KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Systemkonflikt vorprogrammiert: AKW und KKW unvereinbar mit Erneuerbarer Energie

Sonntag 7. März 2010 von birdfish

Längere Reaktorlaufzeiten und zusätzliche Kohlekraftwerke sind mit dem im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien vorgeschlagenen Eintritt in das „Zeitalter regenerativer Energien“ technisch unvereinbar.

Das alte Steinkohlekraftwerk Datteln
KKW Datteln – Kohlekraftwerke sind nicht zukunftsweisend – (c) Carsten Plein / Pixelio

Sie würden schon im kommenden Jahrzehnt den von der Koalition ebenfalls versprochenen Vorrang von Strom aus Wind und Sonne untergraben. Da die Klimaziele (minus 80 – 95% bis 2050) nur mit einem vollständigen Umstieg auf Erneuerbare Energien zu erreichen sind, käme der Klimaschutz unter die Räder. Das erläuterten im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Rainer Baake, der Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE), Björn Klusmann und der Leiter Energiewirtschaft und Systemanalyse, Dr. Michael Sterner vom Kasseler Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) auf Grundlage einer aktuellen Untersuchung. Die IWES-Studie analysiert insbesondere die Rückwirkung zunehmender variabler Einspeisung von Regenerativstrom auf den verbleibenden Kraftwerkspark.

„Das Energiekonzept, das die Bundesregierung derzeit ausarbeiten lässt, bleibt ein Muster ohne Wert, wenn es den Systemkonflikt zwischen Erneuerbaren Energien und klassischen Großkraftwerken nicht untersucht. Der Weg in das regenerative Zeitalter muss im Regierungskonzept konkret und nachvollziehbar beschrieben werden“, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake. Andernfalls programmiere die Regierung den nächsten energiepolitischen Fundamentalkonflikt. Eine Laufzeitverlängerung werde sich nicht als Brücke, sondern als Sackgasse für die regenerativen Energien erweisen.

Michael Sterner vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik erläuterte, wie der zu erwartende Ausbau der erneuerbaren Energien den Bedarf an klassischen Grundlastkraftwerken bereits in den nächsten zehn Jahren drastisch senken wird. Im Übergang in das regenerative Zeitalter werden die heutigen Grundlastkraftwerke deutlich weniger Stunden im Jahr ausgelastet. Es werden Kraftwerke benötigt, die vor allem flexibel der variablen Einspeisung von Strom aus Wind und Sonne folgen können.

Schon bei einem Jahresanteil an der Stromversorgung von weniger als 50 Prozent – als Grundlage dienten ein vom BEE erstelltes Szenario und reale Daten des Wetterjahrs 2007 – decken die erneuerbaren Energien bei stündlicher Betrachtung zwischen 15 und 110 Prozent des gesamten Strombedarfs ab. So werde ein zunehmender Anteil der konventionellen Kraftwerke nur noch als „Backup“ zur jederzeitigen Absicherung des Strombedarfs benötigt. Ein wirtschaftlicher Betrieb von Grundlastkraftwerken ist dadurch unsicher und ein flexibler Betrieb noch technisch zu verifizieren. Entscheidend für einen flexiblen Betrieb zur Integration erneuerbarer Energien sind kurze Mindest-Stillstandzeiten, geringe Anfahrdauern und kurze Mindest-Betriebszeiten. Gehe die aktuelle Ausbaudynamik der erneuerbaren Energien weiter, könnten sie schon im Jahr 2020 mehrere dutzend Stunden den gesamten Strombedarf Deutschlands allein abdecken. Sterner: „Der klassische Grundlastbereich für konventionelle Kraftwerke löst sich auf. Was wir in Zukunft benötigen, sind flexible Kraftwerke für die Mittel- und Spitzenlast, die schnell an- und abgefahren werden können und dabei robust bleiben.“

Je weiter man auf dem Weg in das regenerative Zeitalter vorankomme, umso wichtiger werde darüber hinaus die Bereitstellung von Ausgleichsmaßnahmen wie Stromtransport, Speicher und Energiemanagement, erläuterte der Wissenschaftler. Besonders konventionellen und neuartigen Stromspeichern komme hier große Bedeutung zu. Zwar passten in Deutschland Stromnachfrage und Einspeisung von beispielsweise Windenergie im Jahresverlauf vergleichsweise gut zusammen. Massive Schwankungen und Abweichungen zwischen Bedarf und Einspeisung könne es jedoch nach den Ergebnissen der Untersuchung von Woche zu Woche geben. Deshalb müsse in der Übergangsphase der Ausgleich über schnell reagierende Kraftwerke und mehr großräumige auch transnationale Stromverbindungen sichergestellt werden. Langfristig könne eine Stromversorgung mit Hilfe starker Netze, Energiemanagement (Elektro-Kfz, gesteuerte Lasten, Kombikraftwerke) und neuartiger Stromspeicher vollständig regenerativ erfolgen. Zu den neuen Speichermöglichkeiten gehöre die Erzeugung von Methan aus Windenergie, das dann im vorhandenen Erdgasnetz gespeichert und in Gaskraftwerken genutzt werden kann.

