KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Gas als Brennstoff für Autos kann jetzt auch aus Wind und Sonne erzeugt werden

Montag 16. Mai 2011 von birdfish

Bisher gehörte Erdgas zu den fossilen Brennstoffen. Künftig kann man aus Gas auch umweltfreundlichen Strom erzeugen.

Autos können mit Gas aus Sonnenenergie fahren
Autos können mit Gas aus Sonnenenergie fahren – Foto: Rainer Sturm / Pixelio

Forscher des Fraunhofer IWES und des ZSW Stuttgart sind an einem Projekt beteiligt, in dem Audi und SolarFuel eine neuartige Anlage errichten. Sie wandelt Strom aus Wind und Sonne erstmals im industriellen Maßstab in Methan um, also in künstlich hergestelltes Erdgas. Während sich Strom schlecht speichern lässt, kann man das Erdgas problemlos lagern. Bei Flaute und bedecktem Himmel kann man daraus über Gaskraftwerke wieder Strom erzeugen, oder den Tank von Gasautos damit füllen.

Auf  Feldern und Äckern drehen sich zunehmend mehr Rotoren von Windkraftwerken, und auf den Dächern sieht man statt Ziegeln vermehrt Solaranlagen. An einem windigen sonnigen Tag liefern diese Anlagen oft mehr Strom als die Verbraucher benötigen – an windstillen lauen Tagen reicht die Stromproduktion dagegen nicht aus. Den Strom zu speichern und später zu verwenden, gestaltet sich recht schwierig. Hier soll das neue Technologiekonzept »Power-to-Gas« künftig helfen, das Forscher vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES in Kassel gemeinsam mit ihren Kollegen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg ZSW in den letzten Jahren entwickelt haben. Sie wandelt Strom aus erneuerbaren Energien in Methan um, in künstlich hergestelltes Erdgas – auch e-gas genannt, kurz für erneuerbares Gas. Der Vorteil: Im Gegensatz zu Strom lässt sich das Methan lagern. Herrscht ein Mangel an Strom, kann das Gas in Gaskraftwerken erneut Strom erzeugen. Außerdem lassen sich damit herkömmliche Erdgasautos betanken. Das Methan und Erdgas die gleichen chemischen Eigenschaften haben, braucht das Auto dafür nicht umgerüstet werden. »Unser Konzept Power-to-Gas löst gleich zwei Kernprobleme der Energiewende: Die Speicherung von erneuerbaren Energien und die Versorgung mit klimafreundlichem Kraftstoff. Damit wird eine stabile Stromversorgung auch mit Wind- und Solarenergie möglich«, sagt Dr. Michael Sterner, leitender Wissenschaftler am IWES.

Betrieb der Anlage ab 2013

Die Firmen SolarFuel und Audi setzen dieses Technologiekonzept nun erstmals im industriellen Maßstab um – gemeinsam mit dem IWES und dem ZSW. Die Anlage, die 2013 in Betrieb gehen soll, wird eine Leistung von 6,3 Megawatt haben, etwa so viel wie drei große Windräder oder 1000 Photovoltaikanlagen. Das für den Prozess benötigte CO2 wird aus einer Biogasanlage des Partners EWE in unmittelbarer Nähe bereitgestellt, die Reststoffe und Abfälle verwertet und klimaneutrales CO2 liefert. Das erzeugte Methan wird in Werlte in Niedersachsen in das Gasnetz eingespeist, wo es dann in Deutschlands größten Speichern, den Gasspeichern, lagert. Von dort aus strömt es über die vorhandenen Erdgasleitungen zu den Verbrauchern.

Doch wie funktioniert das Verfahren? Der elektrische Strom spaltet Wassermoleküle zunächst in Wasserstoff und Sauerstoff auf. Lässt man den Wasserstoff mit CO2 reagieren, entsteht das Methan. Das Verfahren an sich ist seit langem bekannt. Es in großem Maßstab einzusetzen, um Netzengpässe durch erneuerbaren Energien auszugleichen, ist dagegen ein gänzlich neuer Ansatz. »Strom- und Gasnetz zu koppeln, ist ergänzend zu Netzausbau, Lastmanagement und Kurzzeitspeichern ein Eckpfeiler der Energiewende«, sagt Prof. Dr. Jürgen Schmid, Leiter des IWES. »Es ist absehbar, dass erneuerbarer Strom zur Primärenergie wird, da sich beispielsweise Windstrom mit zur günstigsten Art und Weise der Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien entwickelt.« Indem die Power-to-Gas-Technologie die Strom- und Gasnetze koppelt, kann sie Stromengpässe von bis zu zwei Wochen überbrücken. »E-Gas stellt die Stromversorgung mit erneuerbaren Energien und damit die Energiewende auf sichere Beine«, sagt Sterner.

