschaftsprojekt schweren Schaden zugefügt.“ Die Opposition forderte der DUH-Geschäftsführer auf, nicht mit gleicher Münze heimzuzahlen und ihre neue Mehrheit im Bundesrat zu nutzen, um eine faire Verteilung von Chancen und Lasten der Energiewende in der Gesellschaft wiederherzustellen.

Für die DUH sei es keine Frage, dass der Parteienwettbewerb um die besten Konzepte zur Ausgestaltung der Energiewende im Bundestagswahlkampf eine zentrale Rolle spielen müsse. Leider gehe es jedoch bei Teilen der Bundesregierung erkennbar „nicht mehr um die Umsetzung der Energiewende, sondern um ihre Abwicklung“. Die Energiewende müsse sowohl ökologisch als auch ökonomisch erfolgreich sein und sie müsse gleichzeitig gesamtgesellschaftlich getragen werden. Vor dem Energiegipfel im Kanzleramt stellt die DUH fünf zentrale Forderungen an die Bundeskanzlerin.

Erstens mahnte die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation, Kostenbremsen nur dort einzusetzen, wo dies ohne vorhersehbaren Verlust der Zubaudynamik bei den Erneuerbaren Energien möglich ist. „Eine kurzfristige Kostenoptimierung lässt sich durch die Überarbeitung des Referenzertragsmodells bei Onshore-Windstandorten erreichen, ohne dass gleichzeitig die dringend erwünschte Aufholdynamik in küstenfernen Bundesländern abgewürgt wird“, sagte Peter Ahmels, Leiter Erneuerbare Energien bei der DUH. Es dürfe nicht zu der von Bundesumweltminister Altmaier und Bundeswirtschaftsminister Rösler vorgeschlagenen 5-Monats-Frist kommen, während der neue Windkraftanlagen nur den Börsenpreis vergütet bekommen sollen. Eine Umsetzung dieser irrationalen Idee mache Projekte in großer Zahl unwirtschaftlich, insbesondere in küstenfernen Bundesländern, wo der größte Zubaubedarf bestehe.

Zweitens sollten die Industrieprivilegien bei den Strompreisen auf ein erträgliches Maß zurückgeführt werden, so dass nur noch Unternehmen profitieren, die tatsächlich energieintensiv sind und im internationalen Wettbewerb stehen. Die unfaire Lastenteilung, die sich insbesondere infolge der hemmungslosen Klientelpolitik von Wirtschaftsminister Rösler eingestellt habe, sei inzwischen zu einer realen Gefahr für die Akzeptanz der Energiewende geworden.

Drittens forderte die DUH, alle nachträglichen Vergütungskürzungen und von ihrer Wirkung her vergleichbare Maßnahmen zu unterlassen, weil dies die Glaubwürdigkeit des EEG-Prinzips weit über die aktuelle Diskussion hinaus unterminieren und Investoren abschrecken würde. Dies gilt auch jenseits der juristischen Fragwürdigkeit nachträglicher Vergütungskürzungen. Viertens sei zu prüfen, ob steuerliche Entlastungen (Stromsteuer, Mehrwertsteuer auf die EEG-Umlage) so gestaltet werden können, dass eine direkte und deshalb spürbare Weitergabe der Entlastungen an die Stromverbraucher gesichert ist.

Und fünftens verlangte die DUH, die Blockade einer wirksamen Klimapolitik, die inzwischen eindeutig an der Stimme Deutschlands hängt, aufzugeben. Als ersten Schritt muss Wirtschaftsminister Rösler endlich der zeitweisen Herausnahme von CO2-Zertifikaten aus dem Handel („Backloading“), wie sie eine große Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten und große Teile der deutschen Industrie wünschen, zustimmen. Im zweiten Schritt muss Deutschland auf EU-Ebene für eine Verschärfung des EU-Klimaziels auf 30 Prozent bis 2020 eintreten. Damit würde der freie Fall der Börsenpreise für Strom gestoppt und in der Folge die EEG-Umlage sinken. Außerdem würde der absurde Effekt beendet, dass die größten Klimakiller-Kraftwerke auf Braunkohlebasis rund um die Uhr laufen und die nationalen Klimagasemissionen nach oben treiben, während gleichzeitig für die Energiewende dringend benötigte, klimaschonende Gaskraftwerke vor dem wirtschaftlichen Aus stehen.