BEE-Geschäftsführer Björn Klusmann betonte, dass sich der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromversorgung sehr viel schneller entwickelt habe, als zum Zeitpunkt des Atomausstiegsbeschlusses absehbar gewesen sei. 2020 rechne seine Branche mit einem Anteil von 47 Prozent. „Wer diese Dynamik nicht zur Kenntnis nimmt, ist entweder nicht auf der Höhe der Zeit oder er entlarvt sich selbst als Bremser und Modernisierungsverhinderer“, sagte Klusmann mit Blick auf jüngste Wortmeldungen in der Debatte um den Atomausstieg innerhalb des Regierungslagers. Statt einen fruchtlosen Streit über längere Laufzeiten von Atomkraftwerken neu aufzulegen, solle die Koalition konkrete Maßnahmen zum Ausbau von Stromspeichern und regenerativen Kombikraftwerken entwickeln: „Wer den Weg in das regenerative Zeitalter gehen will, muss logischerweise die Erneuerbaren Energien in den Mittelpunkt seines Energiekonzepts stellen, alles andere sät Zweifel an der Ernsthaftigkeit dieser zentralen energiepolitischen Aussage im Koalitionsvertrag von Union und FDP.“ Klusmann sagte, es sei nicht ermutigend, dass die Bundesregierung verbal zu den Erneuerbaren Energien stehe, aber gleichzeitig über energiewirtschaftlich widersinnige Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke debattiere, neue Kohlekraftwerke befürworte und die Vergütung für Solaranlagen rabiat kürzen wolle.

Dem in der IWES-Untersuchung auf Basis des BEE-Szenarios ermittelten, verbliebenen Bedarf an konventionell erzeugter Grundlast in Höhe von 27 Gigawatt (GW) steht im Jahr 2020 absehbar mindestens folgende Grundlastleistung gegenüber: 15,6 GW aus jüngeren Stein- und Braunkohlekraftwerken (Inbetriebnahme oder grundlegende Nachrüstung seit 1990), 11,4 GW aus neuen, derzeit im Bau befindlichen Stein- und Braunkohlekraftwerken (in der Summe: 27 GW); darüber hinaus die derzeit unklare Leistung aus Atomkraftwerken (aktuell 21,5 GW). Das Problem sei also nicht zu wenig Strom in der Grundlast, erklärte Rainer Baake, sondern zuviel: „Jede Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken und jeder weitere Zubau von Kohlekraftwerken führt bereits innerhalb der nächsten zehn Jahre zu einem Überangebot von Strom aus Kraftwerken, die für hohe Volllaststunden ausgelegt sind. Je weiter der Ausbau der Erneuerbaren Energie vorankommt, umso mehr wird sich der Systemkonflikt zwischen variabler Einspeisung von Wind- und Solarstrom und inflexiblen Großkraftwerken zuspitzen.“ Stattdessen müssten für den Übergang flexible, leicht regelbare Gaskraftwerke die regenerative Stromversorgung absichern.

Schon im kommenden Jahrzehnt sei damit zu rechnen, dass die Erneuerbaren Energien den Strombedarf immer häufiger vollständig abdecken. In diesen Situationen müssten alle Kohle und auch alle Atomkraftwerke vollständig abgefahren werden. Da jedoch ein Wiederanfahren von Atomkraftwerken mehr als zwei Tage dauere, würde ein solcher Abschaltvorgang regelmäßig die Versorgungssicherheit gefährden. In der Konsequenz würden Windräder in steigender Zahl und Häufigkeit aus dem Wind gedreht, der Einspeisevorrang des EEG würde zunehmend unterlaufen. Baake: „Die Debatte um Laufzeitverlängerungen und neue Kohlekraftwerke ist rückwärtsgewandt. Sie lenkt von den wirklichen Herausforderungen ab. Im Kern ist sie ein Konflikt zwischen denen, die Strukturen konservieren wollen und denen, die sie modernisieren und zukunftsfähig machen wollen.“

Tabelle der Grundlastkraftwerke_Atom_und_Kohle_laufend und in Bau (PDF)

Abschlussbericht der Fraunhofer Studie “Dynamische Simulation der Stromversorgung in Deutschland nach dem Ausbauszenario der Erneuerbaren-Energien-Branche” (PDF)

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Erneuerbare Energien Potenzialatlas

Dienstag 26. Januar 2010 von birdfish

“Erneuerbare Energien 2020 – Potenzialatlas Deutschland”.