CO2 aus nachhaltigen Quellen nutzen

Damit das Verfahren das Klima nicht schädigt ist es wichtig, das CO2 aus nachhaltigen Quellen zu gewinnen. Davon gibt in Deutschland genügend: Alleine in den bestehenden 50 Biogas-Aufbereitungsanlagen entstehen 500 000 Tonnen CO2. Damit ließen sich 4,8 Terawattstunden Strom speichern – das entspricht dem Jahresverbrauch von etwa eineinhalb Millionen Haushalten. Herkömmliche Biogasanlagen liefern ebenfalls sehr viel CO2. Alleine 20 Prozent der Anlagen könnten zwei Millionen Tonnen CO2 bereitstellen. Weitere große Quellen sind Bioethanolanlagen, Brauereien und Klärwerke, sie liefern 1,1 Millionen Tonnen CO2.

Nutzt man das CO2 aus Biogasanlagen für die Power-to-Gas-Anlage, ergibt sich ein weiterer Vorteil: Das Biogas, das zu 60 Prozent aus Methan und zu 40 Prozent aus CO2 besteht, wird über Biogas-Aufbereitungsanlagen üblicherweise in das Gasnetz eingespeist, um es in der Fläche einer sinnvollen energetischen Nutzung zuzuführen. Dabei entweichen etwa zwei Prozent des Methans in die Atmosphäre, man spricht von Methanschlupf. Eine heikle Angelegenheit für das Klima, da Methan auf hundert Jahre gesehen 21 mal klimaschädlicher ist als CO2. „Dieses Loch können wir stopfen, indem man das Biogas durch die Power-to-Gas-Anlage leitet. Dabei entsteht aus dem Biogas fast reines Methan, das ohne Methanschlupf aufbereitet werden kann“, erläutert Sterner.

e-gas als Tankfüllung

Auch als Kraftstoff hat e-gas eine gute CO2-Bilanz. »Über den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs gesehen produziert ein e-gas betriebenes Fahrzeug kaum mehr CO2 als ein Elektroauto«, sagt Prof. Dr. Schmid. Elektrofahrzeuge haben zwar im Betrieb sehr geringe Emissionen, ihre Herstellung ist aber deutlich CO2-intensiver als die Herstellung von Gasfahrzeugen. »Betankt« man ein Elektroauto mit Strom aus Windenergie, stößt es zwar nur 5 Gramm Kohlenstoffdioxid pro Kilometer aus. Dafür wird bei der Herstellung sehr viel CO2 produziert: Bei einer Lebensfahrleistung von 200 000 Kilometern sind es umgerechnet je nach Fahrzeugkonzept 50 bis 60 Gramm pro Kilometer. Damit stößt ein Elektroauto insgesamt 55 bis 60 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Ein Gasfahrzeug verursacht mit Windgas aus Windstrom zwar je nach Technologiestand 20 bis 30 Gramm pro Kilometer im Fahrbetrieb, ist aber in der Herstellung mit 30 bis 35 Gramm klimafreundlicher als das Elektroauto und kommt damit insgesamt ebenfalls nur auf 50 bis 65 Gramm pro Kilometer. Die Elektromobilität und e-gas können sich gut ergänzen. Denn bislang stellen die Batteriesysteme von Elektroautos noch eine große Herausforderung dar – ihre Reichweite ist noch sehr begrenzt und sie sind recht kostenintensiv. Möchte der Fahrer weitere Strecken zurücklegen, könnte er auf e-gas aus Wind- und Solarstrom umschalten, ohne den CO2-Ausstoss stark zu erhöhen.

Was die Wirtschaftlichkeit der Power-to-Gas-Anlage angeht, ist Sterner zuversichtlich: „Selbst bei einem ideal ausgebauten Stromnetz und optimalem Lastmanagements sind Stromspeicher nötig. Es ist daher nur eine Frage der Zeit, bis sich hier ein wirtschaftliches Konzept ergibt“, ist sich der Forscher sicher. Denn während die Speicher, die im Stromnetz vorhanden sind, die Stromversorgung nur für wenige Stunden aufrechterhalten können, bietet das Erdgasnetz eine rund 3000-fach höhere Speicherkapazität.

Website “Power to Gas”

Kategorie: Energiearten, Erneuerbare Energien, Forschung, Gruppen, Mensch, Neue Ressourcen, Neue Technologien, Ressourcen, Verkehr, Wirtschaft | Keine Kommentare »

Wind und Sonne treiben Energiewende an – Positive Korrektur der Biomasseförderung

Mittwoch 11. Mai 2011 von birdfish

Als Signal gegen weitere Monokulturen unterstützt der NABU die Vorschläge des Bundesumweltministeriums zur Korrektur der Biomasseförderung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Monokultur: Maisanbau von 70.000 auf 600.000 ha gestiegen
Monokultur: Maisanbau von 70.000 auf 600.000 ha gestiegen – Foto: Thorben Wengert / Pixelio

„Das Ministerium hat endlich erkannt, dass die Grenzen des Wachstums beim Maisanbau erreicht sind“, kommentiert NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller den Entwurf des EEG-Berichts. Er sieht vor, den Einsatz von Mais und Getreide für Strom aus Biogas auf 60 Prozent der Energieausbeute zu begrenzen.