Die DUH fordert insbesondere Kanzlerin Angela Merkel auf, den Energiegipfel für ein Signal an die Teile der deutschen Industrie zu nutzen, die Atomausstieg und Energiewende immer noch für eine – möglicherweise noch einmal umkehrbare – Fehlentscheidung halten und beides bekämpfen. Spielmann: „Angela Merkel muss allen bekennenden und nicht bekennenden Blockierern im eigenen Lager unmissverständlich sagen, dass es mit ihr kein Zurück gibt.“

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UN-Sicherheitsrat wird von Schellnhuber zu Bedrohungen durch Klimawandel aufgeklärt

Freitag 15. Februar 2013 von birdfish

Weil der Klimawandel auf höchster internationaler Ebene zunehmend als Sicherheitsrisiko erkannt wird, haben Pakistan und Großbritannien Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ersucht, zu einer dreistündigen Diskussion mit Mitgliedern des UN Sicherheitsrats nach New York zu kommen.

Insel
Klimafolgen: Ernteausfälle und untergehende Inseln – Foto: A. Dreher / Pixelio

Thema des Treffens: „potentielle Bedrohungen durch mögliche nachteilige Auswirkungen des Klimawandels auf den Erhalt von Frieden und Sicherheit“. Es findet heute im UN-Hauptquartier statt. Generalsekretär Ban Ki-moon plant, daran teilzunehmen.

„Wenn der Ausstoß von Treibhausgasen nicht verringert wird, begibt sich die Menschheit auf den Weg in eine ungewisse Zukunft – sie wagt sich in eine Welt, die viel heißer ist als je zuvor in ihrer Geschichte“, sagt Schellnhuber, Direktor des PIK und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats globale Umweltveränderungen der deutschen Bundesregierung. „Aus der Sicht des Wissenschaftlers ist der Klimawandel deshalb ein Multplikator für Risiken, sie nehmen um ein Vielfaches zu.“

Viele Millionen Menschen könnten von den Folgen betroffen sein. Diese reichen vom Anstieg des Meeresspiegels, der die Häufigkeit schwerer Überflutungen erhöht, bis zu Veränderungen der Luftströmungen in der Atmosphäre, die beispielsweise Störungen des Monsuns auslösen könnten. „Es ist bemerkenswert, dass Pakistan und Großbritannien gemeinsam dieses Treffen einberufen haben“, so Schellnhuber. „Sie zeigen durch ihr Handeln, nicht bloß durch Worte, dass der Klimawandel ein Thema ist sowohl für Entwicklungsländer als auch für Industriestaaten.“

Klimawandel könnte gesellschaftliche Kipp-Dynamiken auslösen

Wenn die internationale Staatengemeinschaft es zulässt, dass die globale Mitteltemperatur deutlich über die von dieser Gemeinschaft vereinbarte Zwei-Grad-Grenze hinausgeht, könnten wichtige Kipp-Punkte in Natur und Umwelt überschritten werden. „Das Erdsystem reagiert nicht linear auf den Ausstoß von Treibhausgasen – Elemente wie der Regenwald des Amazonas könnten recht drastisch ihren Zustand ändern, wenn bestimmte Schwellenwerte der Erwärmung überschritten werden“, erklärt Schellnhuber.

„Dies könnte wiederum Kipp-Prozesse in den internationalen Beziehungen auslösen, die in der Krise zunächst etwas mehr Kooperation zeigen, bei einer Zuspitzung dann aber im scharfen Wettbewerb um natürliche Ressourcen stehen, etwa um Nahrungsmittel“, so Schellnhuber. „Allerdings ist auch eine andere Form gesellschaftlicher Kipp-Dynamik vorstellbar – mit Staaten und Völkern, die sich der bevorstehenden Gefahren bewusst werden, und die große Transformation zur Nachhaltigkeit beginnen.“ Ein kleines Beispiel hierfür könnte die deutsche Energiewende sein.