Erneuerbare Energien gut visualisiert
Potenzial Erneuerbarer Energien gut visualisiert – (c) Agentur für Erneuerbare Energien

Unter diesem Titel hat die Agentur für Erneuerbare Energien e.V. eine Broschüre herausgegeben, die die Potenziale der einzelnen Erneuerbaren Energiequellen erläutert und hervorragend visualisiert.

Schön ist auch das Glossar am Ende des Papiers.

Erfreulich ist zudem, dass der Potenzialatlas Erneuerbare Energien hier als Download zur Verfügung steht.


Auf einer Fläche von 357.104 Quadratkilometern müssen in  Deutschland Industrie, Landwirtschaft und Wald, Wohn­ge­bäude und Verkehrswege Platz finden.

Zunehmend beansprucht auch die Energie­gewinnung aus Erneuer­­baren Energien Flächen – sei es durch Wind­parks, Energie­pflanzen oder Solaranlagen. Im Vorfeld der „Inter­natio­­nalen Grünen Woche“ stellte die Agentur für Erneuerbare Energien den ersten Potenzial­atlas für regenerative Energien vor. In ihm ist der Flächen­ver­brauch von heute und bis zum Jahr 2020 für alle Sparten der Erneuer­baren Energien be­rech­net. Wind- und Sonnenenergie, Biomasse, Wasserkraft und Geo­thermie erreichen bis dahin nach Branchenprognosen einen Anteil von 28 Prozent am Energieverbrauch.

„Der Atlas zeigt, welche Potenziale im Energieland Deutschland stecken – sei es auf dem Acker oder auf unseren Dächern und mit der Erdwärme sogar unter unseren Füßen“, resümiert Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „Die Erneuerbaren Energien bringen viel Ertrag auf wenig Fläche“, so Mayer weiter. „So kann beispielsweise die Windenergie an Land bis 2020 ein Fünftel des deut­schen Strom­be­darfs decken. Dafür benötigt sie aber nur etwa 0,75 Prozent der Landes­fläche.“

Den größten Flächenbedarf hat traditionell die Bioenergie. Sie stellt im Jahr 2020 nach Branchenangaben etwa 15 Prozent der gesamten Strom-, Wärme- und Kraftstoffversorgung. Das bedeutet zwar einen Anstieg der heutigen Anbauflächen für die Energie­erzeugung von 1,6 Mio. Hektar auf 3,7 Mio. Hektar. Die Versorgung mit Lebensmitteln ist dabei allerdings zu keinem Zeitpunkt gefährdet. „Trotz des steigenden Anteils der Bio­ener­gie gibt es jedes Jahr deutliche Überschüsse bei der Getreideernte in Deutsch­land und der EU“, sagt Daniela Thrän vom Deutschen Bio­masse­­for­schungs­zentrum anlässlich der Präsentation des Potenzial­atlasses. „Die Produkti­vität in der Landwirtschaft steigt im Schnitt weiter an. Hinzu kommen Reststoffe wie Stroh, Gülle oder Restholz sowie brach­­liegende Flächen – das Potenzial bei Bioenergie ist also immer noch sehr groß“, ist Thrän überzeugt.

Auch das Potenzial der Solarenergie ist noch weitgehend unerschlossen, wie der neue Atlas belegt. Nur 2,5 Prozent der geeigneten Gebäude­flächen werden bisher für Strom oder Wärme aus der Sonne genutzt. Solarparks auf Freiflächen belegen heute mit rund 1.700 Hektar nur etwa 0,005 Prozent der Landesfläche. Da diese Anwendung der Solar­techno­lo­gie zur Stromerzeugung schon heute vergleichsweise günstig ist, geht die Branche von einem Wachstum der Solarparks auf deutschlandweit ca. 10.000 Hektar bis 2020 aus. Das entspricht ungefähr der Fläche der Stadt Gelsenkirchen. „Solaranlagen können auf vorbelasteten Standorten Vorteile für den Umwelt- und Naturschutz bringen“, erklärt Carsten Wachholz, Referent für Energiepolitik und Klimaschutz des Naturschutzbund Deutschland. „Solche Anlagen ermöglichen beispielsweise die Sanierung verunreinigter Böden auf ehemaligen Militärflächen. Bei Nutzung von Ackerflächen entsteht unter den Solarmodulen Grünland, das der Natur in einer intensiv genutzten Kulturlandschaft wichtige Rückzugsflächen bietet“, so Wachholz weiter.