Damit wären die Biogaserzeuger gezwungen, eine größere Vielfalt an Ackerkulturen zu nutzen. Allein der Anbau von Energiemais ist innerhalb von sechs Jahren von 70.000 Hektar auf weit über 600.000 Hektar gestiegen und hat drastische Auswirkungen auf das Landschaftsbild und den Naturhaushalt. „Es gibt keinen Grund, den Atomausstieg als Argument für die weitere Förderung des Maisanbaus zu benutzen – das ist sowohl klima- als auch umweltpolitisch nicht vertretbar“, unterstreicht Miller.

„Für den Ausbau der Erneuerbaren Energien im Stromsektor müssen bis 2020 vor allem die Windenergie an Land und die Photovoltaik eine Schlüsselrolle spielen“, betont Miller. „Aber ausgerechnet in diesen Bereichen will die Bundesregierung die Förderung weiter einschränken“, kritisiert der NABU-Bundesgeschäftsführer. Mit den jüngst beschlossenen Kürzungen der Photovoltaik-Vergütung wird Strom aus Solarparks auf Freiflächen schon im nächsten Jahr günstiger sein, als aus Offshore-Windparks. Zugleich werde Solarstrom vom eigenen Dach immer konkurrenzfähiger zum herkömmlichen Stromangebot. „Mit besseren Rahmenbedingungen für den Bau von Offshore-Windparks allein lässt sich die Energiewende weg von Atom- und Kohlestrom nicht realisieren“, betont Miller.

Um das Gesamtsystem zur Stromversorgung konsequent auf einen steigenden Anteil Erneuerbarer Energien auszurichten, greift der Vorschlag für eine so genannte Marktprämie nach Auffassung des NABU zu kurz. Hiervon würden vor allem größere Anlagenbetreiber und die Energiekonzerne profitieren. „Mit mehr Wind- und Solarenergie werden die Schwankungen bei der Stromeinspeisung zunehmen. Um den Ausbaubedarf für Stromnetze zu verringern, unterstützen wir die Überlegungen der Bundesregierung für eine Speicheroffensive und die bedarfsgerechte Nutzung von Biogas“, erklärt Miller.

Kategorie: Artensterben, Boden, EU, Elemente, Energiearten, Erneuerbare Energien, Gesetze, Gruppen, Landwirtschaft, Politik, Ressourcen, Sensibilisierung, Tiere und Pflanzen, Öffentlichkeit | Keine Kommentare »

Fraunhofer IWES hält Energieversorgung mit 100% Erneuerbaren für gut möglich

Dienstag 3. Mai 2011 von birdfish

Prof. Jürgen Schmid vom Fraunhofer Institut ist von der Machbarkeit einer Vollversorgung mit erneuerbaren Energien überzeugt.

Stromleitungen
Intelligente Stromnetze müssen zügig ausgebaut werden – Foto: Gabi Schoenemann / Pixelio

Mit dem richtigen Energiemix, den richtigen Konversionspfaden, intelligenten Netzen und neuen Speichertechnologien ist dies für den Institutsleiter des Fraunhofer IWES auch zu vertretbaren Kosten möglich.

Der ForschungsVerbund Erneuerbare Energien hat eine Vision für eine nachhaltige Energieversorgung auf Basis von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien erstellt. Wegweisende Basis für die vorgestellten technologischen Neuerungen ist eine Studie des FVEE mit dem Titel “Vision für ein 100% erneuerbares Energiesystem”, die zeigt wie sich bis zum Jahr 2050 eine zuverlässige, kostengünstige und robuste Energieversorgung mit erneuerbaren Quellen in Deutschland erreichen lässt. Sie beschreibt den künftigen Energiebedarf in den Nutzungsbereichen Strom, Wärme und Kraftstoff sowie die Funktionsweise des nachhaltigen Energiesystems, die dafür notwendigen Technologien und den Transformationsprozess.

Der Federführende des Fachausschusses, Prof. Dr. Jürgen Schmid vom Fraunhofer IWES, führte dazu aus, dass dieses neue Energiesystem auch wirtschaftlich darstellbar ist: “Für die Transformation des Energiesystems fallen zunächst erhöhte Investitionen an, die jedoch langfristig vor allem durch eingesparte Kosten bei Energieträgern deutlich überkompensiert werden. Gerade für den Strombereich ist dabei ein ausgewogener Mix aus vor allem der Windenergie, Photovoltaik und der energetischen Nutzung der Bioenergie wichtig. Bei der vernetzten Betrachtung von der Bereitstellung über den Transport und die Verteilung bis zur Energiedienstleistung lassen sich erhebliche Effizienzpotenziale erschließen.”