Schellnhuber ist der einzige Wissenschaftler, der zu dem UN-Treffen eingeladen wurde. Die anderen Gastredner sind Tony DeBrum, Regierungsmitglied auf den Mashall-Inseln, Rachel Kyte, Vize-Präsidentin für nachhaltige Entwicklung bei der Weltbank, und Gyan Acharya, Untergeneralsekretär und Hoher Repräsentant der am wenigsten entwickelten Länder. Diskutiert werden sollen unter anderem Auswirkungen des Klimawandels auf die Ernährungssicherheit, der Erhalt der Zusammenarbeit beim Management der Wasserversorgung angesichts von verringerten Abflüssen aus geschrumpften Gletschern, und mögliche große Migrationsbewegungen von Menschen über Grenzen hinweg.

Das informelle Treffen bei den Vereinten Nationen wird unter der so genannten Arria-Formel des Sicherheitsrats stattfinden; diese erlaubt es, externe Fachleute vor den Mitgliedern sprechen zu lassen. Diese Regelung wurde zum ersten Mal 1992 eingesetzt, durch den UN-Botschafter Venezuelas, Diego Arria. Seitdem hat sie beträchtliche Bedeutung gewonnen, weil sie dem Rat mehr Beweglichkeit erlaubt. Der Sicherheitsrat hat bislang zweimal das Thema Klimawandel beraten, einmal unter der Führung von Großbritannien und einmal unter jener Deutschlands. Das aktuelle Arria-Treffen könnte nun dazu beitragen, den Klimawandel als Sicherheitsthema auf der Agenda des Rats fest zu etablieren.

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Energieeinsparung: Maßnahmen für mehr Effizienz kontinuierlich überprüfen

Montag 28. Januar 2013 von birdfish

Die Erhöhung der Energieeffizienz ist ein entscheidender Baustein, um nationale und EU-weite Energieeinsparziele zu erreichen.

Wärmedämmung unterm Dach
Energieeffizienz zahlt sich auch fürs Klima aus – Foto: Viktor Mildenberger / Pixelio

Um die vorhandenen Einsparpotenziale stärker auszuschöpfen, sind ehrgeizige und effiziente Politikinstrumente notwendig, die jedoch kontinuierlich überprüft und angepasst werden müssen. Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI hat im EU-Projekt „ODYSSEE-MURE“ Analysetools entwickelt, die politische Entscheider dabei unterstützen können, die Ziele mit der Realität abzugleichen, die bereits eingesetzten Instrumente zu verbessern und neue Maßnahmen umzusetzen.

Deutschland hat sich mit dem im Herbst 2010 vorgelegten Energiekonzept und den Beschlüssen zur Beschleunigung der Energiewende vom Sommer 2011 ambitionierte Energieeinsparziele gesetzt. Auf EU-Ebene fordert die im Oktober 2012 beschlossene Energieeffizienzrichtlinie von den Mitgliedstaaten eine erhebliche Forcierung der Anstrengungen, das EU-weite Energieeinsparziel von 20 Prozent bis 2020 tatsächlich zu erreichen. Um diese Ziele zu verwirklichen, sind sowohl in Deutschland als auch in den anderen Mitgliedstaaten der Ausbau und die Verbesserung energiepolitischer Maßnahmen zur Förderung der Energieeffizienz in Gebäuden, in der Industrie und im Bereich der Mobilität erforderlich. Zudem braucht es Instrumente für eine effektive Zielverfolgung.

Eine umfassende Informationsgrundlage zum regelmäßigen Monitoring von Energieeffizienzzielen liefert „ODYSSEE-MURE“. Das Fraunhofer ISI ist hier unter Federführung der französischen Energieagentur ADEME für das Monitoring der europäischen Energieeffizienzpolitiken verantwortlich. Das Forschungsprojekt wird im Intelligent Energy Europe (IEE)-Programm der EU und dessen Vorläuferprogramm SAVE seit nunmehr 20 Jahren gefördert. Weitere Projektpartner sind 28 Energieagenturen und Forschungsinstitute in allen EU-Mitgliedstaaten sowie in Kroatien und Norwegen.

„ODYSSEE“ ist eine umfassende Datenbank zur zeitlichen Entwicklung des Energieverbrauchs. „Mit Hilfe von detaillierten Energieeffizienzindikatoren werden die Ursachen für die Veränderungen beim Energieverbrauch analysiert. Damit lassen sich Abweichungen vom Zielpfad schnell erkennen und die Maßnahmen zügig anpassen“, erklärt Projektleiter Dr. Wolfgang Eichhammer vom Fraunhofer ISI.