Um Nutzungskonkurrenzen auf Agrarflächen zu minimieren, stehen den Ge­­meinden zahlreiche Planungsinstrumente zur Verfügung. „Die kom­mu­­nale Bauleitplanung muss für die Ausgewogenheit der unter­schied­lichen Interessen Sorge tragen“, sagt Wolfgang Zirngibl, Bürger­meister im niederbayerischen Ascha. Die Gemeinde verfügt über eine Bio­gas­­an­lage, ein Holzhackschnitzelkraftwerk und Solar­freiflächen. „Wir wollen uns voll­ständig mit Erneuerbaren Energie versorgen. Dabei haben wir volle Entscheidungsfreiheit – von der Standortplanung über die Projekt­ent­wicklung bis zur Beteiligung unserer Bürger“, so Zirngibl. „Wenn die Gemeinde richtig plant, kommt keine Flächennutzung zu kurz.“

Stand der Seite: 25.01.10
Stand der Daten: November 09

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Unumkehrbare Klimafolgen bereits vor 2050 – Menschen und Vermögenswerte gefährdet

Dienstag 24. November 2009 von birdfish

Der Klimawandel wird nicht langsam und stetig verlaufen und nicht erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts seine dramatischen Folgen zeigen.

Lebensgrundlage Wasser
In Afrika ist man auf das wenige Wasser angewiesen – (c) Brent Stirton / Getty-Images / WWF

Einzelne Klimaphänomene könnten in zahlreichen Regionen bereits vor 2050 einen Punkt überschreiten, ab dem sie unumkehrbar sein und den weiteren Wandel noch zusätzlich verstärken werden. Zu diesen sogenannten „Tipping Points“ (Kipp-Punkten) zählen die Eisschmelze an den Polen, die Trockenheit in Kalifornien, die Veränderungen des Sommermonsuns in Indien und das Waldsterben am Amazonas. Hunderte von Millionen Menschen und ihre Vermögenswerte werden davon unmittelbar betroffen sein. Die Studie „Tipping Points“ des Finanzdienstleisters Allianz SE und der Umweltstiftung WWF zeigt unmittelbar vor den Klimaverhandlungen in Kopenhagen die schwerwiegenden sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen in besonders betroffenen Regionen auf.

Küstenstädte: Über 28 Billionen US$ gefährdet

Das Abschmelzen der Polkappen könnte bereits vor 2050 zu einem Meeresspiegelanstieg von einem halben Meter führen. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass dies in den 136 Küstenstädten mit mehr als einer Million Einwohner Vermögenswerte von über 28 Billionen US-Dollar gefährdet. Allein an der Nordostküste der USA steigen die dadurch gefährdeten Werte bis 2050 von heute 1,35 auf 7,4 Billionen US-Dollar an. Küstenregionen sind stärker von diesen Folgen des Klimawandels betroffen, weil hier Stürme und Fluten gleichzeitig verheerende Auswirkungen haben können, wie der Hurrikan Katrina 2005 in New Orleans zeigte. Die Studie schätzt, dass im Großraum New York die Schäden eines Hurrikans der Stärke 4 heute bei 1 Billion US-Dollar liegen würden, im Jahr 2050 aber bereits 5 Billionen US-Dollar übersteigen könnten.

Dürre in Kalifornien und Südeuropa

Der Südwesten der USA, hauptsächlich Kalifornien, könnte hingegen ähnlich wie Südeuropa von extremer Trockenheit betroffen sein. Laut der „Tipping Points“-Studie werden Dürren spätestens ab Mitte des Jahrhunderts das regionale Klima bestimmen und weitreichende Folgen für die Landwirtschaft, die Wasserversorgung und für die Wälder haben. Die Studie schätzt, dass sich die Schäden durch Waldbrände bis 2050 auf jährlich bis zu 2,5 Milliarden US-Dollar verzehnfachen könnten. Hinzu kommen indirekte Schäden durch die sozio-ökonomischen Veränderungen in der Landwirtschaft und anderen Wirtschaftsbereichen.

Möglicher Ausfall des Monsuns bedroht Millionen Inder

Veränderungen im indischen Sommermonsun wie etwa die Verschiebung von Niederschlagsgebieten und –zeiten sowie das Abschmelzen der Gletscher im Himalaya könnten zunehmenden Dürren und Trockenheit auslösen. Über 70 Prozent der arbeitenden Bevölkerung sind in Indien von der Landwirtschaft abhängig, ihre Existenz damit unmittelbar gefährdet. Die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser und Nahrungsmitteln und ebenso die Gesundheit der Menschen in der Region wären bedroht. Die Kosten werden auf rund 40 Milliarden Dollar pro Jahrzehnt bis zur Mitte des Jahrhunderts geschätzt.