Energieversorgung mit 100% Erneuerbaren ist möglich

Das Eckpunktepapier wurde Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen als Input für die Arbeiten zum Energiekonzept der Bundesregierung überreicht. Mit der Studie zeigen die Wissenschaftler aus dem ForschungsVerbund Erneuerbare Energien, dass mit den entsprechenden Forschungsanstrengungen und den fördernden politischen Rahmenbedingungen eine Vollversorgung auf der Grundlage von erneuerbaren Energien bis Mitte des Jahrhunderts möglich ist. Die Kosten für das nachhaltige Energiesystem liegen langfristig unter denen von herkömmlichen Alternativen. In den kommenden Jahrzehnten fallen zwar zunächst erhöhte Investitions- und Entwicklungskosten an, diese werden jedoch langfristig vor allem durch eingesparte Kosten bei Energieträgern deutlich überkompensiert.

Energieeffizienz, intelligente Netze und Speicherung als Schlüsselelemente

Weitere Ergebnisse der Studie: Bei der vernetzten Betrachtung aller wichtigen Elemente des nachhaltigen Energiesystems, von der Bereitstellung über den Transport und die Verteilung bis zur Energiedienstleistung, lässt sich die Energieeffizienz erheblich erhöhen. Die gesamte Palette der Erneuerbaren hat ein Potenzial, das um ein Vielfaches höher ist als der durch umfangreiche Maßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung deutlich gesenkte Gesamtenergiebedarf.
Die Vielfalt der Erneuerbaren in Verbindung mit Speichertechnologien gewährleistet dabei, dass die Versorgung jederzeit sichergestellt werden kann. Dazu muss auch der Stromverbrauch über intelligente Stromnetze (smart grids) stärker an das jeweilige Angebot von Wind und Sonne angepasst werden. Für die Überbrückung längerer Phasen mit geringem Angebot erneuerbarer Energien kann in Zeiten mit hohem Angebot der Strom aus Wind und Sonne in chemischen Energieträgern gespeichert und bei Bedarf ins Netz zurückgespeist werden.

Eine ganze Reihe weiterer  Studien zum Thema ‘100% Erneuerbare Energien bis 2050′ hat Ihnen klima-media hier zusammen gestellt.

Kategorie: Allgemeines, Energiearten, Erneuerbare Energien, Forschung, Gruppen, Neue Technologien, Politik, Prognosen, Ressourcen, Veröffentlichungen, Wirtschaft, Öffentlichkeit | Keine Kommentare »

Mangelnder Energiewende-Willen jüngst von Umweltverbänden kritisiert – nach Wahlen überholen sich nun die Parteien darin

Mittwoch 30. März 2011 von birdfish

Der Deutsche Naturschutzring (DNR) forderte vergangene Woche noch den Systemwechsel in der Energieversorgung.

Erneuerbare Energien sind die Zukunft
Erneuerbare Energien sind die Zukunft – Foto: Dagmar Struß

“Mit dem überfälligen Ausstieg aus der Atomenergie kommt der Windkraft und Energieeffizienz in Deutschland ein viel höherer Stellenwert zu”, erklärte DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen heute in Berlin. “Es ist doch kein Zufall, dass die bisher ausgesprochen atomfreundlichen Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern bei der Nutzung der Windkraft Schlusslicht aller Flächenstaaten sind!”, kritisierte er.

So deckte die Windenergie in Baden-Württemberg mit 467 MW installierter Leistung Ende 2010 gerade einmal 0,9 Prozent des dortigen Stromverbrauchs ab und in Bayern mit 521 MW erst 1 %. Wie es stattdessen gehen kann, zeigt nach Ansicht des DNR die neue Landesregierung in Nordrhein-Westfalen. Sie will den Stromanteil der Windenergie von bisher 3 Prozent auf mindestens 15 Prozent bis 2020 erhöhen. “Auch in Baden-Württemberg und Bayern ist ein Anteil der Windenergie am Stromverbrauch von 15 Prozent bis 2020 möglich”, betonte Röscheisen.

Bei der Ausweisung und dem Betrieb von Windkraftanlagen müssen nach Auffassung des DNR allerdings Belange des Naturschutzes berücksichtigt werden. Das gelte vor allem für den Schutz von Vögeln, Fledermäusen und Insekten. Der DNR hat dazu im Rahmen seiner Kampagne „Umwelt- und naturverträgliche Windenergienutzung“ Positionspapiere zu „Windenergie im Wald“ sowie „Windenergie und Biodiversität“ erstellt.

Großen Nachholbedarf sieht der DNR auch in der Energieeffizienz. Die bisherigen Maßnahmen hätten nicht zu einer nennenswerten Verminderung des Energieverbrauchs geführt, kritisierte der energiepolitische Berater des DNR, Prof. Klaus Traube. Die erst kürzlich vom Bundesumweltministerium veröffentlichte Leitstudie 2010 geht davon aus, dass der deutsche (Primär-)Energieverbrauch im Zeitraum von 2008 bis 2050 nahezu halbiert wird. Für eine derartige Trendwende im Energieverbrauch bedürfe es durchgreifender ordnungs- und finanzpolitischer Maßnahmen. “Es ist aber nicht zu erkennen, dass die Bundesregierung derartiges vorbereitet”, so Prof. Traube.