„MURE“ kategorisiert und beschreibt in einer frei zugänglichen Online-Datenbank die relevanten politischen Maßnahmen zur Förderung der Energieeffizienz in der EU selbst sowie in allen Mitgliedstaaten, Kroatien und Norwegen. „Auch die mögliche und tatsächliche Einsparwirkung werden erfasst, so dass sich mit diesem Tool Lücken in der Energieeffizienzpolitik eines Landes schnell aufdecken lassen und zügig in Vorschläge zur Verbesserung von Maßnahmen oder für neue Instrumente umgesetzt werden können“, so Eichhammer.

Beide Datenbanken werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert, so dass alle Informationen zeitnah zur Verfügung stehen.

Für Deutschland weist die „ODYSSEE-Datenbank“ für die Zeit von 1991 bis 2010 eine jährliche Verbesserung der Energieeffizienz um durchschnittlich 1,2 Prozent aus. Seit dem Jahr 2000 ist allerdings eine Verlangsamung dieser Entwicklung zu beobachten, die 2009 und 2010 sogar in eine Verschlechterung mündete. Diese Abschwächung der gesamtwirtschaftlichen Energieeffizienzverbesserung war in erster Linie auf die gegenüber den 1990er Jahren nur noch geringen Effizienzfortschritte in der Industrie zurückzuführen, insbesondere in energieintensiven Bereichen wie der Stahl- oder Papierherstellung. Dieser Trend wurde durch die Wirtschaftskrise in den Jahren 2008 bis 2010 verstärkt, da die Unternehmen weniger in Energieeffizienz investierten und die schwache Kapazitätsauslastung die Produktivität des Energieeinsatzes verschlechterte. Erst 2011 kehrte sich dieser Trend wieder um, da im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs auch die Investitionen in Energieeffizienz wieder zunahmen.

Diese Entwicklung zeigt, dass in Deutschland bei der Energieeffizienz in Zukunft noch wesentliche Anstrengungen notwendig sind, um die Einsparziele des Energiekonzepts und die gesamteuropäischen Ziele zu erreichen. Die höchsten Einsparpotenziale gibt es im Gebäudesektor, aber auch in den Bereichen Industrie und Mobilität können ehrgeizige und effiziente Politikinstrumente die Ausschöpfung der Effizienzpotenziale verbessern. Damit würde ein großer Beitrag zur Erreichung nationaler und europäischer Effizienzziele geleistet, zudem vermindert sich der nachteilige Einfluss hoher und voraussichtlich weiter steigender Energie- und Strompreise auf das Budget der privaten Haushalte und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen erhöht sich.

Auf der Projekt-Website  „ODYSSEE-MURE“ gibt es diverse Papiere als PDF sowie weiterführende Infos und Links

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Ökostrom – Strompreise

Dienstag 8. Januar 2013 von birdfish

Übersicht

1. Strompreise bis 2012

2. Subventionen 1970-2012

3. Strompreiserhöhung 2013

4. Privathaushalte zahlen EEG-Umlage für die Industrie mit

5. Weiterführende Quellen zum Themenkomplex Strompreise


Anfang März 2013 hat das Oberlandesgericht Düsseldorf entschieden, dass Strom-Rabatte für Konzerne rechtswidrig sind. In Deutschland sparen sich große Unternehmen das Entgelt für die Nutzung der Stromleitungen. Dafür zahlen kleine Verbraucher. Diese Regelung wurde nun als nicht zulässig erkannt. Auch in Brüssel gibt es Zweifel am deutschen Modell. Zum Artikel in der Süddeutschen Zeitung


1. Strompreise bis 2012

Die deutschen Strompreise sind im Laufe der Jahre stetig gestiegen.
In Deutschland liegt der durchschnittliche Strompreis für Haushalte bei 25,7 ct/kWh (Stand Mai 2012). Hiervon entfallen auf die Stromlieferung 54,4 % (davon für Stromerzeugung 34,4 % und Netznutzung 20 %), auf Abgaben und Umlagen 21,6 % und auf Steuern 24 %.
Strompreis 2012
Der durchschnittliche Strompreis für Industriekunden liegt niedriger als bei Haushaltskunden. Für die Kundengruppe mit einem Leistungsbedarf zwischen 100 kW und 4.000 kW lag 2011 der Strompreis gemäß Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) im Schnitt bei 13,58 ct/kWh (Stand 2011). Die Abnahmemenge ist größer, bei Anschluss auf Mittelspannungsebene ist das Netzentgelt geringer und die Mehrwertsteuer kann im Zuge des Vorsteuerabzugs gegen gerechnet werden.