Amazonas-Waldsterben gefährdet Klimaschutz

Irreversible Veränderungen in Ökosystemen sind teilweise schon lange angelegt, bevor sie sichtbar werden. Häufig auftretende Dürren und erhöhte globale Temperaturen könnten dazu führen, dass bis zur Mitte des Jahrhunderts das Absterben von bis zu 70 Prozent des Amazonas Regenwaldes bis 2100 vorprogrammiert ist . In Folge würden in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts große Mengen Kohlenstoffdioxid freigesetzt werden.   Bei einer Temperaturerhöhung von 2°Celsius ist ein Verlust von rund 1,6 Millionen Quadratkilometer Regenwald zu erwarten. Umgerechnet würden dadurch zusätzliche CO2-Minderungskosten von bis zu 3 Billionen US-Dollar verursacht werden.

Gemeinsamer Klimaschutz notwendig

„Die prognostizierten katastrophalen Folgen der Kipp-Punkte betreffen viele Regionen. Eine gemeinsame weltweite Anstrengung aller Länder zur Bewältigung des Klimaproblems ist für alle ökonomisch und ökologisch von Vorteil. Auch die USA müssten im Eigeninteresse ihre Treibhausgasemissionen massiv reduzieren. Der wichtigste nächste Schritt auf diesem Weg ist ein rechtlich verbindliches Abkommen in Kopenhagen“, erklärt Regine Günther, Leiterin Klima- und Energiepolitik des WWF Deutschland.

Versicherer und Investoren müssen jetzt reagieren

Die Versicherer und ihre Kunden betrifft der Klimawandel mehrfach. Klimabedingte Wetterkatastrophen, wie Stürme, Fluten oder Waldbrände, sorgen für eine Zunahme direkter Schäden. Daneben drohen signifikante Folgeschäden insbesondere in der Landwirtschaft und in der Energieversorgung durch nachhaltige Störungen des Wasserhaushaltes. Zusätzlich erhöht allein der steigende Meeresspiegel die Menge der potenziell gefährdeten Werte in Küstennähe massiv und führt zu deutlich größeren Schadenszenarien.

Klima-Kipp-Punkte verschärfen die Situation, weil sie plötzlich und schon früher als andere Klimafolgen eintreten können. Zudem sind sie oft irreversibel. “Als Versicherer und Investor müssen wir unsere Kunden auf diese Szenarien vorbereiten, solange noch Handlungsspielräume bestehen“, sagt Clemens von Weichs, Vorstandsvorsitzender der Allianz Reinsurance. „Risikogerechte und nachhaltige Prämiengestaltung sind für alle Beteiligten von vitalem Interesse, da nur sie den Fortbestand von Deckungslösungen garantieren.“ Die Allianz will dem Klimawandel durch den frühzeitigen Dialog mit den Kunden begegnen. So sollen rechtzeitig Gegenmaßnahmen aufgezeigt und gemeinsam konkrete Deckungskonzepte erarbeitet werden, sei es für bestehende Werte oder für zukünftige klimagerechte Projekte wie alternative Energie- und Wasserversorgungskonzepte, Wasserschutzbauten oder für den Schutz vor Ernteausfällen.

Die Versicherungsindustrie profitiert heute aus ihren Erfahrungen nach Großschäden durch Hurrikane wie Andrew (1992), Ivan (2004) und Katrina (2005). Bessere Modelle helfen, die Häufigkeit und Stärke von Naturkatastrophen zu begreifen. “Gute Modelle werden beim Klimaschutz jedoch nicht ausreichen”, erklärt Michael Bruch von Allianz Global Corporate & Specialty, dem Industrieversicherer der Allianz Gruppe.  „Die menschliche Komponente spielt eine immer größere Rolle bei der Risikominderung von Naturkatastrophen, sowohl beim Risikomanagement als auch bei der Bekämpfung der menschlichen Ursachen des Klimawandels.” Neben ihren eigenen Investitionszusagen von 1,5 Milliarden Euro in Windenergie und Photovoltaik unterstützt die Allianz daher auch ihre Kunden bereits durch Versicherungslösungen für neue Technologien in der erneuerbaren Energieversorgung wie Windkraft- und Biogasanlagen.

Die Studie von Allianz und WWF:
Kippelemente im globalen Klimasystem und ihre Konsequenzen für den Versicherungssektor (PDF, engl.)

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Stromnetz – Das intelligente Netz der Zukunft

Montag 23. November 2009 von birdfish

Intelligente Stromnetze sind unsere Zukunftsvision für eine sichere Energieversorgung im 21. Jahrhundert. Diese Netze stimmen Verbrauch und Erzeugung aufeinander ab und sind der Schlüssel zu einer sicheren Stromversorgung durch Erneuerbare Energien.