Nach der Wahl nun sprechen alle Parteien nur noch von der Energie-Wende. Es fragt sich, ob die Politik tatsächlich bereit ist, sich aus den Fesseln der großen Energieversorger zu befreien und die bisherigen Atom-Subventionen in eine zukunftsweisende Richtung zu lenken. Die Verklappung von CO2 in die Erde und das Legen der nächsten Zeitbomben mit Propagieren einer vermeintlich sicheren aber nicht erprobten Technologie wäre allerdings wenig zukunftsweisend.

Kategorie: Artensterben, Elemente, Energiearten, Erneuerbare Energien, Gruppen, Luft, Politik, Ressourcen, Sensibilisierung, Tiere und Pflanzen, Veröffentlichungen, Wirtschaft, Wälder, Öffentlichkeit | Keine Kommentare »

Umweltverbände: Nutzung der Atomkraft – das Zeitalter der Verantwortungslosigkeit

Sonntag 20. März 2011 von birdfish

In einer gemeinsamen Erklärung fordern DNR, BUND und die NaturFreunde Deutschlands das sofortige Abschalten aller Atomkraftwerke.

Biblis: Bekannte Risiken
AKW Biblis: Risiken sind lange bekannt – Foto: setcookie / Pixelio

Nach 1986 in Tschernobyl zeichnet sich in der Atomzentrale von Fukushima der Größte (Nicht-) angenommene Unfall (GAU) in der kurzen Geschichte der nuklearen Stromerzeugung ab. Die deutschen Umweltverbände drücken ihr Mitleid und ihre Anteilnahme gegenüber den Menschen eines Landes aus, das als einziges in Hiroshima, Nagasaki und jetzt Fukushima von der militärischen und der zivilen Nutzung der Atomkraft mit unendlichem Leid getroffen wurde.

„Die Atomkatastrophe von Fukushima ist Ausdruck menschlicher Überheblichkeit und des Glaubens, diese Risikotechnologie beherrschen zu können. Stattdessen ist die Atomnutzung Symbol menschlicher Dummheit und der grenzenlosen Gier nach Milliardenprofiten der AKW-Betreiber. Die Befürwortung der Atomenergie bedeutet die Inkaufnahme nicht rückholbarer Entscheidungen und die ungelöste Entsorgungsfrage des Atommülls zu Lasten zukünftiger Generationen. Das Gerede von Restrisiko und Brückentechnologie kann nach der japanischen Atomkatastrophe nur noch als zynisch gewertet werden“, sagte DNR-Präsident Hubert Weinzierl.

„Wir brauchen keine Prüfung von drei Monaten, die Fakten sind alle bekannt, die Risiken stehen fest. Und es geht auch nicht nur um die ältesten sieben AKWs, es geht um alle Atommeiler. Wir haben die Möglichkeiten, in eine schonende, sichere und für das Klima verträgliche Energieversorgung zu kommen, wenn wir Einsparen, Effizienzrevolution und den Ausbau erneuerbarer Energien miteinander verbinden. Das ist das, worum es uns seit den siebziger Jahren geht“, so Weinzierl.

„Der Beitrag der Atomenergie zur globalen Energieversorgung ist bis heute klein geblieben und wird schon durch die Begrenztheit von Uran gering bleiben. Und die Atomenergie ist auch nicht preiswert, sie hat sich vielmehr durch hohe Subventionen und zahlreiche Privilegien große Vorteile und Sonderrechte verschafft. Sie ist gleichsam eine Sonderwirtschaftszone, die mit einem fairen Wettbewerb nichts zu tun hat. Der entscheidende Hebel ist die Beendigung der heutigen Verbundwirtschaft hin zu dezentralen Energiedienstleistungen. Großkraftwerke haben eine innere Logik der Verschwendung und des hohen Energieverbrauchs. Das ist nicht vereinbar mit einer modernen Energiepolitik“, betonte Michael Müller, Vorsitzender der NaturFreunde und DNR-Präsidiumsmitglied.

„Auch der Ausstiegskompromiss von 2001, den die Regierung Schröder und Fischer mit den Atomkraftwerksbetreibern geschlossen hatte, war aus Sicht der Umwelt- und Naturschutzbewegung bereits zu kurz gedacht. Sie hatten immer einen deutlich schnelleren Ausstieg gefordert. Die Atomwirtschaft hat mit ihrer Macht und mit der Androhung milliardenschwerer Entschädigungsklagen weitergehende Maßnahmen verhindert. Und sie hat dann auf Zeit gesetzt, um unter anderen politischen Mehrheiten das Gesetz zum Atomausstieg zu revidieren. Das war bereits bei den Bundestagswahlen 2002 und 2005 ihr Ziel, wurde aber erst 2009 mit der schwarz-gelben Regierung möglich.