Die Strompreise in Europa werden vom Statistischen Amt der Europäischen Union, kurz Eurostat, auf der Grundlage von eigenen Erhebungen und Angaben der nationalen statistischen Ämter der Mitgliedstaaten ermittelt. Für Privathaushalte in Deutschland gibt Eurostat den durchschnittlichen Strompreis mit 25,4 ct/kWh (inkl. MWSt) für 2011 an – wie auch das Statistische Bundesamt und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Für Industriekunden in Deutschland hat Eurostat den durchschnittlichen Strompreis mit 11,3 ct/kWh für 2011 ermittelt (ohne umwälzbare Steuern (MWST) und Abgaben, Einzelheiten s. Erfassungsmethode und Begriffe). Als Industriekunden werden Betriebe mit einem jährlichen Stromverbrauch zwischen 500.000 und 2.000.000 kWh/a erfasst.

Quelle: Wikipedia

2. Subventionen 1970 – 2012

Will man die Kosten des Ökostroms mit den Kosten der herkömmlichen Energiearten vergleichen, muss man auch einen Blick darauf werfen, was die Subventionen (zzgl. Steuervergünstigungen, Umlagen etc.) die Steuerzahler/innen in der Vergangenheit gekostet haben und noch heute kosten.

Subventionen seit 1970

Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes bestätigt: “Nicht nur Atomkraft, sondern auch Kohle sind über Jahrzehnte vom Steuerzahler subventioniert worden. Das sind deutlich höhere Kosten als das, was wir im Augenblick für die Energiewende und für die erneuerbaren Energien ausgeben.” Diese hohen Ausgaben fallen jedoch nicht auf, weil die horrenden Fördermittel für Atom- und Kohlestromlieferanten nicht auf der Stromrechnung auftauchen.

Subventionen 2012

Anders als die Erneuerbaren werden konventionelle Energien vor allem durch Finanzhilfen und Steuervergünstigungen gefördert, die den Staatshaushalt belasten. Im Zeitraum von 1970 bis 2012 wurde erneuerbar erzeugter Strom mit durchschnittlich 3,4 Cent je Kilowattstunde gefördert. Braunkohlestrom profitierte von staatlichen Mitteln in Höhe von 1,3 Cent und Steinkohle von 3,3 Cent. Atomenergie weist mit 4,0 Cent je Kilowattstunde den höchsten Förderwert auf.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 6. November 2012

3. Strompreiserhöhung 2013

Im Herbst 2012 wird eine horrende Strompreiserhöhung angekündigt und mit der EEG-Umlage begründet. Die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegte Umlage soll auf 5,277 Cent je Kilowattstunde steigen. Hinzu kommen 19 Prozent Mehrwertsteuer, so dass dieser Posten knapp 6,3 Cent ausmachen wird. Da zugleich wegen der schwankenden Wind- und Solarstromerzeugung immer häufiger in den Netzbetrieb eingegriffen und das Stromnetz ausgebaut werden muss, wird auch mit stark steigenden Netzentgelten gerechnet. Strom dürfte somit 2013 mindestens zehn Prozent teurer werden.

Es ist davon auszugehen, dass die Umlage dann in den Folgejahren weiterhin steigt – auch wenn die Höhe schwer vorauszusagen ist. Die Einspeisevergütungen, die besonders in der Vergangenheit teilweise sehr hoch waren, werden über 20 Jahre garantiert. Wenn die ersten teuren Altanlagen nicht mehr gefördert werden, könnte die EEG-Umlage sinken. Gleichzeitig könnte durch einen generell steigenden Strompreis an der Börse der Preisabstand des Ökostroms sinken, was die Förderung über die Einspeisevergütung billiger macht. Dann müssen die Stromkunden zwar womöglich für ihren Strom an sich mehr zahlen, die EEG-Umlage trüge daran aber keine Schuld.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 15.10.2012

4. Privathaushalte zahlen EEG-Umlage für die Industrie mit

CDU/CSU und FDP haben beschlossen, die Industriebetriebe in großem Umfang von den 2013 gestiegenen Stromkosten zu befreien. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle soll nach Informationen des ‘SPIEGEL’ Mitte Dezember 2012 rund 1550 Unternehmen mitgeteilt haben, dass sie von der sogenannten EEG-Umlage weitgehend ausgenommen seien.