Intelligente Stromnetze

Dass dies machbar ist, zeigt die Studie Erneuerbare Energieversorgung 24/7, die das Ingenieurbüro Energynautics für Greenpeace erstellt hat. Kleine dezentrale Energieerzeuger wie Solaranlagen auf Häusern werden sicher und effizient mit Großprojekten wie Offshore-Windanlagen und Wüstenstrom aus Afrika verbunden.

Eine Voraussetzung für die Umsetzbarkeit ist der Ausbau europäischer Stromnetze um 4 Prozent. Hier mehr Infos zu den Ausbau-Planungen.

Die schwerste Hürde besteht jedoch aus dem politischen Willen, die Energiewende Wirklichkeit werden zu lassen.

Publikationen:

Studie 24/7 Das intelligente Stromnetz der Zukunft in deutscher Zusammenfassung (PDF)

Renewables 24/7 – Die komplette Studie auf englisch (PDF)


Stand 11/2009

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Stromnetz der Zukunft hilft bei Klimaschutz – Verbrauch und Erzeugung abstimmen

Montag 23. November 2009 von birdfish

Intelligente Stromnetze sind unsere Zukunftsvision für eine sichere Energieversorgung im 21. Jahrhundert.

Erneuerbare Energien
(c) Ingwer Hansen

Diese Netze stimmen Verbrauch und Erzeugung aufeinander ab und sind der Schlüssel zu einer sicheren Stromversorgung durch Erneuerbare Energien. Dass dies machbar ist, zeigt die Studie Erneuerbare Energieversorgung 24/7, die das Ingenieurbüro Energynautics für Greenpeace erstellt hat. Kleine dezentrale Energieerzeuger wie Solaranlagen auf Häusern werden sicher und effizient mit Großprojekten wie Offshore-Windanlagen und Wüstenstrom aus Afrika verbunden.

“Das Stromnetz der Zukunft hilft beim Klimaschutz”, sagt Sven Teske, Diplom-Ingenieur und Energie-Experte von Greenpeace International. “Die Technik ist heute schon verfügbar und die Lüge von der Stromlücke ein Märchen der Energiekonzerne.”

Für den Klimaschutz muss der Anteil der Erneuerbaren Energien in der Europäischen Union auf bis zu 90 Prozent im Jahr 2050 steigen. Dafür müssen neue Energiequellen integriert werden und die meisten konventionellen Großkraftwerke vom Netz gehen. Darüber soll eine sichere Stromversorgung garantiert bleiben.

“Um Solaranlagen auf Häusern, Offshore Wind in der Nordsee und Wüstenstrom für Europa zu einer sicheren, CO2-freien Stromversorgung zu kombinieren, muss das EU-weite Stromnetz nur um rund vier Prozent ausgebaut werden. Dafür wären wir zukünftig von Kohle-, Gas- und Uran-Importen unabhängig.”

Schon heute stehen dafür zahlreiche Maßnahmen wie die Laststeuerung, verbesserte Wettervorhersagen und Energiespeichermethoden zur Verfügung. Laut der Studie können intelligente Netze auch selten auftretende Extremwettersituationen mit sehr hoher Wind- oder Sonnenintensität bei geringem Verbrauch (Sommer) oder wenig Sonne und Wind bei hohem Verbrauch (Winter) meistern.

Intelligente Stromnetze

Bundesregierung muss unabhängige Netz-AG gründen

Die verschiedenen Netztypen wie Mikro-Grids (z.B. Siedlungsnetze) und Super-Grids (Überlandverbindungen) müssen harmonisch kombiniert werden, damit ein ständiger Systemausgleich stattfinden kann.

EU-weit müssen etwa 6.000 Kilometer neue Kabel und zwischen Europa und Afrika weitere 6.000 Kilometer Kabel verlegt werden. Zusätzlich müssen in Europa rund 10.000 Kilometer Kabel technisch aufgerüstet werden. Um langwierige Rechtsstreitigkeiten mit Anwohnern zu vermeiden sollten dabei in Siedlungsnähe Erdkabel statt Freileitungen verwendet werden.

Die Modernisierung der Netze verlangt bis 2050 Investitionen von insgesamt rund 209 Milliarden Euro – jährlich sind das rund fünf Milliarden Euro. Umgelegt auf den Strompreis bedeutet dies Mehrkosten von 0,15 Cent pro Kilowattstunde, also weniger als ein Prozent.

“Die deutsche Regierung muss für den weiteren Ausbau Erneuerbarer Energien dringend den Netzumbau beschleunigen”, sagt Andree Böhling, Energie-Experte von Greenpeace Deutschland. “Zudem müssen die Übertragungsnetze in eine unabhängige Netz AG mit staatlicher Beteiligung überführt werden, um die Blockaden der Energiekonzerne aufzulösen.”