Heute wird sogar behauptet, die Umwelt- und Naturschutzverbände würden den Umstieg in die erneuerbare Zukunft blockieren. Sie würden den Ausbau der Netze und moderner Energietechnik verhindern. Das wird ausgerechnet von denen gesagt, die in der Vergangenheit das Erneuerbare-Energien-Gesetz bekämpft haben. Tatsächlich ist dies nicht der Kern der Auseinandersetzung. Vielmehr sind die Umweltverbände der Auffassung, dass die zentralisierte Stromwirtschaft mit ihren zentralistischen Leitungssystemen und Netzen keine Zukunft hat. Wir treten für einen Umbau ein, auch bei den Netzen hin zu einer dezentralen Netzstruktur“, so Müller.

Der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger, forderte die sofortige Auflegung eines „Energiewende-Sofortprogramms“. „Ein vollständiger Atomausstieg ist bis 2015 möglich und machbar“, sagte Weiger. „Die Reaktorkatastrophe in Fukushima muss die Bundesregierung zwingend zu einer dramatischen Beschleunigung des Atomausstiegs motivieren. An einer sofortigen Energiewende führt kein Weg vorbei und alle Versuche der vier großen deutschen Stromkonzerne, sie zu verzögern oder gar zu verhindern, müssen entschieden zurückgewiesen werden. Allein daran werden wir und die deutsche Öffentlichkeit die Politik der Bundesregierung und der Bundeskanzlerin messen.“

Bestandteile eines solchen „Energiewende-Sofortprogramms“ müssten die Beschleunigung des Ausbaus der Offshore-Windenergie, die verbindliche Ausweisung von ausreichenden Vorrangflächen für Windenergie durch die Bundesländer, ein Effizienzfonds und ein nationales Top-Runner-Programm zur schnellen Reduktion des Stromverbrauchs sein. Mit einem Verbot des Neubaus von Kohlekraftwerken sollte der Markt für neue Gaskraftwerke ausgeweitet werden. Dazu gehöre auch, dass der Umbau des Stromnetzes in Zukunft ausschließlich an den Bedürfnissen der erneuerbaren Energien orientiert werden müsse.

„Die Bundesregierung muss endlich ernst machen mit der Energiewende. Deutschland kann auf acht Atomkraftwerke sofort und auf sechs weitere durch die Reduktion des Stromverbrauchs verzichten. Dieser Weg muss jetzt beschritten werden“, sagte Weiger.


LichtBlick

Kategorie: Elemente, Energiearten, Energieversorger, Forschung, Gesetze, Gesundheit, Gruppen, Mensch, Politik, Ressourcen, Verbraucher, Veröffentlichungen, Wirtschaft, Öffentlichkeit | Keine Kommentare »

Beratungsgremium der Bundesregierung: nur 100% Erneuerbare Energien sind nachhaltig

Freitag 28. Januar 2011 von birdfish

“Nur eine 100 % erneuerbare Stromversorgung ist wirklich nachhaltig“, sagte Prof. Dr. Martin Faulstich, Vorsitzender des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU), anlässlich der Übergabe des Sondergutachtens an Bundesumweltminister Röttgen.

Übergabe des Sondergutachtens an Minister Röttgen
Übergabe des Sondergutachtens an Minister Röttgen – Foto: Thomas Trutschel / photothek.net

„Diese ist langfristig realistisch und bezahlbar, wenn die Bundesregierung heute verlässliche Anreize für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien, der notwendigen Speicher und der Netze setzt.“
Bereits im Mai 2010 hat der SRU auf der Basis von Szenarien unterschiedliche Möglichkeiten einer vollständig erneuerbaren Stromversorgung aufgezeigt. Der Übergang dorthin ist ohne eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke oder neue Kohlekraftwerke möglich. Das Sondergutachten macht nun Vorschläge zur Weiterentwicklung der politischen, ökonomischen und rechtlichen Rahmenbedingungen:

„Das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist ein Erfolgsmodell mit internationaler Strahlkraft. Seine tragenden Säulen, der Vorrang der Einspeisung und die feste Vergütung, sollten weitestgehend erhalten bleiben“, meint die Ökonomin im Rat Prof. Dr. Karin Holm-Müller. Eine europäische Einspeisevergütung, flexible Marktprämien für die Windenergie oder gar ein Verzicht auf die Förderung würden den Erfolg der erneuerbaren Energien gefährden. Reformbedarf besteht allerdings hinsichtlich der Kosten der Förderung. Deshalb sollte die Förderung der zu schnell wachsenden und vergleichsweise teuren Photovoltaik deutlich reduziert und gedeckelt werden. Für einen besseren und effizienteren Ausbau der Offshore-Windenergie schlägt der SRU ein staatliches Ausschreibungsmodell vor, nach dem Betreiber den Bau und Betrieb von Anlagen zu möglichst niedrigen, aber festen Vergütungssätzen anbieten. Bei der Biomasse sollten vor allem die Nutzung von Reststoffen und der Einsatz im Lastfolgebetrieb gefördert werden. Der NaWaRo-Bonus sollte abgeschafft werden. Insgesamt sollte das Ziel einer nachhaltigen Stromversorgung durch eine vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien bis 2050 fest in der deutschen Energiepolitik verankert werden.