Entsprechend höher fallen die Stromrechnungen für Privatkunden und kleinere Unternehmen aus, die die sogenannte EEG-Umlage der befreiten Unternehmen quasi übernehmen müssen.

Der wirtschaftliche Vorteil für die Betriebe wird nach Berechnungen der Grünen bis zu vier Milliarden Euro betragen, berichtet der ‘SPIEGEL’. Nach Angaben des Öko-Instituts sei das vorgebliche Kriterium für die Befreiung – Erhalt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit – in der Mehrzahl der Fälle nicht gegeben.

Von der EEG-Umlage umfassend befreit sind auch Kohlegruben der Energiekonzerne RAG und Vattenfall, Schlachthöfe von Wiesenhof und anderen Geflügelmästern sowie Tierfutterfabriken. Profiteure seien zudem regionale Wurst- und Käsehersteller, Schokoladenfabriken, Solar- und Bioenergiefirmen, die Stadtwerke München, der Erdölmulti Exxon und die Bremer Tageszeitungen AG.

Um energieintensivere Betriebe zu entlasten, hat die Bundesregierung für 2013 die Grenze stark gesenkt, ab der Unternehmen von der Umlage befreit werden dürfen. Die Schwelle wurde von einem Stromverbrauch von bisher zehn auf eine Gigawattstunde verringert. Dadurch hat sich die Zahl der Antragsteller deutlich erhöht. Wegen des massiven Anstiegs der Anträge habe es das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle in diesem Jahr erstmals nicht geschafft, alle Anträge bis Weihnachten 2012 abschließend zu bearbeiten, teilte das Amt selbst mit.
Die Politik bemesse die Ausnahmen für die Industrie inzwischen derart großzügig, “dass nur die Dümmsten noch nicht von der EEG-Umlage befreit sind”, sagte Andreas Löschel, der die Expertenkommission der Bundesrepublik zur Energiewende anführt, dem “Spiegel”. Das verschlechtere die Akzeptanz dieser großen Aufgabe.

Quelle: Tagesschau online vom 21.12.2012

5. Weiterführende Quellen zum Themenkomplex Strompreise

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Bayerische Forschungsallianz (BayFOR)

Sonntag 11. November 2012 von birdfish

Organisation, Aufgaben und Ziele

Die Bayerische Forschungsallianz GmbH (BayFOR) ist eine Gesellschaft zur Förderung des Wissenschafts- und Innovationsstandortes Bayern im Forschungsraum Europa. Sie wurde Ende 2006 auf Initiative der bayerischen Hochschulen (Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften) gegründet, um ihre Vernetzung auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene zu stärken und sie gleichzeitig auf die Anforderungen der europäischen Forschungsförderung vorzubereiten. Dafür begleitet und berät die BayFOR bayerische Wissenschaftler und Akteure aus der Wirtschaft im Wettbewerb um regionale, nationale und europäische Forschungsgelder. Die BayFOR ist eine Partner-Organisation im Haus der Forschung.

BayFOR und Klimaforschung

Zu BayFOR gehört auch der Forschungsbereich FORKAST, der die Auswirkungen des Klimawandels auf bayerische Ökosysteme untersucht.

Im Bayerischen Klimaforschungsverbund BayFORKLIM kooperieren bayerische Universitäten, Großforschungsinstitute und Fachbehörden mit dem Ziel, Klimaänderungen in Bayern und ihre Auswirkung auf Mikroorganismen, Pflanzen, Tiere und Menschen zu untersuchen.