Studie 24/7 Das intelligente Stromnetz der Zukunft in deutscher Zusammenfassung (PDF)

Renewables 24/7 – Die komplette Studie auf englisch (PDF)

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Briten geben Startsignal für zehn neue AKW – Windkraftanlage muss demontiert werden

Freitag 13. November 2009 von birdfish

Erprobt, zuverlässig, klimafreundlich – so sieht die britische Regierung die Atomkraft.

Atomkraftwer Dungeness  Gefahr für die Nachbarschaft
Das Kernkraftwerk Dungeness dicht an Wohnhaeusern (1996). – (c) Clive Shirley / Signum / Greenpeace

Am Montag hat sie das Startsignal für zehn neue AKW gegeben. Einer der Standorte muss erst freigeräumt werden. Medienberichten zufolge wird für das AKW in Kirksanton/Cumbria eine der ältesten und effizientesten Windkraftanlagen der Insel demontiert. Auftraggeber: der deutsche Stromkonzern RWE.

Das erste der zehn AKW soll 2018 in Betrieb gehen. Neun Jahre vom politischen Startsignal bis zur Stromproduktion – das ist ambitioniert. Im finnischen Olkiluoto wird seit 2005 der Prototyp des Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) gebaut. Seit Baubeginn verschiebt sich die angekündigte Fertigstellung immer weiter in die Zukunft. Derzeit ist 2012 im Gespräch. Das wären dann sieben Jahre reine Bauzeit – ohne Genehmigungs- und Planungsphase. Hinzu kommen explodierende Kosten.

An das Beispiel Olkiluoto denkt auch Thomas Breuer, Leiter des Klima- und Energiebereichs von Greenpeace. “Der Neubau verschlingt Milliarden, die sinnvoller in Effizienzmaßnahmen und Erneuerbare Energien investiert würden. Dort könnten die Investitionen direkten Klimaschutz bewirken, während Erfahrungen zeigen, dass Kosten und Zeitpläne für AKW-Neubauten völlig aus dem Ruder zu laufen pflegen.”

Atomkraft bedeutet also nicht nur ein unnötiges Risiko für die Bevölkerung in Europa. Sie behindert zudem den dringend notwendigen Klimaschutz. Selbst frühere Analysen der britischen Regierung haben ergeben, dass der Neubau von Atomkraftwerken völlig irrelevant für den Klimaschutz ist.

Thomas Breuer: “Angesichts dieser Sachlage muss der kritische Betrachter sich fragen, warum macht die britische Regierung das? Ist sie den Lobbyisten der Atomindustrie auf den Leim gegangen oder spielt die von ihr gewünschte Erneuerung des Atomwaffenarsenals die Hauptrolle?”

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Ein Richtungswechsel im Schneckentempo: USA keine Vorreiter beim Klimaschutz

Freitag 13. November 2009 von birdfish

In den USA findet ein Richtungswechsel in der Umwelt- und Klimapolitik statt – allerdings auf einem niedrigen Niveau.

Windpark in den USA
Windpark bei Palm Springs – (c) studio44 / Pixelio

Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin (Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung e.V.) in einer aktuellen Studie. Die bisherigen regionalen Initiativen für Emissionshandelssysteme und für Mindestanteile erneuerbarer Energien sind insgesamt nur begrenzt wirksam. Die Entwürfe für ein erstes nationales Energie- und Klimaschutzgesetz machen zwar Hoffnung, sind jedoch nicht besonders ambitioniert. Dabei wäre der Spielraum für eine kräftige Senkung der Treibhausgasemissionen vorhanden. Die USA sind neben China mit Abstand der größte Emittent von Treibhausgasen, und auch der Energieverbrauch pro Kopf ist in den USA immer noch etwa doppelt so hoch wie in Europa. Ohne einen spürbaren Beitrag der Amerikaner wird es deshalb keinen Fortschritt beim globalen Klimaschutz geben.