„Der Ausbau der Stromnetze für die erneuerbaren Energien muss beschleunigt und zugleich beteiligungsfreundlicher gestaltet werden“, meint der Rechtswissenschaftler im Rat, Prof. Dr. Christian Calliess. Hierfür schlägt der SRU einen Bundesfachplan „Stromübertragungsnetz 2030“ vor. Dieser soll unter Beteiligung zentraler Interessenträger entwickelt werden. Die Anreize für Netzinvestitionen sollten verbessert werden, besonders wichtige Stromtrassen sollten ausgeschrieben werden.

„Das bisher vollkommen unterschätzte große Potenzial an Speicherenergie in Norwegen muss endlich erschlossen werden“, mahnt der Energieökonom des Rates, Prof. Dr. Olav Hohmeyer. Die Bundesregierung sollte sich daher für eine engere Zusammenarbeit mit Norwegen einsetzen und damit für einen stabilen Investitionsrahmen für die Netzanbindungen und den Ausbau der Pumpspeicher sorgen.

Von großer Bedeutung ist die Flankierung des Übergangs zur erneuerbaren Stromversorgung auf nationaler Ebene durch die europäische Klima- und Energiepolitik, insbesondere durch den Ausbau der europäischen Stromnetze und eine „Europäische Roadmap für erneuerbare Energien 2030“. Erneuerbare Energiequellen müssen den zentralen Beitrag für die Klimaneutralität der europäischen Stromversorgung und eine Verminderung der Treibhausgasemissionen um 80 bis 95% bis 2050 leisten.

Der SRU berät die Bundesregierung seit 1972 in Fragen der Umweltpolitik.
Die Zusammensetzung des Rates aus sieben Universitätsprofessorinnen und -professoren verschiedener Fachdisziplinen gewährleistet eine wissenschaftlich unabhängige und umfassende Begutachtung, sowohl aus naturwissenschaftlich-technischer als auch aus ökonomischer, rechtlicher und politikwissenschaftlicher Perspektive.


LichtBlick

Kategorie: Allgemeines, Energiearten, Erneuerbare Energien, Forschung, Gesetze, Gruppen, Neue Technologien, Politik, Prognosen, Ressourcen, Veröffentlichungen, Wirtschaft, Öffentlichkeit | Keine Kommentare »

RWE will in Rumänien nicht mit Windkraft konkurrieren: AKW-Projekt aufgegeben

Dienstag 25. Januar 2011 von birdfish

Der Atomstromkonzern RWE steigt aus dem Projekt Cernavoda aus. Cernavoda ist der einzige AKW-Standort Rumäniens mit bislang zwei Reaktoren.

Rumänisches AKW Cernavoda
Rumänisches AKW Cernavoda – Foto: Bogdan Giuşca/ Wikipedia

Zwei weitere sollen gebaut werden, doch dem Projekt laufen die Investoren weg – wie es heißt wegen wirtschaftlicher und marktbedingter Unsicherheiten. Tatsächlich ist in Rumänien die Windkraft auf der Überholspur.

Gut möglich, dass der Windkraft-Boom für das neue Desinteresse der Atomstromkonzerne verantwortlich ist. Neben RWE ziehen sich auch die Investoren Iberdrola (Spanien) und GDF Suez (Frankreich) aus dem AKW-Projekt zurück. “Windenergie kann in Rumänien viel schneller und billiger errichtet werden”, erklärt Crisanta Lungu, die Leiterin des rumänischen Greenpeace-Büros. “In Rumänien gibt es riesige, ständig wachsende Windparks. Sie werden schon bald mehr Strom produzieren als die beiden in Betrieb befindlichen Atomreaktoren in Cernavoda.”

Auch für den Greenpeace Kernphysiker Heinz Smital belegt der Ausstieg, dass die Atomenergie ein Auslaufmodell ist. “Sogar für den Atomkonzern RWE ist die Atomkraft ein zu hohes Risiko, zumal wenn sie mit den Erneuerbaren konkurrieren muss. Daran zeigt sich einmal mehr, wie rückständig das Klammern an der Atomkraft hierzulande ist. Deutschland kann dabei nur verlieren.”