Geschäftsbereiche

Das EU-Förderzentrum der BayFOR vernetzt bayerische Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft auf europäischer Ebene von EU-Fördermitteln. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem aktuellen Forschungsrahmenprogramm der EU (7. FRP) und dem künftigen Rahmenprogramm für Forschung und Innovation „Horizon 2020“. Zu diesem Zweck bieten wissenschaftliche Referenten fachspezifische Informationen, strategische Beratung und aktive Unterstützung bei der Projektanbahnung, dem Aufbau von internationalen Forschungskonsortien und der Antragstellung. Im Falle einer erfolgreichen Evaluierung unterstützt die BayFOR bei den Vertragsverhandlungen mit der Europäischen Kommission und übernimmt gegebenenfalls das Projektmanagement. Zu den thematischen Schwerpunkten gehören: Lebenswissenschaften, Medizin, Informations- & Kommunikationstechnologien, Nanowissenschaften, Neue Materialien und Produktion, Umwelt und Energie, Verkehr und Luftfahrt, Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften, Weltraum, Sicherheit und Bildung.

Darüber hinaus vertritt das EU-Verbindungsbüro in Brüssel die Interessen der bayerischen Hochschulen auf europäischer Ebene. Es stärkt ihre Sichtbarkeit und ist ihr Kontaktvermittler zu den europäischen Institutionen. So werden die Erfolgsaussichten von bayerischen Antragstellern innerhalb des Europäischen Forschungsraums (ERA) deutlich erhöht. Ziel ist ferner, die Beteiligung von bayerischen Unternehmen – insbesondere KMU – an Förderprogrammen zu erhöhen. In dem Beratungsnetzwerk für KMU „Enterprise Europe Network“ (EEN) fungiert die BayFOR daher zusätzlich als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

Zudem koordiniert die BayFOR die gemeinsamen Aktivitäten der Bayerischen Forschungsverbünde und unterstützt ihre Vernetzung auf europäischer Ebene.

Schließlich begleitet die Wissenschaftliche Koordinierungsstelle Bayern- Québec/Alberta/International in der BayFOR bi- und multilaterale Forschungsprojekte aus diesen Regionen.

Bayerische Forschungsallianz GmbH

Website: www.bayfor.org

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Portal Utopia und Öko-Institut empfehlen energieeffiziente Geräte bei Saturn

Freitag 2. November 2012 von birdfish

Energie intelligent und sparsam zu nutzen, ist wichtiger denn je.

Nachhaltig einkaufen
Einkauf nachhaltiger, energieffizienter Produkte wird immer wichtiger- Foto: Thorben Wengert / Pixelio

Wie man Strom und gleichzeitig bares Geld sparen kann, zeigen Utopia, Deutschlands führende Internetplattform für nachhaltigen Konsum und die Elektrofachmarktkette Saturn. Zusammen mit dem Öko-Institut e.V. empfehlen sie besonders energieeffiziente Elektro-Geräte aus mittlerweile sechs Produktkategorien. Neben Kühlschränken, Wasch-, Spül- und Kaffeemaschinen und Fernsehern sind nun auch die sparsamsten Wäschetrockner gelistet.

Seit Mitte des Jahres zeichnen Utopia und Saturn zusammen mit dem Öko-Institut im Saturn-Onlineshop auf www.saturn.de besonders empfehlenswerte Produkte aus. Parallel hierzu findet man auf www.utopia.de die energieeffizientesten Geräte jeder Produktklasse in Bestenlisten. Ergänzt werden diese um Ratgeber die zusätzliche praktische Tipps rund um die verschiedenen Produkte geben. Auf utopia.de kann man zusätzlich direkt mit Saturn in Dialog treten.

Die wissenschaftliche Basis der Produktempfehlungen bildet www.ecotopten.de des Öko-Instituts e.V..

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler veröffentlichen dort regelmäßig eine Auswahl an hochwertigen Produkten mit gutem Preis-Leistungsverhältnis, alles Spitzenprodukte aus Umweltsicht. Ziel ist es, den Kunden von Saturn die Kaufentscheidung für ein sparsames Gerät so einfach wie möglich zu machen, und so viele Kunden wie möglich davon zu überzeugen, dass Geräte mit niedrigem Energieverbrauch mittelfristig deutliche Einsparpotenziale bieten.

„Die Diskussion um die steigenden Energiepreise beschäftigt die Verbraucher immer mehr. Deshalb möchten wir unseren Kunden auf einen Blick die energieeffizientesten Geräte zeigen, und wie sie damit Strom sinnvoll einsetzen und bares Geld sparen können“, erklärt Klaus-Guido Jungwirth, Geschäftsführer der Saturn Management GmbH, das Engagement.