Die bisherige US-Klimapolitik zeichnet sich durch eine große Vielfalt an Akteuren und Maßnahmen aus, zeigte jedoch nur wenig Wirkung. Oftmals stehen Aspekte der Versorgungssicherheit und der Schaffung von Arbeitsplätzen im Vordergrund. In dem derzeit im Parlament verhandelten Entwurf für ein nationales US-Klimaschutzgesetz (Clean Energy Jobs and American Power Act) werden verpflichtende Emissionsobergrenzen für die Jahre 2012, 2020, 2030 und 2050 genannt. Der Entwurf enthält aber keine konkreten Ziele und spezifischen Instrumente für erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Stattdessen sind eine deutliche Förderung der Atomkraft und beträchtliche Ausgleichsmöglichkeiten vorgesehen. Dabei zählen in den USA teilweise auch Kohle und Atomkraft zu den „sauberen“ Energien. Der Ausbau der erneuerbaren Energien soll jetzt vorangetrieben werden, beginnt aber auf einem recht niedrigen Niveau. Stark gewachsen in den letzten Jahren ist die Windenergie. So haben die USA Deutschland bei der installierten Windkrafterzeugungskapazität im Jahr 2008 überholt, wenn auch die Windkraft in den USA nur ein gutes Prozent der gesamten Stromerzeugung ausmacht.

Bericht: Energie- und Klimaschutzpolitik: USA holen nur langsam auf (PDF)

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Die europäischen Umwelträte empfehlen den Ausbau von Stromnetz und Verkehrswegen

Donnerstag 29. Oktober 2009 von birdfish

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) unterstützt die europaweite Initiative von Umwelt- und Nachhaltigkeitsräten (EEAC) “Für zukunftsfähige europäische Infrastrukturen”.

Stromleitungen
Das Stromnetz muss so ausgebaut werden, dass es in der Lage ist, 100% Erneuerbare Energien aufzunehmen – (c) Gabi Schoenemann / Pixelio

Verkehrswege und Stromnetze müssen einen Beitrag zu den langfristigen Klimaschutz- und Biodiversitätszielen der Europäischen Union (EU) leisten. Die neue deutsche Bundesregierung sollte sich in der EU hierfür einsetzen.

Klimaschutz und erneuerbare Energien.

Der internationale Konsens den globalen Temperaturanstieg auf 2°C zu begrenzen, erfordert Missionsverminderungen in den Industrieländern von insgesamt 80 bis 95%.

Insbesondere der Strom- und Verkehrssektor müssen klimaneutral werden. Die Umwelt- und Nachhaltigkeitsräte sind sich darin einig, dass dies nur erreicht werden kann, wenn die erneuerbaren Energien bis 2050 zur Hauptenergiequelle werden.

Aus diesem Grunde empfehlen die Räte der Europäischen Kommission und den Mitgliedstaaten unter anderem:
  • Einen Fahrplan mit klaren Ausbauzielen für die erneuerbaren Energien über 2020 hinaus und der Sicherung des vorrangigen Netzzuganges für Strom aus erneuerbaren Energien.
  • Hohe Investitionen und eine stärkere politische Unterstützung für die Flaggschiffprojekte der transeuropäischen Stromnetze: hierzu gehören das Nordseenetz für die Anbindung der Offshore-Windenergie und der Mittelmeersolarplan für die Anbindung der Wind- und Sonnenenergie des südlichen Mittelmeeres.
  • Die Schaffung eines europäischen Netzbetreibers für die Hochleistungsfernverbindungen.
  • Folgenabschätzungen für alle energiepolitischen Fördermaßnahmen und Entscheidungen der EU und der Mitgliedstaaten im Hinblick auf ihre Verträglichkeit mit den Ausbauzielen der erneuerbaren Energien: Die neue Bundesregierung sollte dies vor allem im Hinblick auf die zu befürchtenden Überkapazitäten an Grundlastkraftwerken (Kohle- und Kernkraftwerke) bei der Erarbeitung ihres geplanten Energiekonzeptes berücksichtigen.
Zielorientierte Infrastrukturplanung erforderlich

Infrastrukturentscheidungen sind Langfristentscheidungen. Sind sie einmal getroffen, ist der Entwicklungspfad für die nächsten Dekaden zementiert. Die Räte empfehlen daher die Abkehr der Infrastrukturplanung auf der Basis von Trendfortschreibungen. Vielmehr ist eine zielorientierte Planung notwendig, die die europäischen Klima- und Biodiversitätsziele zum Ausgangspunkt nimmt: Verkehr, Energieerzeugung sowie damit verbundene Siedlungsstrukturen werden sich bis Mitte des Jahrhunderts deutlich von den heutigen unterscheiden müssen. Die Infrastrukturplanung muss dies vorwegnehmen. Mehr denn je wird es auch auf eine Integration von Stromnetzen, Verkehrswegen und einem großräumigen europäischen Biotopverbund ankommen. Unausweichlich wird dabei auch eine Stärkung der europäischen Raumordnung als Ergänzung zur nationalen und regionalen Raumordnung werden.

Zu den deutschen Mitzeichnern der Stellungnahme gehören auch der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) und der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE).

Stellungnahme der 19 Umwelt- und Nachhaltigkeitsräte aus 11 europäischen Ländern (PDF).

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