Cernavoda ist bereits das zweite osteuropäische AKW-Projekt, aus dem RWE aussteigt. Im Oktober 2009 zog sich das Unternehmen aus dem umstrittenen Neubauprojekt Belene in Bulgarien zurück. Auch damals war von wirtschaftlichen Gründen die Rede. Doch auch andere Motive waren nicht von der Hand zu weisen: Wie in Cernavoda gab es massive Proteste von Atomkraftgegnern, auch von Greenpeace.

Für die rumänische Regierung ist der Rückzug der Großinvestoren aus Cernavoda ein harter Schlag. Sie hat trotz des Windkraftbooms auf Kernenergie gesetzt und sogar nach einem weiteren AKW-Standort in Westrumänien gesucht. Neue Investoren zu finden, die das wirtschaftliche Risiko auf sich nehmen, dürfte schwierig werden.

Kategorie: EU, Energiearten, Energieversorger, Erneuerbare Energien, Gruppen, Ressourcen, Wirtschaft | Keine Kommentare »

Kabelanbindung für Offshore-Windkraft: Kompromiss im Wattenmeer gefunden

Freitag 19. November 2010 von birdfish

Der Weg für die Kabelanbindung der künftigen Offfshore-Windparks durch das Schleswig-Holsteinische Wattenmeer ans Festland ist frei.

Offshore-Windpark
Kompromisse zwischen Natur und Offshore-Windpark gelungen – Foto: Rebel – Fotolia.com

Die TenneT Offshore GmbH hat im Wege der Befreiung die naturschutzrechtliche Genehmigung zur Netzanbindung aller vor der Westküste Schleswig-Holsteins geplanten und vom Bund genehmigten Windparks durch das Wattenmeer und damit durch den Wattenmeer-Nationalpark erhalten. Umweltministerin Dr. Juliane Rumpf bewertete das als „entscheidenden Schritt nach vorn hin zur Realisierung der vor der schleswig-holsteinischen Westküste geplanten Windparks mit einer Nennleistung von 2.800 Megawatt. Es ist uns gelungen, den oft schwierigen Konflikt zwischen den Zielen des Klimaschutzes und den Anliegen des Naturschutzes aufzulösen“, sagte Frau Rumpf. „Das ist auch ein Ergebnis der guten Zusammenarbeit mit dem ehrenamtlichen Naturschutz, vertreten durch den Landesnaturschutzverband, die Schutzstation Wattenmeer und den WWF, sowie mit der TenneT Offshore GmbH als Antragstellerin“, erläuterte sie weiter.

Volkher Looft, Vorsitzender des Landesnaturschutzverbandes (LNV), zeigte sich erleichtert, dass es mit dem jetzt gefundenen außergerichtlichen Kompromiss möglich geworden ist, die Belastungen für den Nationalpark auf ein Minimum zu reduzieren, ohne dabei die Entwicklung der Offshore-Windkraft einzuschränken: „Die seit Jahren vom LNV geforderten ‚Steckdosen auf See’ werden nun Wirklichkeit. Statt der ursprünglich geplanten zwölf Kabelsysteme, die den Nationalpark auf zwei Trassen auch durch das Walschutzgebiet gequert hätten, wird der erzeugte Strom nun über höchstens vier Kabel auf einer bei Büsum an Land führende Trasse abgeleitet.“

Rainer Schulz erklärte für die Schutzstation Wattenmeer: „Der Nationalpark ist als Weltnaturerbe und europäisches NATURA 2000-Gebiet in seiner ökologischen Bedeutung weltweit einzigartig. Eingriffe dürfen dieses Gebiet nicht schädigen und müssen die Ausnahme bleiben.“

„Weniger Kabel und nur noch eine Trasse, das ist für den Nationalpark immer noch ein sehr schmerzlicher Eingriff, aber als Kompromiss für die Zukunft der Energieversorgung notwendig. Nun kommt es aber darauf an, dass mit jedem gebauten Kabel auch wirklich mehrere Windparks gebündelt werden, damit vier Wind-Kabel durch das schleswig-holsteinische Wattenmeer auf jeden Fall ausreichen,“ sagte Dr. Hans-Ulrich Rösner, Leiter des Wattenmeerbüros beim WWF.

Tim Meyerjürgens, Leiter Projektinitiierung Deutschland der TenneT Offshore GmbH, betonte, dass mit dieser Lösung nun auch die Weichen für die Umsetzung der anstehenden Projekte gestellt werden. „Wir sehen ganz klar, welche Dynamik die Offshore-Branche nach einem etwas schleppenden Start entwickelt. Mit dieser nun gemeinsam gefundenen Lösung können wir ganz konkret die Realisierung der Netzanschlüsse für die in den Startlöchern stehenden Offshore-Windparks in der östlichen Nordsee vorantreiben.“

Kategorie: Anpassung, Artensterben, Elemente, Energiearten, Erneuerbare Energien, Gruppen, Neue Ressourcen, Politik, Ressourcen, Tiere und Pflanzen, Wasser, Wirtschaft | Keine Kommentare »