„Wir wollen gemeinsam mit Saturn den Verbraucher motivieren, ihren Beitrag zur Energiewende zu leisten, denn Stromsparen ist neben dem Wechsel zu Ökostrom der größte Hebel, den Verbraucher betätigen können“, sagt Utopia-Vorstand Dr. Meike Gebhard.

Zu den Empfehlungen für Waschmaschinen, Kühl-/Gefrierkombis, Spülmaschinen und Kaffeemaschinen sowie TVs kommt nun zusätzlich die Kategorie Wäschetrockner hinzu.

Zu erkennen sind die entsprechenden Produkte durch „Utopia empfiehlt“- bzw. „Utopia Produkt“-Logos. Alle ausgezeichneten Geräte finden sich auf den EcoTopTen-Produktlisten des Öko-Instituts wieder und zeichnen sich durch hohe Qualität, beste Preise und gute Umweltperformance aus. Das „Utopia Produkt“ hebt sich zusätzlich hervor, beispielsweise dadurch, dass es bei den Kunden besonders beliebt oder das Beste seiner Klasse ist.

Aktuell arbeitet Saturn daran, die Kennzeichnung nicht nur im Onlineshop auf www.saturn.de, sondern auch in den rund 150 Saturn-Märkten Deutschlands einzusetzen. Zudem ist geplant, Empfehlungen zusätzlich in weiteren Produktkategorien einzuführen.

Ecotopten – Empfehlungen des Öko-Instituts für nachhaltige Produkte

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Thünen-Institut prüfte positive Impulse der EU-Agrarreform für den Ökolandbau

Mittwoch 31. Oktober 2012 von birdfish

Der ökologische Landbau hat sich in Deutschland in den letzten 20 Jahren kontinuierlich ausgedehnt.

Landwirtschaft
Getreidefeld – Foto: Dagmar Struß

Seit 2000 wuchs die ökologisch bewirtschaftete Fläche jährlich um rund 8%. Ob in den nächsten Jahren ein weiteres Wachstum möglich ist und damit die politisch gesetzten Ziele tatsächlich erreicht werden können, hängt vor allem von der Wirtschaftlichkeit des ökologischen Landbaus ab. Das Thünen-Institut für Betriebswirtschaft hat sich in den letzten Jahren intensiv mit den Auswirkungen veränderter agrarpolitischer Rahmenbedingungen auf die Wirtschaftlichkeit des ökologischen Landbaus beschäftigt und hat diese Woche seine Forschungsergebnisse hierzu veröffentlicht.

Gemäß den Thünen-Analysen hat sich die Einkommenssituation der Ökobetriebe gegenüber vergleichbaren konventionellen Betrieben in den letzten zehn Jahren positiv entwickelt. Allerdings gibt es innerhalb des Öko-Sektors große Erfolgsunterschiede. Hemmnisse der betrieblichen Entwicklung sehen die Öko-Betriebsleiter und -leiterinnen vor allem in den unsicheren politischen Rahmenbedingungen, einem zu niedrigen Erzeugerpreisniveau und einer hohen Flächenkonkurrenz.

Von der letzten Agrarreform (Entkoppelung der Direktzahlungen) haben Ökobetriebe eher profitiert. Eine Reduzierung der Ökoprämie, wie sie angesichts der positiven wirtschaftlichen Entwicklung immer wieder diskutiert wird, würde die Einkommenssituation und damit die finanzielle Attraktivität der ökologischen Wirtschaftsweise jedoch deutlich verschlechtern. Die Agrarpolitik wird auch künftig einen großen Einfluss für die Wirtschaftlichkeit des ökologischen Landbaus ausüben. Dennoch gehen die Ökonomen am Braunschweiger Thünen-Institut um Dr. Jürn Sanders, dem Erstautor der Studie, davon aus, dass für die Wettbewerbsfähigkeit des Ökolandbaus in Deutschland künftig vor allem die am Markt erzielbaren Erzeugerpreise und die Ertragsentwicklung entscheidend sein werden.

Die Ergebnisse zur Wirtschaftlichkeit des ökologischen Landbaus in Deutschland unter veränderten agrarpolitischen Rahmenbedingungen sind im Sonderheft 364 des Journals „Landbauforschung“ veröffentlicht.

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